08.04.2013

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Enorme Preisunterschiede bei Pflege

Inzwischen hat eine knappe Mehrheit der deutschen Krankenversicherer Tarife für die geförderte ergänzende Pflegeversicherung (GEPV) - kurz Pflege-Bahr - vorgelegt. Die Grundleistungen sind weitgehend identisch, um als förderwürdig anerkannt zu werden.

Teilweise mehr als vom Staat gefordert
Allerdings legen einige Versicherer bei den Mindestleistungen etwas obendrauf. So müssen Pflegeleistungen in Pflegestufe 0 sowie mindestens 600 Euro Monatsleistung in Pflegestufe III geboten werden. In Pflegestufe I sind es mindestens 20 Prozent, in Pflegestufe II mindestens 30 Prozent der Leistung der Pflegestufe III.

Über die Mindestsätze in den unteren Pflegestufen gehen viele Versicherer hinaus, so das Portal PKV-Wiki (www.pkv-wiki.com) in einer aktuellen Übersicht. In Pflegestufe 0 sind zehn Prozent üblich, aber vereinzelt auch 20 Prozent zu haben. Über die Mindestleistung bei Pflegestufe I geht die Debeka mit 35 Prozent am weitesten hinaus, einige weitere bieten 25 oder 30 Prozent. In Pflegestufe II können Versicherte bei mehreren Gesellschaften 70 Prozent erwarten.


Bis zu zwei Drittel Preis-/Leistungsunterschied

PKV-Wiki hat außerdem ermittelt, wie das Preis-Leistungs-Verhältnis ausfällt. Dazu wurden die Pflegeleistungen in den Pflegestufen I bis III in der Verteilung unterstellt, wie nach dem Pflegebericht der Bundesregierung derzeit ambulante und stationäre Pflegeleistungen verteilt sind. Mit Abstand die meisten Pflegebedürftigen mit gut 55 Prozent befinden sich in Pflegestufe I, sodass für sie die dort gebotene Leistung besonders relevant ist. Knapp 33 Prozent erhalten Leistungen nach Pflegestufe II und nur gut zwölf Prozent nach Pflegestufe III. PKV-Wiki ermittelt so, wie viel 100 Euro monatliche Pflegeleistung in der genannten prozentualen Verteilung der Leistungen tatsächlich kosten.

40-jährige Versicherte zahlen demnach beim teuersten Anbieter zwei Drittel mehr als beim günstigsten. Im Mittel kosten 100 Euro Pflegeleistung 3,72 Euro im Monat. Beim günstigsten Anbieter sind es 3,17 Euro, beim teuersten 5,26 Euro. Dabei wurde jeweils der Zuschuss bereits herausgerechnet.
Sind die Versicherten 20 Jahre älter, müssen sie im Schnitt bereits 10,83 Euro im Monat für 100 Euro Leistung aufwenden. Hier reicht die Spanne von 9,62 Euro bis 15,64 Euro, der teuerste ist damit auch 63 Prozent teurer als der günstigste.

Manche mögen lieber junge, manche ältere Versicherte
Bei den Gesellschaften fällt die Kalkulation nicht immer einheitlich aus. Allianz, Barmenia und Münchener Verein beispielsweise bevorzugen eher jüngere Kunden, bei älteren sind sie etwas teurer als der Durchschnitt. Bei Debeka und Ergo Direkt ist es genau umgekehrt: Jüngere Kunden legen etwas drauf, ältere Kunden zahlen weniger als der Durchschnitt.

Auffällig ist die Kalkulation der DKV, die in beiden Altersgruppen deutlich höhere Prämien verlangt als die Wettbewerber. Bei vielen Versicherern gilt zudem, dass die Pflege-Bahr-Leistungen aufgestockt werden können, dann allerdings in der Regel nur nach Gesundheitsprüfung.














Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Matthias Beenken
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

am 09.04.2013 14:01:18 von Armer Vertreter: Keine Erfolgsgeschichte

Der Pflege Bahr wird keine Erfolgsgeschichte!Den der Tarif wird auf dem finanziellen Rücken der Vertreterschaft verkauft.Ca. 30 % der Normalvergütung!!
Da muss man sich die Frage erlauben welche Führungskraft bzw. Welcher Politiker für 30% des Einkommens arbeiten würde?
Außerdem entstehen der Vertreterschaft genauso hohe Kosten wie bei Normaltarifen!nur das Einkommen fehlt dann......und denken Sie bloß nicht die Vertreterschaft ist nur Provisionsgierig-es geht nur um ein vernünftiges Einkommen eines Selbstständigen !
mehr ...
am 09.04.2013 18:09:37 von Michael Ferlings: Enorme Preisunterschiede teils auch unterschiedlichen Leistungsniveaus geschuldet

Kommentar zu: Keine Erfolgsgeschichte

Der Pflege Bahr wird keine Erfolgsgeschichte!Den der Tarif wird auf dem finanziellen Rücken der Vertreterschaft verkauft.Ca. 30 % der Normalvergütung!!
Da muss man sich die Frage erlauben welche Führungskraft bzw. Welcher Politiker für 30% des Einkommens arbeiten würde?
Außerdem entstehen der...
Zumindest eine kleine Anmerknote, warum der DKV-Beitrag so stark erhöht erscheint, sollte drin sein: es liegt am sog. Pflegebonus, der nach 15 Jahren greift. Auch wenn hier auch insgesamt keine Leistungsunterschiede der Anbieter berücksichtigt wurden, sollte diese DKV-spezifische Besonderheit Erwähnung finden, ganz wertneutral.
mehr ...
am 10.04.2013 07:48:34 von derKVProfi: Beitragsanpassungsklausel

Die PKV kennt eine Beitragsanpassungsklausel. Wer eingermaßen rechnen kann und die wesentlichen Grundlagen der Kalkulation und die Fakten rund um die Pflegebedürftigkeit (also nicht nur Verteilung auf pflegestufen, sondern auch die Dauer in den jeweiligen Pflegestufen) kennt, der erkennt sehr schnell den optimistischen Ansatz der Versicherer - einige halt noch optimistischer. Die hier angewendete Methode (prozentuale Verteilung auf Pflegestufen für die Gewichtung) ist falsch und führt zu falschen Ergebnissen!
mehr ...
am 26.04.2013 13:02:06 von Robert Uhlmann: Billig muss nicht langfristig billig bleiben

Im Vergleich sieht man die Preisunterschiede wieder mal deutlich. Jedoch sollte man nicht immer die billigsten Anbieter wählen. Lieber auch mal die Bedingungen überprüfen und vergleichen. Und die Preisentwicklung der billigsten Anbieter können sich langfristig auch noch verändern. Man sah es ja bei der Central und anderen Anbietern 2011, als die Beiträge für langjährige Versicherte in verschiedenen Tarifen explodierten.
mehr ...
FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf "zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf" für Beamte und Soldaten (18/8517) vorgelegt, mit dem ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit und Pflegezeit eingeführt werden soll.  » mehr
27.05.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Frauen stellen die Mehrheit der Pflegebedürftigen und sind überwiegend auch als Pflegende eingespannt. Die R+V Versicherung liefert fünf Fakten zum Thema Frauen und Pflege, die Handlungsbedarf aufzeigen.  » mehr
17.05.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Wer heutzutage seine Zukunft regeln möchte, braucht Liquidität, denn die Wahrscheinlichkeit, dass wir pflegebedürftig werden, ist ein Vielfaches höher als zu jung zu sterben. Was es bedeutet für sich und seine Angehörigen vorzusorgen, zeigen einige Beispiele der Expertin...  » mehr
06.05.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hatte darüber zu befinden, ob dem Versicherer gegen den Vertreter ein zeitanteiliger Provisions-Rückforderungsanspruch zusteht, wenn der Vertreter nach Beendigung des Agenturvertrages keine Bestandspflegeleistungen mehr vornimmt.  » mehr
01.05.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Miriam Michelsen (41) hat als Bereichsleiterin zusätzlich die Verantwortung für das Produktmanagement Krankenversicherung bei MLP übernommen. Hintergrund ist die Bündelung der bisherigen Produktmanagements Altersvorsorge und Krankenversicherung.  » mehr
27.04.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Der Kostendruck wird weiter zunehmen. Die Folge: Immer mehr Versicherer steigen aus wenig lukrativen Sparten aus und konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen. Das Resultat: Vielleicht noch sechs Marktteilnehmer werden in Zukunft 80 Prozent der Versicherungsangebote...  » mehr
21.04.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
Award Finanzvertrieb
Vorbilder gesucht! Vorbilder gesucht!

Vertrieb ist nicht alles - doch ohne Vertrieb ist alles nichts. Leider ist in der Vergangenheit viel Vertrauen in die Finanzvertriebe verloren gegangen. Auch 2016 sucht Versicherungsmagazin gemeinsam mit Bankmagazin und Service Value die vorbildlichsten Finanzvertriebe Deutschlands.
VM digital
Das neue E-Magazin von Versicherungsmagazin Das neue E-Magazin von Versicherungsmagazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe. Jetzt informieren und ausprobieren!
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen