13.08.2015

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Senioren-Tipps vom Bund der Versicherten: Seriöser Ratgeber

"Gut versichert ... auch im Alter", ist ein empfehlenswerter Ratgeber. In einfacher Sprache werden die wichtigsten Policen für Senioren dargestellt. Die große Überraschung: Die neu aufgelegte Broschüre des Bund der Versicherten (BdV) ist fast vollkommen frei von kämpferischen Vorwürfen gegen die Vorsorgebranche.

Dabei muss man nach dem Vorwort von BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein, eigentlich mit dem Gegenteil rechnen. So schreibt er: "Immer wenn eine Bevölkerungsgruppe Geld hat, sind auch die Vermittler und Vertreter der Versicherungsunternehmen nicht weit. Auch wenn es manchmal so scheint, als wären die Versicherer selbstlos: Sie verschenken nichts. Versicherer wollen Geld verdienen, mit dem Geld der Kunden. Deshalb ist auch bei Versicherungen Wachsamkeit geboten."

Private Rentenversicherung sachlich
Mit dieser Einleitung lässt es der BdV-Chef dann bewenden. Der Hinweis, dass eine Reisegepäckversicherung unsinnig sei, weil man nur dann Schadenersatz erhält, wenn man mit dem Koffer zwischen den Beinen läuft, ist als witzige Einlage durchaus akzeptabel. Denn selbst die Altersvorsorge wird sachlich abgehandelt - fast jedenfalls. So behauptet der BdV, dass es bei Banksparpläne eine "solide" Rendite gebe. Hier blendet das Heft anscheinend die aktuelle Niedrigzinspolitik noch aus.

Immerhin: Sofortrenten schneiden im Vergleich gar nicht so schlecht ab. Zitat: "Die Police bietet Ihnen bei dieser Privatrente eine lebenslange Auszahlung an. Sie müssen sich daher keine Gedanken machen, wie lange die Zahlungen sein sollen." Sachlich ist zudem der Hinweis, dass die Versicherer das Langlebigkeitsrisiko einkalkulieren und Kunden verschiedene Angebote vergleich sollten. Allein bei der Sterbegeldversicherung meint der BdV, dass sich ein solcher Abschluss nur "rentiert", wenn der Versicherte wenige Jahre nach dem Abschluss stirbt. Tatsächlich geht es aber hier den Kunden meist darum, ihren Kindern am Ende ihres Lebens keine Belastung zu sein. Und natürlich braucht niemand, der sich Sparen leisten kann, eine solche Police.

Hochwertige Tipps für Senioren
Dabei verweist der BdV im Zusammenhang mit der privaten Pflegeversicherung auf den Wert zusätzlicher Assistance-Leistungen. Lediglich einen kleinen Lapsus leisten sich die Verbraucherschützer bei den Hilfsangeboten der Assekuranz im Rahmen der Unfallversicherung. Es ist nicht richtig, dass solche Leistungen, wie Hausrotruf, Essen auf Räder oder Fahrdienste zur Ärzten und Behörden im "Normalfall" nur organisiert werden. Tatsächlich werden diese Leistungen längst überwiegend bezahlt.

An vielen anderen Stellen gibt es hingegen wichtige und interessante Tipps für Senioren. Etwa der Vorschlag, zu prüfen, ob im Haushalt lebende Rentner über die private Haftpflicht (PHV) der Kinder versichert werden können. Allein bei der Versicherungssumme einer Solo-Senioren-PHV greift der BdV mit fünf Millionen Euro, betrachtet man den Markt, etwas zu niedrig.

Gut ist hingegen der Rat, bei ehrenamtlicher Tätigkeit den aktuellen PHV-Vertrag zu erweitern. Und natürlich sollten Rentner, die länger ins Ausland fahren, immer prüfen, ob ihr Schutz zeitlich reicht. Empfohlen werden Krankenzusatzversicherungen und die Pflegetagegeldversicherung. Auch an dieser Stelle hat der BdV ein kleines Problem. So heißt es: "Die Die Beiträge dafür sind oft viel zu hoch." Das dass genauso gut für die Pflegetagegeldversicherung zutreffen könnte, wird dann unverständlich mit der Aussage: "das Kostenrisiko ist nicht abgesichert" erläutert.

Zur Weiterverbreitung empfohlen

Auf weiten Strecken bleibt der Ratgeber aber eine Fundgrube für gute Senioren-Tipps. So kann man dem BdV nur zustimmen, wenn er älteren Menschen rät, nur eine Unfallversicherung zu wählen, bei dem der Mitwirkungsgrad mehr als 50 Prozent beträgt. Zudem werden viele Versicherungen sehr einfach und klar beschrieben. Das gilt etwa für die zusätzliche Elementarschadenversicherung. Hier macht der BdV sehr deutlich darauf aufmerksam, dass es sie für die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung gibt. Zudem werde der Extra-Naturschutz die Prämien der Basispolicen kaum wesentlich erhöhen.

Fazit: Der BdV-Ratgeber für Senioren ist durchaus geeignet, an Kunden weitergereicht zu werden. Wichtige Tipps können für den individuellen Kunden hervorgehoben werden. Der Ratgeber kann kostenlos aus dem Internet geladen werden. (www.bundderversicherten.de/Broschueren).

Bildquelle: © Oliver Berg /dpa

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Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

am 13.08.2015 13:21:29 von Hubert Gierhartz: Herr Kleinleon ist nicht weit

Immer wenn eine Bevölkerungsgruppe Geld hat, sind auch die Vermittler und Vertreter nicht weit. Deshalb gibt der Versicherungsvermittler Kleinlein auch gute Ratschläge,damit er fleißig Versicherungen verkaufen kann.
mehr ...
am 14.08.2015 09:36:57 von Nils Fischer: Ratgeber für Senioren

Kommentar zu: Herr Kleinleon ist nicht weit

Immer wenn eine Bevölkerungsgruppe Geld hat, sind auch die Vermittler und Vertreter nicht weit. Deshalb gibt der Versicherungsvermittler Kleinlein auch gute Ratschläge,damit er fleißig Versicherungen verkaufen kann.
Schöne Geschichte ! Auch Senioren haben Anspruch auf Information und Beratung. Sehr lange hat die Versicherungsbranche die Zielgruppe ab 50 Jahren gedanklich "beerdigt". Und die ewigen Stänkerer, die permanent jedem Versicherungsverkäufer üble Absichten unterstellen, sollten einmal grundsätzlich ihre eigenen Gedanken gründlich in Ordnung bringen. Punkt.
mehr ...
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