30.03.2015

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Storno treibt Verwaltungskosten hoch

Der Map-Report "Rating Private Krankenversicherung" (Nr. 872) zeigt einen Langfristvergleich der privaten Krankenversicherer für die Jahre 2002 bis 2013. Insgesamt 17 Kennzahlen aus den Bereichen Bilanzen, Service und Vertrag flossen in die Bewertung ein. Leider zeigten sich aber nicht alle Gesellschaften bei allen Kennzahlen auskunftsfreudig.

Insgesamt konnten neun Versicherer für langjährig hervorragende Leistungen ausgezeichnet werden. Mit dem dreifachen "m" ausgestattet wurden Alte Oldenburger, Barmenia, Concordia, Debeka, Deutscher Ring, Hallesche, Provinzial, R+V und Signal. Ebenso viele Gesellschaften erhielten die zweitbeste Bewertung für sehr gute Leistungen.

Enorme Bandbreite der Kosten des Neugeschäfts
Ein besonderer Blick gilt analog der Lebensversicherung auch in der Krankenversicherung den Kostenquoten. Die Abschlusskostenquote lag in dem Zwölfjahreszeitraum bei den 19 Versicherern, die hierzu Angaben machten, zwischen 61 und 334 Prozent eines mittleren Jahresbeitrags des Neugeschäfts. Mit anderen Worten, die Versicherer gaben zwischen sieben und 40 Monatsbeiträgen aus. Ob die Verweigerer hier noch höhere Kosten aufzuweisen haben, ist nicht bekannt. "Vor allem in den sozialpolitischen Diskussionen werden hohe Abschlusskosten mit dem Vorwurf, die PKV gebe zu viel Geld für Provisionen und Werbung aus, immer wieder angeprangert. Dieses Argument ist nicht zu unterschätzen und bei Umdeckungen zutreffend", so Herausgeber Versicherungsjournal.

Die Verwaltungskostenquote liegt im Marktdurchschnitt bei 2,66 Prozent. Die Bandbreite ist aber auch hier enorm, zwischen knapp über einem und fast acht Prozent bewegt sie sich. Naturgemäß sind hier kleinere Krankenversicherer eher im Nachteil, aber keine Regel bleibt ohne Ausnahme.

Manche Versicherer verlieren viele Neukunden wieder
Ein besonderes Augenmerk verdient die Frühstornoquote in der Vollversicherung. Hier wird der Abgang in den ersten beiden Versicherungsjahren prozentual zum mittleren Neugeschäft gemessen. Auch hier verweigerten viele Gesellschaften entsprechende Zahlen. Bei den 19 Versicherern mit Angaben liegt die Bandbreite zwischen 3,25 und 95,36 Prozent.

Für die Kunden wichtig ist die Nettorendite auf die Kapitalanlagen, vor allem die Alterungsrückstellungen. Hier erwirtschafteten die Krankenversicherer im Marktdurchschnitt 4,63 Prozent über die Jahre 2002 bis 2013. Die Unterschiede zwischen den Gesellschaften fallen nicht ganz so groß aus, doch zwischen dem erfolgreichsten Anleger Debeka mit 5,29 Prozent und demjenigen mit dem schwächsten Anlageerfolg Landeskrankenhilfe mit 3,55 Prozent liegen auch bereits beachtliche 1,7 Prozentpunkte.

Unterschiedliche Kosteneffizienz

Eine Korrelationsanalyse zeigt, dass wie bei Lebensversicherern auch zwischen dem Anlageerfolg und den anderen genannten Kostenquoten kein nennenswerter Zusammenhang besteht.

Annehmen könnte man dagegen, dass Kosten auch aus strategischen Gründen zwischen den beiden wichtigsten Positionen Abschluss- und Verwaltungskosten verteilt werden, zum Beispiel aus wettbewerblichen Gründen. Tatsächlich legt die Analyse nahe, dass Krankenversicherer mit leichter Tendenz entweder sowohl bei Abschluss als auch in der Verwaltung hohe oder umgekehrt niedrige Kosten aufweisen. Mit anderen Worten sind die Versicherer sehr unterschiedlich kosteneffizient aufgestellt.

Umdeckungen treiben alle Kosten hoch
Eine deutlich signifikant positive Korrelation gibt es zwischen den Verwaltungskosten und der Frühstornoquote, leicht positiv auch zwischen Abschlusskosten- und Frühstornoquote. Das heißt, dass Frühstornierungen zu erhöhtem Aufwand in beiden Kostenarten führen und damit nicht im Interesse der betroffenen Versicherer sein können. Das Umdeckungsgeschäft ist damit kostentreibend und schadet letztlich allen Kunden. Das belegt, dass das Ziel des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes von 2007, die Mobilität der Privatversicherten zwischen den Versicherern zu erhöhen, nur mit einem Kostenanstieg zulasten aller Versicherten umsetzbar ist.









Bildquelle: © n-media images/Fotolia.com
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Matthias Beenken
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
"Wenn ich im Zug weiter vorne sitzen möchte, muss ich eben mehr bezahlen. Die Züge kommen aber alle gleich an." Thomas Stritzl, Mitglied des Deutschen Bundestages und unter anderem Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, bebilderte so die Patientensituation im...  » mehr
24.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
"Die SPD träumt immer noch von der Bürgerversicherung. Ich sage Ihnen aber voraus, dass diese nie kommen wird. Ich glaube aber auch nicht, dass die PKV die GKV ersetzen kann", so die klare Aussage von CDU-Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Patienten- und Pflegebeauftragter der...  » mehr
23.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Erstmals hat der Map-Report ein Rating zu fondsgebundenen Rentenversicherungen (FRV) erstellt. Besser gesagt, den Versuch eines Ratings. Denn von 91 angeschriebenen Versicherern, haben sich nur sieben an der Befragung beteiligt. Neu ist außerdem, dass die Map-Report-Redaktion...  » mehr
18.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Seit 2012 gibt es im deutschen Berufshaftpflichtversicherungsmarkt der Kammerberufe mit Markel einen Anbieter, der mit innovativen Versicherungsbedingungen und günstigen Beiträgen der etablierten Konkurrenz das Leben schwer machen möchte. Stephanie Rickinger (Bild), Senior...  » mehr
16.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Euroforum-Konferenz: PKV aktuell VERANSTALTUNG
ähnliche Treffer
Die konsequente Digitalisierung aller Unternehmensbereiche gehört zu den wesentlichen Maßnahmen für Wachstums- und Effizienzsteigerung in der PKV. Einige Unternehmen entwickeln bereits Telematik-Tarife, die auf sogenannten Wearables basieren und Daten über Smartphone...  » mehr
10.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Die richtigen Zahlen zu haben und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, sind das A und O der Versicherungsbranche und entscheiden über Erfolg oder Untergang. Mit seinem "Zahlenportal" stellt der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) seit 2015 der...  » mehr
01.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
Bestandsverkauf
Nur für Verkäufer: Wie professionelle Nachfolgeplanung funktioniert Nur für Verkäufer: Wie professionelle Nachfolgeplanung funktioniert

Tagesseminar für Versicherungsmakler, die ihr Unternehmen demnächst veräußern wollen. Es werden nur Verkäufer, keine Käufer zugelassen.
28. September 2016 in Eschborn
VM digital
Versicherungsmagazin als E-Magazin Versicherungsmagazin als E-Magazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe.
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen