26.08.2008

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Gesetzliche Renten risikoreicher als Anlage am Kapitalmarkt

Eine aktuelle Erhebung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) schüttet Wasser auf die Mühlen der Kritiker der umlagefinanzierten, gesetzlichen Rentenversicherung: Wie sich zeigte, birgt diese auf lange Sicht größere Risiken als die kapitalgedeckte Altersvorsorge.

"Die Wahrscheinlichkeit mit einem Aktiendepot auf Sicht von 30 Jahren eine negative Rendite zu erzielen, ist an historischen Werten gemessen praktisch Null", erklärt Reinhold Schnabel, Professor der Universität Duisburg-Essen und neben Adrian Ottnad Autor der DIA-Untersuchung. "Das Renditerisiko der gesetzlichen Rentenversicherung ist im Vergleich zum Risiko von Kapitalanlagen erheblich."

Mit ihrem Projekt konnten Schnabel und Ottnad belegen, dass bei einem Anlagehorizont von 30 Jahren die niedrigste reale Rendite eines reinen DAX-Portfolios 3,5 Prozent betrug, die mittlere sieben Prozent und Spitzenwerte sogar zehn Prozent. Verglichen mit den Renditen der gesetzlichen Rentenversicherung, dürfte es so manchem Rentner dicke Tränen in die Augen treiben: Während ein lediger Berufsanfänger aus dem Geburtsjahr 1950 im Jahr 1970 noch mit einer realen Beitragsrendite von gut fünf Prozent rechnen konnte, liegen die aktuellen Prognosen bei optimalem Verlauf bei bestenfalls zwei Prozent - bei realistischen Erwartungen sogar nur bei Null Prozent.

Deutsche Rentenversichereung Bund rechnet mit positiven Renditen
Zu einem positiven Ergebnis der Renditeentwicklung bei der gesetzlichen Rente kommt dagegen die Deutsche Rentenversicherung Bund. Für die untersuchten Rentenzugänge der Jahre 2008, 2010, 2020, 2030 und 2040 bleiben demnach die internen Renditen der gesetzlichen Rentenversicherung positiv.

Die Rendite für die Rentenzugänge des Jahres 2008 für ledige Männer liege bei rund 3,5 Prozent und für Frauen und verheiratete Männer bei rund 4,1 Prozent. Für die Rentenzugänge der Jahre 2020, 2030 und 2040 ergeben sich jeweils fast identische Renditen von rund 2,8 Prozent für ledige Männer und 3,3 Prozent für Frauen und verheiratete Männer. Wie die Deutsche Rentenversicherung betont, werden diese Zahlen von aktuellen Berechnungen unabhängiger Institutionen, wie des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung oder des Sozialbeirats der Bundesregierung und der Zeitschrift "Finanztest" bestätigt.

Politik als Renditekiller
Als größte Renditerisiken der gesetzlichen Rentenversicherung macht die DIA-Studie die zahlreichen Kürzungen der Politik und die ungünstige Demographie aus. Beispielsweise seien die Beitragssätze kontinuierlich erhöht, das Rentenniveau gesenkt, das Renteneintrittsalter heraufgesetzt, die Anrechnung beitragsfreier Ausbildungszeiten gekürzt oder ganz gestrichen worden. Insgesamt haben sich deshalb seit 1970 für Standardrentner aller Jahrgänge, ganz besonders für die jüngeren, die Renditeerwartungen um fünf bis sechs Prozent verschlechtert.

Mit Kapitalanlagen Rendite steigern
"Die Ergebnisse sprechen auf jeden Fall für eine hohe Gewichtung der Kapitalanlagen", ist sich DIA-Sprecher Bernd Katzenstein sicher. Mit der Riester-Rente habe die Politik die auch bereits die richtigen Weichen gestellt für eine nachhaltige und sichere Altersvorsorge gestellt. "Da der Umfang der gesetzlichen Rentenversicherung vom Gesetzgeber festgelegt wurde, ist jedoch der Spielraum für eine ergänzende Altersvorsorge begrenzt", bedauert Katzenstein. So könnten zusätzlich mögliche Sicherheitsgewinne nicht ausgeschöpft werden.

Die Studie "Gesetzliche und private Altersvorsorge - Risiko und Rendite im Vergleich" gibt es im Internet unter www.dia-vorsorge.de.
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Autor(en): Angelika Breinich-Schilly
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