23.08.2012

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Allianz: Datenpanne bei der Betrugsabwehr

Ein Detektiv hat sensible Kundendaten der Allianz Versicherung an die Öffentlichkeit weitergegeben. Der Münchener Versicherer bestätigte Medienberichte über die Datenpanne. Danach wurden polizeiliche und staatsanwaltliche Ermittlungsakten und andere Unterlagen von Personen veröffentlicht, die lediglich unter Betrugsverdacht standen. "Wir haben uns von dem privaten Ermittler bereits 2011 getrennt, weil er datenschutzrechtlich Vorgaben nicht eingehalten hat", heißt es bei der Allianz. Nun habe der Detektiv illegal Kundendaten veröffentlicht.

Um Betrügern auf die Schliche zu kommen, setzten Versicherer immer wieder Detektive ein. Rund sieben Prozent aller Aufträge kommen von Versicherungsunternehmen, schätzt der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) aus Meckenheim. Demgegenüber verweist die Allianz darauf, dass nur in 0,03 Prozent der Sachschadenfällen externe Ermittler eingeschaltet werden. Wie hoch diese Quote im Personenschadenbereich ist, konnte der Sprecher hingegen nicht sagen. Doch auch hier werden nach Erkenntnis der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) immer wieder Privatermittler eingeschaltet

Ertappte Kunden müssen Ermittlungskosten tragen
"Gerade wenn Versicherte eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Krankentagegeld beantragen, werden in Verdachtsfällen Detektive eingeschaltet, die prüfen sollen, ob der Betroffene tatsächlich ernsthaft erkrankt ist", sagt DAV-Anwalt Peter Konrad aus Erlangen. Wird ein Betrug nachgewiesen, etwa weil der Versicherte bei der Gartenarbeit fotografiert wurde, könnten die Versicherer sogar die Ermittlungskosten zurück verlangen.

Die R+V und die Huk-Coburg betonen aber, dass private Ermittler nur bei größeren Schäden eingesetzt werden. "Kommt es bei zerbrochen Brillen, herunter gefallen Smartphones oder zerkratzen Autos zu Verdachtsfällen, ermitteln wir intern", heißt es bei der R+V. Die Huk-Coburg beschäftigt rund zehn Detekteien die jährlich rund 200 Verdachtsfälle aufklären würden. Bei jährlich insgesamt rund 1,4 Millionen Schadenfällen, wäre das eine verschwindend kleine Zahl. Die Allianz arbeitet im Sachbereich aktuell mit 13 Detekteien zusammen und hat 3,3 Millionen Schadenfälle pro Jahr. Demgegenüber arbeitet der Ergo Konzern weitgehend mit internen Ermittlern. Lediglich in fünf Fällen seien im vergangen Jahr fremde Detekteien beauftragt worden.

Ein Restrisiko bleibt
Alle Versicherer lassen sich von Detektiven Vertraulichkeitserklärungen unterschreiben. "Ein Restrisiko gibt es aber immer, wenn jemand einem übel will", betonte Huk-Coburg-Sprecher Alois Schnitzer. Die Allianz will nach dem Eklat mit dem Privatermittler jetzt ihre Anforderungen an externe Ermittler zusätzlich verschärfen und deren Anzahl weiter reduzieren.

Insgesamt haben die Versicherer haben in der letzten Zeit ihre Betrugsabwehr verstärkt, weil Betrüger jährlich einen Schaden von vier Milliarden Euro anrichten würden. „Wir schätzen, dass bei rund zehn Prozent aller Schäden Betrug im Spiel ist", so Thomas Leicht, beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft für die Kriminalistätsbekämpfung zuständig. Ertappten Betrügern werde die Zahlung verweigert und zudem gekündigt. Gleichzeitig gebe es eine Strafanzeige. Verdächtige werden zudem in das Hinweis- und Informationssystem (HIS) gemeldet. Hier sind derzeit rund 1,4 Millionen Personen und 2,4 Millionen Kfz registriert. Jede Neueintragung müssen Versicherer den Betroffenen aber mitteilen.

Das gilt bei einer Beauftragung durch einen Detektiv hingegen nicht, wie der GDV bestätigt. "Die Beauftragung eines Detektivs kann geheim gehalten werden, wenn andernfalls der Verdächtige den möglichen Betrug verschleiern kann", sagte GDV-Sprecher Stephan Schweda. "Das ist nach dem Bundesdatenschutzgesetz erlaubt."

Krankenkasse verpulvert Geld für Beschattung
Einen Eklat mit der Beauftragung einer Detektei hat sich nach laut dem Bundesversicherungsamt auch eine gesetzliche Krankenkasse geleistet. Sie beauftragte einen Detektiv für über 10.000 Euro um einen "Krankengeldschaden" von täglich rund 15 Euro zu vermeiden, wie das Bundesversicherungsamt ermittelte. "Aufwand und Ziel stehen hier in einem krassen Missverhältnis", rügte die Aufsichtsbehörde.
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

am 18.09.2012 13:45:55 von MerzenichMünchen: Datenpanne bei der Allianz

Bei der Allianz wundert mich nichts mehr. Das ist die allerletzte Versicherung geworden. Denke man nur an den Sachbearbeiter Chr.K. in Neuperlach bei der Krankentagegeldversicherung.
mehr ...
FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
Alkohol vermindert die Verkehrstüchtigkeit und ist die Unfallursache Nummer 1. Das war einmal. Heute haben die Ablenkung durch Smartphone und Navi dem Alkohol als gefährlichste Unfallunrsache den Rang abgelaufen. Dies zeigt jedenfalls die neue Verkehrssicherheitsstudie aus dem...  » mehr
30.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Die Anforderungen an das moderne Schadenmanagement steigen nicht nur nach Massenschäden wie Flut oder Hagel. Viele Kunden erwarten heute von den Versicherern einen Komplettservice - also die direkte Schadenbeseitigung.  » mehr
25.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Alexander Erdland ist kürzlich in Berlin als Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bestätigt worden. Zudem hatten die Vertreter der Mitgliedsunternehmen das 16-köpfige GDV-Präsidium neu gewählt. Das Gremium ist der vereinsrechtliche Vorstand...  » mehr
24.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Dr. Monika Sebold-Bender wird ab 1. Januar 2017 Mitglied im Vorstand der Ergo Group AG.  » mehr
22.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
"Wenig Licht, viel Schatten", so lautet die Überschrift, die den aktuellen Map-Report "Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2004 bis 2015" einleitet. Es gibt wenig Positives zur Entwicklungen der privaten Krankenversicherung (PKV) zu sagen.  » mehr
08.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Seit dem 1. Oktober 2016 ist Philipp Kroetz (36) Vorsitzender der Geschäftsführung von Allianz Worldwide Partners (AWP) in Deutschland sowie der Allianz Handwerker Services GmbH (AHS).  » mehr
04.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
Makler-Champions 2017
Versicherer und Pools auf dem Prüfstand! Versicherer und Pools auf dem Prüfstand!

Versicherungsgesellschaften versprechen seit Jahren, ihre Maklerorientierung zu verbessern. Doch was hat sich bislang konkret getan? Zum siebten Mal hat Versicherungsmagazin gemeinsam mit Servicevalue eine unabhängige Maklerbefragung gestartet, um die Gesellschaften zu finden, die "Makler-Champions" sind.
VM digital
Versicherungsmagazin als E-Magazin Versicherungsmagazin als E-Magazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe.
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen