21.07.2015

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Zinsen im Keller: Versicherungskunden sind verunsichert

Mehr Geld zurücklegen, um im Alter ein ausreichendes Einkommen zu haben? Oder lieber doch in Aktien investieren, um später nicht jeden Cent umdrehen zu müssen? Viele Kunden machen sich Sorgen um Ihre Zukunft und verändern ihr Anlageverhalten. Das spüren auch die Versicherer.

Für Dr. Immo Dehnert von der Wüstenrot & Württembergische haben die anhaltenden Niedrigstzinsen mittlerweile Auswirkungen auf die Bereitschaft der Bevölkerung, private Altersvorsorge zu betreiben. Umfragen würden große Verunsicherung und zunehmende Zweifel am etablierten Vorsorgegedanken bestätigen.
Das mache sich im Vertrieb von Lebensversicherungen bemerkbar. Hier sei eine ausführliche und seriöse Beratung wichtiger denn je.

„Die Euro-Krise hat die Finanzwelt weltweit beeinflusst“, beklagt Karin Benning von der HUK-Coburg. Sie habe einen Vertrauensverlust der Anleger in Banken und Versicherungsunternehmen gebracht. Letztlich habe das auch zu einem veränderten Anlageverhalten geführt.

Eine langfristige Garantie
Gleichzeitig seien die Menschen, gerade in unsicheren Zeiten, auf der Suche nach einem sicheren Hafen für ihr Geld. Allerdings wüssten die Kunden des Unternehmens, dass die Lebensversicherung – als einziges Altersvorsorgeprodukt – eine Garantie über einen sehr langen Zeitraum biete, unabhängig vom jeweiligen Verlauf der Kapitalmärkte.

„Natürlich ist die Niedrigzinsphase generell nicht positiv für die Bevölkerung, den Außendienst und die Versicherungswirtschaft“, betont Bernd Goletz von der Continentale. An der Versorgungslücke der Kunden im Alter ändere sich aber durch die niedrigen Zinsen nichts.
Zum Schließen dieser Lücke sei die Lebensversicherung hervorragend geeignet. Echte alternative Vorsorgeformen, die diese Lücke auch unter biometrischen Gesichtspunkten schließen, gebe es nämlich nicht.

Nach den Worten von Dr. Karsten Eichner von der R+V Versicherung sind die Bürger derzeit verunsichert, da die niedrigen Zinsen Auswirkungen auf ihre geplante Alters-versorgung haben. Die grundsätzliche Bereitschaft, etwas für das Alter zu tun, sei aber gegeben. Hier gelte es, mit den richtigen Produkten den Kunden aufzuzeigen, dass auch höhere Verzinsungen möglich seien.

Lücken müssen gefüllt werden

„Natürlich spüren die Vermittler Marktveränderungen und –tendenzen“, sagt eine Sprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Die zu erwartenden Renditen von klassischen Rentenversicherungen würden sinken. Und diese Lücke müsse von den künftigen Rentnern mit anderen Einkommensarten überbrückt werden.

Wer jetzt für die Altersvorsorge spart, muss nach Aussage von Katrin Wahl von der Allianz Deutschland angesichts niedriger Zinsen entweder mehr Geld zurücklegen, um im Alter über ein ausreichendes Einkommen zu verfügen, oder chancenorientierter beispielsweise in Aktien vorsorgen. Ausschließlich sicherheitsorientierte Anlagen wie etwa deutsche Staatsanleihen hätten fast die Nulllinie erreicht. Für sie gebe es praktisch keine Zinsen mehr.

Bis dreimal so viel zurücklegen
Auch bei herkömmlichen, sicheren Anlageformen wie Sparbriefen, Festgeld, Tagesgeld oder Sparbuch müssten die Altersvorsorgesparer heute bis zu dreimal so viel Geld zurücklegen wie noch vor 20 Jahren, um am Ende gleich viel Geld zu haben.

Bildquelle: © ioannis kounadeas / fotolia.com
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Autor(en): Oskar M. Metzger
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

am 21.07.2015 06:22:56 von H. Braun: VR sind realitätsfern

Die VR sollten sich lieber einmal ganz einfache Fragen stellen:
Wie kann man denn überhaupt von Garantieen sprechen, solange es den VAG §89 gibt?
Welcher Kunde kann denn bis 3 mal soviel zurücklegen wie bisher? Welcher Vermittler kann sich denn eine LV Beratung bei ratierlicher Auszahlung (vordiskontiert ist aus steuerlicher und wg. der Stornogefahr absoluter Schwachsinn) aus betriebswirtschaftlicher Sicht noch leisten?
Deshalb wird die Lebensversicherung genau wie die Krankenvollversicherung zum Nischenprodukt.
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am 21.07.2015 09:57:04 von Jan Susai: Es gibt nur eine Institiution welche das Langlebigkeitsrisiko decken darf

Kommentar zu: VR sind realitätsfern

Die VR sollten sich lieber einmal ganz einfache Fragen stellen:
Wie kann man denn überhaupt von Garantieen sprechen, solange es den VAG §89 gibt?
Welcher Kunde kann denn bis 3 mal soviel zurücklegen wie bisher? Welcher Vermittler kann sich denn eine LV Beratung bei ratierlicher Auszahlung...
Die Lebensversicherung ist zurecht die einzige Branche welche eine lebenslanges Leistungs- und Zinsversprechen abgeben darf. Leider haben es die Vorstände versäumt dies im Vertrieb in den Vordergrund zu stellen. Ein Renditewettrennen mit klassischen Anlageprodukten bei den der Kunde das Kapitalanlagerisiko trägt war niemals zu gewinnen weder bei Hochzins- noch bei Niedrigzinsphasen. Es müssen ja ganz andere Sicherheiten gebildet werden.

Wer hier den §89 VAG zitiert sollte Ihn erst einmal genau lesen. So greift vorher ein 7-Stufiges Verfahren wie Überschussabsenkung, RFB-Zuführungsänderungen, Protector etc. bevor überhaupt eine Garantieleistung gekürzt werden darf und dann auch erst einmal um max. 5 %. Insofern bestehen schon Garantien die mit keinem anderem Produkt vergleichbar sind und eine USP der Versicherungswesens darstellen.

Außerdem gilt immer noch Versicherung funktioniert nur im Kollektiv und unterliegt dem Solidaritätsprinzip "Einer für Alle, Alle für Einen". Des Weiteren schlägt kollektives Sparen individuelles Sparen immer wenn man das persönliche Langlebigkeitsrisiko und die dafür benötigten Mehrzinsen-/ Sparbeiträge mit einkalkuliert.
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am 22.07.2015 09:15:49 von Harald Vogl: Vollkommen richtig erfasst! Doch es gibt Lösungen...

Kommentar zu: VR sind realitätsfern

Die VR sollten sich lieber einmal ganz einfache Fragen stellen:
Wie kann man denn überhaupt von Garantieen sprechen, solange es den VAG §89 gibt?
Welcher Kunde kann denn bis 3 mal soviel zurücklegen wie bisher? Welcher Vermittler kann sich denn eine LV Beratung bei ratierlicher Auszahlung...
Ich kann Herrn Braun nur zustimmen. Die Lebensversicherer werden noch viel massivere Probleme aufgrund der Niedrigzinspolitik bekommen als diese jetzt eh schon haben.
Nur was soll der Vermittler den jetzt tun? Nichts wäre sicherlich die falsche Wahl!
Retten Sie lieber das Kapital Ihrer Kunden z. B. mit LV-FLIP. Das ist der 1. Policen-Veredler mit KWG Zulassung... siehe unter www.lv-flip.de
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am 31.08.2015 11:55:53 von Matthias Wühle: Der §89VAG ist die Garantie

Kommentar zu: Vollkommen richtig erfasst! Doch es gibt Lösungen...

Ich kann Herrn Braun nur zustimmen. Die Lebensversicherer werden noch viel massivere Probleme aufgrund der Niedrigzinspolitik bekommen als diese jetzt eh schon haben.
Nur was soll der Vermittler den jetzt tun? Nichts wäre sicherlich die falsche Wahl!
Retten Sie lieber das Kapital Ihrer Kunden z....
Der §89 VAG ist ja gerade ein Teil der Garantie. Warum sollte also ausgerechnet dieser eine Paragraph die Sicherheit der Lebensversicherung beeinträchtigen? http://www.versicherungsbote.de/id/4817415/Lebensversicherung-VAG-BaFin-Solvency-II-Paragraph-89/
mehr ...
am 04.05.2016 15:59:33 von Yuri Iltis: Moräne

Kommentar zu: Es gibt nur eine Institiution welche das Langlebigkeitsrisiko decken darf

Die Lebensversicherung ist zurecht die einzige Branche welche eine lebenslanges Leistungs- und Zinsversprechen abgeben darf. Leider haben es die Vorstände versäumt dies im Vertrieb in den Vordergrund zu stellen. Ein Renditewettrennen mit klassischen Anlageprodukten bei den der Kunde das...
Lieber Herr Susai, meinen Sie wirklich das was Sie schreiben? Oder Schreiben Sie das was Sie im Studium gelernt haben? Ihr Text ergibt keinen Sinn. Sie sollten daher ein bisschen ausholen.
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