18.03.2014

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Kfz-Versicherung: Für Autokäufer steigen die Prämien

Die Prämien in der Autoversicherung steigen, teilweise um bis zu zehn Prozent. Die neuen Tarife betreffen alle Autofahrer, die ihr Fahrzeug oder im Schadenfall den Versicherer wechseln. Grund für die unterjährigen Prämienanhebungen sind die Unwetterschäden aus dem Jahre 2013. "Das angepeilte Gewinnjahr wurde verhagelt", sagt Marktbeobachter Michael Pickel, Vorstand der E+S Rück aus Hannover. Laut Pickel verursachten Flut und Hagel Schäden in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Folglich fuhr die Autoversicherung 2013 wieder ins Minus. Nach Angaben des Branchenverbandes liegt die Schaden-Kosten-Quote bei 104 Prozent.

Einige Kfz-Versicherer haben ihre Beiträge für das laufende Neugeschäft schon angepasst. Die R+V24 bestätigt, dass die Prämien in den vergangenen Wochen bereits angehoben wurden. "Das gilt aber nur für einzelne Segmente", sagt Sprecher Frank Senger. Einen Durchschnittswert gebe es daher nicht. Offener ist die Adac-Autoversicherung. Die stark nachgefragten Tarife Komfort Vario und Kompakt Vario wurden bereits im Februar um zwei und 2,4 Prozent nach oben angepasst, der leistungsschwache Tarif Eco sogar um satte zehn Prozent. Die Cosmos, die Zurich, die Mannheimer, die Badische und die Huk-Coburg mit ihren Töchter Huk24 und Bruderhilfe sollen neue Tarife auf den Markt bringen.

Kein Kommentar von Zurich und Huk-Coburg
Während die Debeka bestätigt, dass die Prämien zum 1. April in der Vollkaskoversicherung um vier Prozent, in der Teilkasko um rund ein Prozent erhöht und die Kfz-Haftpflichtversicherung unverändert lässt, halten sich die meisten anderen Autoversicherer noch bedeckt. "Zu unserer Preispolitik möchte wir uns derzeit nicht äußern", sagt der Pressesprecher der Huk-Coburg Konzerns, Thomas von Mallinckrodt. Auch die Zurich möchte aus "kartellrechtlichen Gründen" Marktgerüchte nicht kommentieren. Solche Statements lassen tief blicken. Demgegenüber haben Allianz, R+V und LVM seit Anfang des Jahres keine Prämien erhöht und wollen dies in der nächste Zukunft nicht machen. Versicherer, die ihre Prämien aktuell nicht anheben, liegen aber im Preisniveau nicht automatisch besonders günstig. Aufklärung über das Prämienniveau kann nur ein individueller Vergleich geben.

Nicht jeder Kfz-Versicherer ist überall günstig. So gibt beispielsweise die Direct Line zu, dass junge Fahrer bei ihre eher mit höheren Prämien rechnen müssen, während der typische Pendler mit Mittelklassefahrzeug gut abschneiden würde.

Millionen Autowechsler betroffen

Insgesamt zeigt die Preistendenz im Markt auch 2104 nach oben. Zudem gibt es nach wie vor ein deutliches Preisgefälle, wie eine Auswertung des Marktbeobachters Nafi aus Höxter zeigt. So können Autofahrer selbst bei Toptarifen locker mehrere 100 Euro sparen, wenn sie vom teuersten Angebote zu günstigsten wechseln. Wer hingegen nur Basisschutz möchte, hat noch ein viel größere Sparpotenzial.

Eine Nafi-Musterrechnung zeigt, dass der günstigste Tarif um fast 78 Prozent preiswerter sein kann als das teuerste Angebot. Autofahrer können daher bei einem Wechsel des Fahrzeugs Preiserhöhungen durch einen Wechsel des Versicherers ausweichen. Versicherungsmakler sollte sie darauf hinweisen. Immerhin gab es laut dem Kraftfahrtbundesamt im vorigen Jahr rund zehn Millionen Autofahrer, die einen Neu- oder Gebrauchtwagen kauften. Und wer sich im Schadenfall über seinen Kfz-Versicherer ärgert, kann ebenfalls den Anbieter wechseln und fährt damit in der Regel günstiger.
"Schadenfallkündigung durch die Kunden sind in der Autoversicherung noch immer selten", sagt Arno Schubach, von der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwalt Verein (DAV). Das hat gleich mehrere Gründe. "Zum einen wissen viele Kunden nicht, dass sie selbst dann kündigen dürfen, wenn der Versicherer die Schäden in vollem Umfang begleicht", schätzt Schubach. Zum anderen erhielt früher der Versicherer bei einer Schadenfallkündigung die gesamte Jahresprämie. Das gilt nicht mehr. Schubach: "Seit 2008 dürfen die Unternehmen nur noch anteilig, für die Zeit des tatsächlichen Versicherungsschutzes, abrechnen."

Auf Leistung achten
Wer bei Fahrzeugwechsel oder Kündigung zu einem anderen Versicherer umsteigt, sollte aber auch beim neuen Anbieter auf Leistung achten. So sollten grob fahrlässige Fahrfehler mitversichert sein. Bei Neufahrzeugen gilt es, sich möglichst lange eine Neuwertentschädigung zu sichern. Möglich sind bis zu 24 Monate. Wichtig ist zudem für alle Kunden, die eine Stammwerkstatt haben, dass es keinen Werkstattzwang gibt. Und zum guten Schluss sollten Autofahrer auch darauf achten, dass sie eine zusätzliche Fahrer-Schutz-Versicherung (FSV) abschließen. Die FSV ist sehr wichtig. Sie deckt eine gefährliche Lücke: Den selbstverschuldeten Personenschaden des Fahrers. Sie wirkt wie eine Kfz-Haftpflichtversicherung.

Gute Tarife zahlen beispielsweise Verdienstausfall, Rente, den behindertengerechten Umbau des Hauses, Pflegekosten und Schmerzensgeld. Und das alles gibt es für relativ wenig Geld. Der Aufschlag liegt in der Regel bei rund 20 bis 30 Euro pro Jahr. Kleiner Wermutstropfen: Die FSV gibt es immer nur mit der der Autohaftpflicht zusammen. Damit wollen die Versicherer ihre Kunden binden. Denn derzeit gibt es erst rund 30 Unternehmen, die diesen Schutz bieten.

Bildquelle: © Lassedesign/ Fotolia
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Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
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