29.07.2015

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Versicherer räumen Schwachstellen in IT-Infrastruktur ein

Fast jeder dritte Versicherer räumt ein, dass sowohl die eigene IT-Infrastruktur als auch die Applikationsentwicklung im Marktvergleich schlecht dastehen. Das sind Ergebnisse der Studie „Industrialisierung der Assekuranz in einer digitalen Welt“, für die der Softwarehersteller Adcubum und das Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen mehr als 100 Versicherer in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt haben.

Angesichts des hohen Selbstbewusstseins in der Branche sei diese Zahl brisant, glauben die Studienmacher. Immerhin beurteile ein Großteil der Versicherer die eigene Wettbewerbsstärke als sehr positiv.
Nahezu zwei von drei Assekuranzen hätten bei der Studie angegeben, in neun von zehn Wertschöpfungsprozessen mindestens so gut wie der Markt zu sein. Besonders selbstbewusst seien die Versicherer in puncto Schadenmanagement, Asset Management und Kundenservice: Hier sähen sich 60 Prozent der Unternehmen oder mehr im Vorteil gegenüber dem Wettbewerb.

IT-Schwächen trotz hoher Investitionen in jüngster Vergangenheit
Schwächen würden die Versicherer nahezu ausschließlich in der Informationstechnologie (IT) erkennen. So hielten 31 Prozent der Unternehmen ihre eigene IT-Infrastruktur im Marktvergleich für schlechter, und 28 Prozent der Befragten ihre Applikationsentwicklung. „Dies erstaunt vor dem Hintergrund des hohen Investitionsvolumens in die IT in den vergangenen Jahren“, sagt Michael Süß, Geschäftsführer der Adcubum Deutschland GmbH.

Es gibt mehrere Erklärungsansätze für dieses Phänomen, sind die Studienverfasser überzeugt. Zum einen sei das Entwicklungstempo in der IT deutlich höher als in anderen Prozessbereichen. Süß: „Wir empfehlen deshalb, die IT-Infrastruktur und -Entwicklung auszulagern. Dies ist eine Möglichkeit, um externes Expertenwissen, Zugang zu neuen Technologien und mehr Flexibilität zu erlangen.“ Denn die Weiterentwicklung eigener Lösungen binde viele Ressourcen und sei nicht Kernkompetenz eines Versicherungsunternehmens.

Branchenfremde witterten ihre Chance
Zum anderen hätten sich die Bedürfnisse der Kunden und ihr Verhalten beim Übergang in die digitale Welt verändert. Der grund: Erstmals hätten Kunden ihre Versicherer zumindest im Bereich der mobilen Kommunikation überholt. Der mögliche Verlust des Kundenzugangs sorge für Unruhe. Branchenfremde Konkurrenten witterten hier eine Chance, sich in die Wertschöpfungskette der Versicherer zu drängen.

Gegenseitige Vertrauen zwischen den Partnern erhöhen
Dritte mögliche Erklärung ist Süß zufolge der Kontrollverlust. Denn viele IT-Prozesse würden bereits heute von externen Dienstleistern betrieben. Die daraus entstehenden, vermeintlichen Abhängigkeiten vom Provider könnten die Versicherer hinsichtlich ihrer eigenen Leistungsfähigkeit verunsichern. „Um besser mit dieser Situation umgehen zu können, müssen stetig Informationen vom Provider an die Versicherungsgesellschaft fließen. Das kann das gegenseitige Vertrauen zwischen den Wertschöpfungspartnern erhöhen“, sagt der Geschäftsführer des Schweizer Herstellers für Standardsoftware.

Textquelle: Adcubum-Gruppe; Bildquelle: © pitels / fotolia
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): versicherungsmagazin.de
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