10.11.2011

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Riester-Rente: Datenlage lässt zu wünschen übrig

Seit rund zehn Jahren gibt es die Riester-Rente. Seitdem fördert der Staat bestimmte Anlagen zur privaten Altersvorsorge am Kapitalmarkt. Das Vorsorgesparen soll dazu beitragen, dass die Rentner der Zukunft ihren Lebensstandard halten können, wenn die gesetzliche Rente über die kommenden Jahrzehnte deutlich gesenkt wird. Wird sie diesem Anspruch gerecht? Der Sozialforscher Dr. Florian Blank meint, dass man diese Frage nicht abschließend beantworten könne, da es im Zusammenhang mit der Riester-Rente eine ganze Reihe "blinder Flecken" gebe.

Blank arbeitete in seine Untersuchung "Die Riester-Rente - Überblick zum Stand der Forschung und sozialpolitische Bewertung nach zehn Jahren" für das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut in der Hans-Böckler-Stiftung die wissenschaftliche Literatur auf und formuliert mehrere Kritikpunkte.

Es sei unklar wie viele Menschen die Vorsorge nutzen. Die Bundesregierung berichte, dass bis Ende Juni 2011 knapp 14,8 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen wurden. Die genaue Zahl derjenigen, die einen Anspruch auf Riester-Förderung hätten, sei jedoch nicht exakt bekannt. 2007 seien nach Schätzungen 38,6 Millionen Menschen anspruchsberechtigt gewesen.

Kaum Daten zur Rendite
Über die Gründe für Vertragsstornierungen sei nichts bekannt. Wissenschaftler rechneten damit, dass etwa im Jahr 2008 rund fünf Prozent der neu abgeschlossenen Verträge von den Sparern wieder storniert wurden. Diese Zahlen flössen zwar in die Statistik ein, warum aus dem Vorsatz zur Vorsorge dann aber doch nichts wurde, sei unbekannt. Andere Studien belegten, dass etliche Sparer mit laufenden Verträgen die Förderung nur zum Teil ausschöpften, andere ließen den Sparkontrakt ruhen. Auch hier sei unerforscht, woran dies liege.

Die Datenlage zur Rendite sei schlecht. Systematische Überblicke über Kosten und Renditen der Riester-Produkte fehlten. Ungeklärt sei beispielsweise, ob die Anlagen tatsächlich durchschnittlich vier Prozent Rendite pro Jahr bringen - wie es bei Einführung der Zusatzvorsorge erwartet worden war. Die Bundesregierung hätte zu diesem Aspekt bislang keine Daten liefern können. Analysen und Simulationsrechnungen von Wissenschaftlern lieferten unterschiedliche Ergebnisse.

Einige, aber nicht alle Untersuchungen kämen zu dem Schluss, das die Riester-Förderung erhebliche Mitnahmeeffekte auslöse: Personen, die bislang ohnehin schon Geld für den Ruhestand zurückgelegt hätten, würden andere Sparformen durch ein Riester-Produkt ersetzen, um in den Genuss der Förderung zu kommen.

Blanks Fazit: "Es zeigt sich, dass aufgrund der Forschungslage eine abschließende Bewertung nur für einzelne Aspekte möglich ist, da zu einigen zentralen Fragen keine oder nur lückenhafte Daten vorliegen oder verfügbare Daten teils widersprüchliche Schlüsse zulassen". Der Wissenschaftler betont, dass diese Negativ-Erfahrungen dringend beachtet werden sollten, wenn eine steuerlich geförderte private Pflege-Zusatzversicherung konzipiert werden sollte.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung
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Autor(en): versicherungsmagazin.de
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

am 10.11.2011 13:09:21 von Versicherungsmakler Patrik Spengler: Riester-Rente:Datenlage lässt zu wünschen übrig

Wieso wundert man sich über die derzeitige Riester-Lage. Ein Produkt, dass von fast allen Medien nur noch schlecht geredet wird, egal welche Personengruppe, die förderfähig ist, betroffen ist.
Die Renditen der Riesteranbieter sind ebenso nachvollziehbar, wie die Kosten eines Vertrages oder wozu gibt es die Produktinformationen.
Das Problem bei Riester ist nicht das Produkt, sondern die Szenarien der Medien und die Anbieter, die dieses Produkt selber nicht kennen und die richtige Anwendung verstehen.
Des Weiteren gibt es ja auch noch ein Konkurrrenzdenken unter den Vermittlern. Was ich von Kunden da schon zu hören bekommen habe, erklärt die Ausführungen des Dr. Florian Blank von alleine.
Es wäre besser, wenn eine staatlich geförderte Altersversorgung nicht immer nur negative Schlagzeilen machen würde. Und zum Thema Kosten stellt sich mir die Frage, wieso Banker keine Kosten offen legen müssen, ebenso beim Kauf von Autos oder sonstigen größeren Anschaffungen, nur bei Kapitalanlagen schreit alles nach Kostennachweisen und Dienstleistungen in unserer Branche (Versicherungsmakler) dürfen selbstverständlich nichts kosten. Wir tragen nicht nur die komplette Haftung mit Privat- und Geschäftsvermögen für die vermittelten Produkte, nein, wir leben von Luft und Berufung für diesen Beruf und bezahlen unsere Mitarbeiter und Betriebskosten von freiwilligen Spenden.
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am 10.11.2011 18:49:47 von Klaus-Dieter Wiegratz, Business Analyst: Riesterrente -Datenlage lässt zu wünschen übrig (Rendite und Administration von Riesterverträgen)

Kommentar zu: Riester-Rente:Datenlage lässt zu wünschen übrig

Wieso wundert man sich über die derzeitige Riester-Lage. Ein Produkt, dass von fast allen Medien nur noch schlecht geredet wird, egal welche Personengruppe, die förderfähig ist, betroffen ist.
Die Renditen der Riesteranbieter sind ebenso nachvollziehbar, wie die Kosten eines Vertrages oder wozu...
Das mit der Datenlage zur Rendite stimmt so nicht. Ggf. sollte die Wissenschaft hier die Hilfe der Assekuranz in Anspruch nehmen. Zum Beispiel kann gesagt werden, dass die Förderquote der Riesterverträge besser ist (z. B. bis 95 %) als
die Förderquote der bAV-Direktversicherung, die bis zu 85 Prozent betragen kann.
Dementsprechend ist auch die Rendite über Prognoserechnungen bestimmbar, die
je nach Vertragskonstellation bis zu 7 % und mehr betragen kann und sich deutlich von Nicht-Riester-Rentenversicherungen abhebt, wo zur Zeit in etwa bis zu 4 % prognostiziert werden können.
Man kann nur hoffen, wenn jetzt die private Pflegerente in das Riestersparen aufgenommen wird, nicht die gleichen Fehler gemacht werden, wie bei Einführung der Riesterprodukte, die vom Staat mit unnötigem administrativen Aufwand sowohl für den Kunden als auch für die Versicherer belastet wurden und leider immer noch belastet sind. Beispielhaft ist hier das Zulageverfahren und insbesondere die Rückrechnung der Zulagen zu nennen, weil die Anspruchsvoraussetzungen, z. B. für nicht erwerbstätige Ehefrauen, nicht ausreichend bekannt sind. Desweiteren sollte die Abwicklung für den Versicherer über die Zulagenstelle vereinfacht werden.
Heute findet z. B. auch eine redundante Bearbeitung der Daten von Zulagenstelle und dem Finanzamt statt. Dies sind alles Ansätze für eine Verbesserung des komplizierten Riesterverfahrens, sowohl für den Kunden als auch für die Gesellschaften, die die Verwaltung der Riesterverträge sicherstellen müssen. Insgesamt kann durch eine schlanke Verwaltung der Verträge auch die Rendite des einzelnen Riestervertrages optimiert werden.
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