18.06.2013

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HUK-Coburg und Signal steigen in die betriebliche Krankenversicherung ein

Die HUK-Coburg wird noch in diesem Jahr in den Markt der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) einsteigen. Das bestätigte Hans Olav Herøy, Vorstand der HUK-Coburg Krankenversicherung, auf einer Veranstaltung des Analysehauses KVpro.de in Berlin. Die Signal Krankenversicherung wird bereits Anfang Juli mit einem bKV-Tarif auf den Markt kommen.

Damit sind nach Schätzungen von Experten rund 17 Krankenversicherer mit bKV-Tarifen vertreten. Derzeit sollen lediglich rund 14 Prozent der Unternehmen in Deutschland ihren Angestellten eine entsprechende Leistung anbieten, wie das Berliner Forsa-Institut im Dezember 2012 ermittelt hat. Das Marktpotenzial ist somit sehr groß. Eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer diagnostiziert der PKV-Verband: Die Mitarbeiter genesen im Idealfall schneller und wissen, wem sie diese Wohltat zu verdanken haben. Die soziale Wohltat soll zudem im Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte helfen.

Privatpatienten-Status möglich
Die Angebote der privaten Krankenversicherer sind aber sehr unterschiedlich. Sie reichen von Vorsorgeleistungen, die die gesetzlichen Kassen nicht zahlen, bis hin zum Privatpatienten-Statuts für alle Mitarbeiter eines Betriebes. So bietet beispielsweise die Debeka über die private Helios-Klinikkette ein Einbettzimmer, Chefarztbehandlung und einen zweijährige stationären Gesundheitsscheck an. Welche Leistungen die HUK-Coburg auf den Markt bringen wird, ist laut Vorstand Herøy noch nicht entschieden.

Ungewöhnlicher Schritt
„Der Schritt ist etwas ungewöhnlich für unser Unternehmen, denn wir sind traditionell nicht im Geschäft mit Betriebsversicherungen zu Hause“, so der HUK-Coburg Vorstand. Umso bedeutender dürfte der Schritt für die Branche sein. So scheint die HUK-Coburg trotz Vertriebshürden an einen Boom des Geschäftes zu glauben. Zudem könnte der Schritt in das neue Marktsegment auch durch die schwierige politische Lage motiviert sein. SPD und Grüne wollen, einen Wahlsieg im Herbst vorausgesetzt, die private Vollversicherung zugunsten einer Bürgerversicherung abschaffen. Noch schneller als die HUK-Coburg kommt im Juli die Signal-Iduna mit einem Angebot auf den Markt. „Wir werden den Betrieben erst einmal einen Vorsorgetarif anbieten“, sagte Achim Boine von der Produktentwicklung der Signal Krankenversicherung.

Gefährlich: bKV-Tarife ohne Alterungsrückstellungen

Problematisch ist nach Einschätzung der Experten, dass viele bkV-Tarife ohne Alterungsrückstellungen kalkuliert und verkauft werden. „Wenn die Mitarbeiter später in Rente gehen und den Tarif selbst ohne Gruppenkonditionen finanzieren müssen, können die Prämie bei Angeboten ohne Alterungsrückstellungen explodieren“, warnte Wiltrud Pekarek, Mitglied der Vorstände der Halleschen Krankenversicherung. Die Hallesche bietet daher Unternehmen und Mitarbeitern immer optional eine Anwartschaft auf Alterungsrückstellungen an. Problematisch ist zudem, dass höherwertige Tarife schnell den Status der Prämien als Sachlohn, der steuer- und sozialabgabenfrei ist, gefährden.

So gilt laut Bundesfinanzhof eine Grenze von 44 Euro pro Mitarbeiter und Monat. Wird diese überschritten, entfallen die Vorteile für den Arbeitgeber komplett. Sehr unterschiedlich ist auch das Mindestkollektiv, ab dem die Versicherer einen bKV-Tarif anbieten und beispielsweise auf die bei privaten Angeboten übliche Gesundheitsprüfung und Wartezeit verzichten. Bei der Barmenia müssen mindestens 20 Personen versichert werden, während der Halleschen schon zehn Mitarbeiter reichen.

Auch die Prämien werden anscheinend sehr unterschiedlich kalkuliert. „Wir schauen uns genau die Branche und die Produkte an, die das Unternehmen kaufen will“, erläuterte Vorständin Pekarek. Produzierende Unternehmen oder Bauunternehmen wären ein deutlich höheres Risiko also beispielsweise IT-Firmen. Für Versicherungsmakler dürfte der Markt daher nicht nur viele Chance mit sich bringen, sondern auch viel Recherchearbeit, um Haftungsfallen zu vermeiden.

Bild: ©Paul-Georg Meister / PIXELIO
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Autor(en): versicherungsmagazin.de
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