07.08.2015

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Betriebliche Altersversorgung belastet viele Unternehmen und Branchen

Die dauerhafte Niedrigzinsphase beeinflusst zunehmend auch die betriebliche Altersversorgung (bAV). Eine Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der mehr als 9.000 Unternehmensantworten zugrunde liegen, zeigt, wie heikel das Thema für die Zukunftsfähigkeit vieler Firmen ist.

Um Pensionsleistungen in Zukunft finanzieren zu können, müssen Betriebe einen Vermögensbestand aufbauen, um die Belastung über die Jahre aufzuteilen. Jedes dritte Unternehmen in Deutschland bildet Pensionsrückstellungen für seine Angestellten und leidet darunter, dass diese kaum Rendite erwirtschaften.Dadurch ist eine Aufstockung durch Geld aus dem Kerngeschäft ein Muss. Insgesamt reduziert jeder zehnte Betrieb aufgrund dieser Kostensteigerung seine Investitionspläne.

Nicht nur Großunternehmen sind betroffen
Bei Großunternehmen und dem größeren Mittelstand sind bAV-Leistungen besonders verbreitet: 71 Prozent der befragten Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten müssen ihre Vorsorge erhöhen, ebenso wie 58 Prozent der Unternehmen mit 200 bis 1.000 Mitarbeitern. Aber auch bei kleineren Unternehmensgrößen mit 20 bis 200
Angestellten muss immer noch praktisch jedes dritte Haus (31 Prozent) mehr Kapital für seine Rückstellungen in die Hand nehmen – der Anteil ist hier genauso hoch wie in der Gesamtwirtschaft. Und selbst bei kleinen und
Kleinstunternehmen, die weniger als 20 Beschäftigte haben, ist immer noch jedes fünfte Unternehmen betroffen.

Steuern erschüttern Gewinne
Zusätzlich erhöhen sich die steuerlichen Kosten, da der steuerliche Rechnungszins auf sechs Prozent festgelegt ist, jedoch die aufgestockten Rückstellungen nicht berücksichtigt, sondern als Gewinn verrechnet werden. Dies
verstößt nach Ansicht des DIHK gegen das Netto-Prinzip des deutschen Steuerrechts, welches besagt, dass der Steuerpflichtige Aufwendungen, die er zur Erzielung von Einnahmen aufwendet, von diesen abziehen darf. Denn nur das verbleibende Nettoeinkommen sei als Gewinn zu verstehen. Auf eine kleine Anfrage der Grünen erwiderte die Bundesregierung, dass man die Auswirkungen auf die Unternehmen prüfe. Mögliche Änderungen für den Jahresabschluss seien denkbar. 82 Prozent aller Branchen investieren wegen zu hoher Steuerbelastungen weniger.

Notfallplan bei Insolvenz
Laut dem Bundesministerium der Finanzen sind lediglich zum Bilanzstichtag festgeschriebene Pensionsleistungen zugelassen, die eindeutige Angaben zu Art, Form, Voraussetzungen und Höhe der in Aussicht gestellten künftigen Leistungen enthalten (§ 6a Absatz 1 Nummer 3 EStG). Sollte es zur Insolvenz kommen, springt der Pensions-Sicherungs-Verein ein. Er wurde gegründet, um die betriebliche Altersversorgung im Falle einer Insolvenz abzusichern.

Quelle: Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Bundesministerium der Finanzen

Bildquelle: © Argonavt / iStock

Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): versicherungsmagazin.de
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
Schlecht informiert, schlecht vorbereitet, schlecht unterstützt - viele deutsche Arbeitnehmer steuern im Blindflug auf ihren Ruhestand zu, wie eine aktuelle Studie zeigt.  » mehr
24.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Das "Buzzword" Digitalisierung beschäftigt weiter die Branche. Und das zu Recht, denn in Teilen arbeitet sie immer noch nach Organisationsprinzipien der letzten beiden Jahrhunderte.  » mehr
22.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
"Das klassische Fondsgeschäft ist quasi beschwerdefrei", lautet die Einschätzung von Fondsombudsmann Dr. h.c. Gerd Nobbe. Ein bisschen Kritik äußerte der Sachverständige aber auch in seinem Tätigkeitsbericht für 2015.  » mehr
22.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Eine längere Lebensarbeitszeit darf in der Diskussion um die Altersvorsorge "nicht tabuisiert" werden. Das ist das Fazit einer umfassenden Analyse des Rentensystems und seiner Belastungen durch die Deutsche Bundesbank (Monatsbericht August 2016).  » mehr
18.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Zwei Jahre nach Inkrafttreten einiger Artikel des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) ziehen Makler eine nüchterne Bilanz über die Gesetzesauswirkungen auf die private Altersvorsorge. Das ist die Kernbotschaft der Online-Maklerbefragung "Vermittler-Puls 2016", die die...  » mehr
17.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Immer mehr Bürger in Deutschland sehen ihrer finanziellen Absicherung im Ruhestand deutlich weniger zuversichtlich entgegen, als dies noch vor einiger Zeit der Fall war. Das geht aus der repräsentativen Studie hervor.  » mehr
12.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
Bestandsverkauf
Nur für Verkäufer: Wie professionelle Nachfolgeplanung funktioniert Nur für Verkäufer: Wie professionelle Nachfolgeplanung funktioniert

Tagesseminar für Versicherungsmakler, die ihr Unternehmen demnächst veräußern wollen. Es werden nur Verkäufer, keine Käufer zugelassen.
28. September 2016 in Eschborn
VM digital
Versicherungsmagazin als E-Magazin Versicherungsmagazin als E-Magazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe.
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen