22.11.2013

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Vienna-Life haftet für Falschberatung in voller Höhe

Der Lebensversicherer Vienna-Life aus Lichtenstein muss in voller Höhe dafür haften, dass ein Vertrag in Deutschland mit falscher Beratung verkauft wurde. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg/Fürth entschieden (Az.: 8 U 12 54 / 13 vom 28. Oktober 2013). Der Lebensversicherer muss einen Vertrag vollständig zurückabwickeln und dem Kunden die Einmalprämie von 80.000 Euro zurückzahlen.

Nach Meinung des Gerichts handelt es sich bei einer fondsgebundenen Versicherung bei wirtschaftlicher Betrachtung um eine Kapitalanlage. Der Versicherer muss sich daher auch eine fehlerhafte Beratung eines Versicherungsmaklers zurechnen lassen. "Dies hatte der Bundesgerichtshof zuletzt schon für einen ähnlichen Sachverhalt gegen den britischen Versicherer Clerical Medical entschieden", erläuterte Rechtsanwalt István Cocron von der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte aus Berlin.

Totalverlust bei einigen hundert Fondspolicen
Die Vienna-Life hatte in den Jahren 2004 bis 2007 "auf Wunsch eines großen Deutschen Versicherungsmaklers" ermöglicht, die Sparbeiträge von Lebensversicherungsverträgen auch in hedgefondsbasierte Anlagen zu investieren. Die meisten dieser Anlagen waren laut Angaben des Versicherers bankgarantiert und sind heute noch werthaltig. Bei einigen hundert Fondspolicen hat der zugrundeliegende Fonds allerdings einen nahezu totalen Verlust erlitten.

Der Vertrieb dieser Verträge erfolgte ausschließlich über unabhängige Versicherungsmakler in Deutschland und Österreich. Der Versicherer hat angekündigt gegen die Nichtzulassung der Revision Klage beim Bundesgerichtshof zu erheben. Gleichzeitig will der den zuständigen Vermittler verklagen. "Wir haben umfassende Informationen zum entsprechenden Produkt erstellt und gleich an zwei Stellen den Warnhinweis gegeben, dass ein Totalverlust möglich ist", sagte Hannes Fahrnberger, Mitglied der Geschäftsleitung der Vienna-Life. Der Vermittler habe alle Warnhinweise gegenüber dem Kunden negiert und daher falsch beraten.

Das betroffene Produkt
Betroffen vom Nürnberger Urtiel ist das Produkt "British Primes Investments Life One Dynamic". Die Kanzlei BEMK Rechtsanwälte aus Markdorf weist darauf hin, dass für Anleger die Verjährungsfrist gegenüber dem Versicherer aus Lichtstein möglicherweise am 31. Dezember 2013 abläuft. Danach könnten nur noch Vermittler verklagt werden. Die früher federführende EBN Vertriebs-AG Deutschland aus Nördlingen ist aber laut Vienna-Life insolvent. Betroffen von einer möglichen Haftung könnten auch Partner des Pools Jung, DMS & Cie. AG aus Gründwald sein. Seit 2004 hatte der Pool mit der EBN Vertriebs-AG Deutschland kooperiert.

Bild: ©Gerd Altmann/Pixelio.de
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Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
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am 27.11.2013 12:29:53 von Clemens Müller: Abzockerei auch mit Vorsorgegeldern in der Schweiz

Extrem hohe Provisionen für die Vermittlung von 3a Vorsorge Policen bei Versicherungen (etliche tausend CHF für eine einzige Police) haben auch in der Schweiz dazu geführt, dass von sogenannten "Finanzberatern" ganz gezielt und mit raffinierten Methoden Leute in die Falle gelockt werden. Bedenklich vor allem, wie man es auf sehr junge Personen abgesehen hat. Zahlt man die Versicherungen mit bis zu 40 Jahren Laufzeit nicht über die ganze Zeitdauer ein, verliert man extrem viel Geld. Dies ist bei den Versicherungen wohl so mit eingeplant. Und wie viel man dereinst ausbezahlt erhält, steht in den Sternen. Seit 25 Jahren und dem Auftauchen eines grossen deutschen Finanzberaters gibt es das Problem in der Schweiz. Die Politik unternimmt nichts zum Schutz der Bürger.
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