15.01.2015

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Viele irren: Kein gesetzlicher Schutz bei Hausunfällen

Rund 20 Prozent der Deutschen bauen darauf, dass es bei Unfällen im Haushalt Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung gibt. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Kölner Beratungsunternehme Yougov im Auftrag der Helvetia durchgeführt hat.

Die Annahme der Bevölkerung ist ein verhängnisvoller Irrtum. Die gesetzliche Unfallversicherung leistet nur bei Wegunfällen – also bei Schäden während der Fahrt von und zur Arbeit – sowie bei Unfällen im Betrieb.
Gestritten wird aber vielfach vor den Kadi, wann eine Fahrt noch als Wegunfall gilt. Gefährlich sind Umwege. "Vielen ist unklar, wann der gesetzliche Schutz aufhört und der private notwendig ist", kommentiert Volker Steck, Chef der deutschen Helvetia, die Umfrageergebnisse.

Die meisten Unfälle ereignen sich in der Freizeit und im Haushalt
Auch das Unfallrisiko wird von vielen falsch eingeschätzt. So hat die deutliche Mehrheit der Deutschen Angst vor einem Autounfall. Dabei passieren die meisten Unfälle aber in der Freizeit- und dem Haushalt. Danach folgen Schule und Arbeit. Regelrecht abgeschlagen ist der Straßenverkehr. Jährlich werden rund 8,60 Millionen Menschen bei einem Unfall verletzt. Betroffen war 2012 jeder zehnte Einwohner.

Basis der Daten zu Unfällen – Bagatellschäden sind übrigens nicht mitgezählt - ist eine Auswertung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz. Die Behörde hat die Daten aus verschiedenen Bereichen zusammengetragen. Denn wunderlicherweise gibt es keine einheitliche Erfassung aller Unfälle. Das könnte vielleicht erklären, warum die meisten Deutschen eher irrationale Vorstellung von Unfallrisiken haben. So ist laut Umfrage die Angst vor einem Flugzeugabsturz mit 20 Prozent wesentlich größer als die Sorge vor einem allgemeinen Sportunfall (10 Prozent).

Die private Unfallversicherung: Was leistet sie?
Wissensdefizite gibt es zudem über die private Unfallversicherung. Nicht einmal jeder zweite weiß, wann der private Schutz eine Leistung erbringt. Die Befragung zeigt, dass die Branche noch eine erhebliche Aufklärungsarbeit leisten kann. Das sollte den Vermittlern leicht fallen, denn die private Unfallversicherung findet – trotzt Wissensdefizit - eine hohe Akzeptanz. Jeder Dritte stuft sie laut Umfrage als sehr oder äußerst wichtig ein. Trotzdem will sich kaum ein Kunde neu absichern.

Zusatz-Service wichtig
Möglicherweise muss die Unfallversicherung noch mehr mit zusätzlichem Service kombiniert werden. Mittlerweile bieten viele Unternehmen bereits eine integrierte Rehabilitationshilfe an. Dann werden Unfallverletzte auf Kosten des Versicherers so weit wie möglich in ein selbstständiges Leben begleitet. Sie erhalten individuelle Unterstützung durch einen persönlichen Ansprechpartner, der den gesamten Prozess der Rehabilitation begleitet. Sinnvoll ist die zusätzliche private Hilfe, weil das gesetzliche System der Rehabilitation immer noch nicht optimal funktioniert. Natürlich versprechen sich die Unfallversicherer davon auch, dass die Betroffenen neuen Mut fassen und ihre Invalidität geringer ausfällt oder ganz auskuriert werden kann.
Eine Win-Win-Kombination ist zudem die Absicherung der zeitweiligen Hilfebedürftigkeit von Senioren unterhalb der Invaliditätsschwelle. Beim Alltagshilfe-Schutz kümmern sich vom Versicherer beauftragte professionelle Hilfedienstanbieter um alles.

Vier Workshops für Makler
Neue kreative Ideen aus Praxis zur weiteren Produktgestaltung der Unfallversicherung sucht derzeit die Bayerische Beamten Versicherung. Ab Ende Januar bis Anfang Februar veranstaltet der Versicherer vier Workshops bei denen Versicherungsmakler ihre Vorschläge einbringen können. (Kontakt: Maximilian Buddecke, E-Mail: vsc@diebayerische.de).
Vielleicht gibt es dort auch Anregungen, wie die private Unfallversicherung verständlicher vermittelt werden kann.

Bildquelle: © Allianz
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
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