01.09.2015

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Elementarschäden: Bin ich versichert oder nicht?

Der Klimawandel ist für die meisten Deutschen schon Realität: 97,2 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gaben bereits im Sommer 2014 an, ein extremes Wetterereignis erlebt zu haben. 40,8 Prozent der Befragten haben durch extremes Wetter bereits selbst einen Schaden erlitten. Allerdings zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Haushalte an ihre Versicherungen und den tatsächlich zu erwartenden Leistungen der Assekuranz, wenn ein Schadensfall eintritt.

Etwa ein Viertel der Haushalte erwartet, dass sie der Staat im Hochwasserfall finanziell unterstützt. Hierfür gibt es allerdings keine rechtlich bindende Grundlage. Den Betroffenen bleibt also oftmals nur der Schutz durch eine privat abgeschlossene Versicherung. Im Schadensfall erwarten mehr als 70 Prozent der Befragten, dass ihre Versicherung sie finanziell unterstützt.

Versicherungsschutz häufig überschätzt

Von den befragten Wohnungseigentümern gaben 61,9 Prozent an, eine Wohngebäudeversicherung mit Elementarschadendeckung abgeschlossen zu haben. Etwa ein Viertel erklärte, eine einfache Police ohne diesen Schutz zu besitzen und 3,5 Prozent haben gar keine Wohngebäudeversicherung. 9,5 Prozent der befragten Wohnungseigentümer waren sich nicht sicher, ob ihre Police eine Elementarschadendeckung beinhaltet. Verglichen mit Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist der Anteil der Haushalte, die einen Elementarschadenschutz angeben, erstaunlich hoch. Deutschlandweit liegt der Anteil der Haushalte die tatsächlich über eine Elementarschadenversicherung verfügen nur bei etwa 34 Prozent.

Bei der Hausratversicherung ist die Situation ähnlich: 44,4 Prozent der Befragten gaben an, über eine Hausratversicherung mit Elementarschadendeckung zu verfügen. Laut GDV trifft dies für lediglich 20 Prozent aller Haushalte zu.

Schadensereignisse werden sich steigern
Dreiviertel der Umfrageteilnehmer erwarten eine Zunahme von Schäden durch Überschwemmungen in Deutschland. Auch bei den anderen Wettereignissen (Hitzewellen, Hagel, Stürme) erwartet jeweils mehr als die Hälfte der vom ZEW befragten Haushalte eine Zunahme der Schäden im Vergleich zur aktuellen Situation. Wissenschaftler geben ihnen Recht: Laut einer Klimastudie, die Versicherer und Klimaforscher 2011 veröffentlichten, könnten Sturmschäden bis zum Jahr 2100 um mehr als 50 Prozent zunehmen. Überschwemmungsschäden könnten sich bis zum Endes dieses Jahrhunderts sogar verdoppeln. 2014 haben die Sachversicherer nach GDV-Angaben rund zwei Milliarden Euro für die Folgen von Naturgewalten gezahlt.

Insgesamt befragten die Studienmacher mehr als 6.500 Haushalte in ganz Deutschland. Die Studie wurde im Rahmen des Forschungsprojekts "Eval-MAP" erstellt. An diesem Projekt arbeiten die Mannheimer Forscher gemeinsam mit Wissenschaftlern des Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) Essen, der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Kassel. Das Projekt wird im Zuge des Förderprogramms "Ökonomie des Klimawandels" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell gefördert.

Quellen: ZEW, GDV
Bildquelle: © Pictueralliance / dpa
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): versicherungsmagazin.de
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
Die Digitalisierung ist bei Beratern und Vermittlern von Finanzdienstleistungen (immer) noch nicht angekommen. So lautet die Kernaussage der Studie "Qualitätsaudit 2016 - Digitalisierung - Vermittlung von Finanzdienstleistungen".  » mehr
30.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Die Blitz-Bilanz des GDV fällt für 2015 erfreulich aus: 30 Millionen Euro weniger als im Vorjahr mussten die deutschen Sachversicherer für Blitz- und Überspannungsschäden berappen.  » mehr
26.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Mit Speck fängt man Mäuse. Nach dieser Devise hat nun die Arag ein eisernes Prinzip über Bord geworfen: Es gibt auch dann noch Schutz, wenn der Schaden bereits passiert ist.  » mehr
25.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
BF21-Jahrestagung: Telematik, Fahrerassistenzsysteme, Autonomes Fahren, eCall, Connected Car VERANSTALTUNG
Kein anderes Thema wird derzeit in der Versicherungs- und Automobilbrache so heiß diskutiert wie Telematik, Fahrerassistenzsysteme, Autonomes Fahren und Connected Car.Die Assekuranz befindet sich beim Telematik-Thema in einem Zwiespalt. Die Zukunftschancen und der...  » mehr
12.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Viele Banken setzen verstärkt auf Kooperationen mit Versicherern. Zum Leidwesen der Makler. Dabei spielen die Kreditinstitute beim Vermittlerstatus - zumindest online - mit verdeckten Karten. Zudem nehmen problematische Querverkäufe und Direktansprachen zu.  » mehr
12.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Rund 350.000 Fahrräder wurden 2015 in Deutschland gestohlen. Davon waren 200.000 gegen Diebstahl versichert. Insgesamt haben die Hausratversicherer im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro für Fahrrad-Diebstähle an ihre Kunden geleistet. Der durchschnittliche Schaden lag...  » mehr
09.08.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
Bestandsverkauf
Nur für Verkäufer: Wie professionelle Nachfolgeplanung funktioniert Nur für Verkäufer: Wie professionelle Nachfolgeplanung funktioniert

Tagesseminar für Versicherungsmakler, die ihr Unternehmen demnächst veräußern wollen. Es werden nur Verkäufer, keine Käufer zugelassen.
28. September 2016 in Eschborn
VM digital
Versicherungsmagazin als E-Magazin Versicherungsmagazin als E-Magazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe.
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen