16.07.2015

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Deutsche Rentenversicherung: Riestern lohnt sich

Nun ist es fast amtlich. Riestern lohnt. Wer durchschnittlich alt wird, bekommt mehr Riester-Rente ausgezahlt, als er an Beiträgen eingezahlt hat. „Riestern lohnt sich nach wie vor auch für kleinere Einkommen“, so Christian Rieckhoff von der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) bei der Vorstellung einer eigenen Studie in Berlin.

Die Untersuchung „Bringt´s noch was?“ wurde für Verbraucher erstellt, weil eine zusätzliche Altersvorsorge nach Meinung der DRV wegen des künftigen Absinkens des Rentenniveaus unerlässlich sei. Rieckhoff trat mit seiner Veröffentlichung zudem energisch Aussagen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) entgegen. Das DIW hatte jüngst behauptet, dass sich die staatlich geförderte Riester-Rente nur für Besserverdienende lohne.
Rieckhoff warf dem DIW vor, die Rentenphase nicht berücksichtigt zu haben. „Bezieher höherer Einkommen müssen einen höheren Teil der Förderung über die Steuer zurückzahlen als Bezieher niedriger Einkommen“, so Rieckhoff.

Voller Vergleich der Ein- und Auszahlungen

Die DRV hat in einer aufwändigen Studie den vollständigen Zyklus einer Riester-Rente ermittelt. Verglichen wurden die Veränderung des Nettoeinkommens bei der Einzahlung und Auszahlung des Sparers. Hier zeigt sich nun, dass Bezieher kleinerer Einkommen und Familien mit vielen Kindern überproportional von der Riester-Rente profitieren. So kann ein Vater mit drei Kindern, der lediglich ein Viertel des Durchschnittsverdienstes erzielt, eine Rendite von 7,5 Prozent erzielen. Mit einem Kind sind es noch 5,9 Prozent. Schon der Durchschnittsverdiener kommt hingegen bei drei Kindern nur auf 3,4 Prozent und bei einem Kind nur auf 2,8 Prozent Netto-Rendite. Die staatlichen Zulagen wirken sich also besonders stark für die Bezieher kleinere Einkommen aus.

Grundsicherung bedroht weiterhin Kleinsparer

Die Riester-Rente hat aber einen Konstruktionsmangel. So müssen Menschen mit kleinem Einkommen fürchten, im Alter nicht von ihrer Riester-Rente zu profitieren, wenn sie Grundsicherung beziehen und die Einnahmen verrechnet werden. Trotzdem rät Rentenexperte Rieckhoff nicht auf eine Riester-Rente zu verzichten. So könne das Einkommen heutiger Geringverdiener in der Zukunft steigen oder für die Grundsicherung neues Recht gelten.

Lebenserwartung „konservativ“ angesetzt
Die im Beispiel angegebenen Renditen werden nur erzielt, wenn die Versicherer zur Garantieverzinsung von 1,25 Prozent eine zusätzliche Rendite von zwei Prozent erwirtschaften würden. Derzeit sei das noch möglich, denn die private Versicherungswirtschaft würde im Schnitt Renditen zwischen 3,1 und 3,4 Prozent erzielen.

Während die DRV-Wissenschaftler für ihre Modellrechnung die günstigen Kosten eines Direktversicherers zugrunde gelegt haben, wurde an anderer Stelle sehr „konservativ“ gerechnet. So nutzten die DRV-Wissenschaftler die allgemeine Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes. Daher hat ein 1995 geborener Mann, der ab 2015 eine Riester-Rente bis zum Alter 67 anspart, noch eine „Restlebenserwartung“ von 21,5 Jahren und wird so fast 89 Jahre. Die privaten Versicherer unterstellen aber bereits eine um zehn Jahre längere Lebenserwartung.

Beispiel nach konservativer DVR-Berechnung
Wie entscheidend die Lebenserwartung die Rendite beeinflusst kann man selbst in der DRV-Studie nachlesen. So lebt eine 1955 geborene Frau auch nach der „konservativen“ DVR-Berechnung mehr als drei Jahre länger als ein im selben Jahr geborener Mann. Damit erzielt sie bei durchschnittlichem Einkommen eine Riester-Netto-Rendite von 3,1 Prozent, wenn sie ein Kind hat. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als der vergleichbare Mann erreicht.

Bildquelle: © doc rabe media / fotolia
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Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

am 17.07.2015 11:59:29 von Steffen Wildt: Im Durchschnitt war der See nur 1 Meter tief...

... und trotzdem ist die Kuh ersoffen. Was für ein banaler Artikel! Wie immer im Leben und besonders in der Versicherungsbranche lohnt genaues Hinschauen. Und bei Riester heißt das eben auch: Für den Einen sinnvoll, für den Anderen nicht. Im Artikel selbst wird ja schon ein erstes Problem genannt - die Anrechnung der Grundsicherung, auch wenn diese künftig gekippt werden sollte. Und dem Thema Kosten kommt man damit auch nicht näher. Da nützt die Renditebetrachtung wenig. Wer deutlich mehr abgezogen bekommt für Vertriebskosten und Verwaltung als die Zulage überhaupt ausmacht sollte zweimal nachdenken, ob er so etwas abschließt.
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