25.09.2015

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Allianz „gewinnt“ BdV-Versicherungskäse des Jahres

Der Versicherungskäse des Jahres 2015 ist „Rund um den Arenabesuch“, ein Angebot der Allianz Versicherung. „Das Produkt ist für Verbraucher überflüssig und unsinnig“, sagte Peter Schütt vom Bund der Versicherten (BdV) bei der Verleihung des Negativpreises in Berlin.

Unfallversicherungsschutz gibt es nur für Heimspiele des FC Bayern. „Doch der geht am Bedarf vorbei“, so Schütt. Denn eine Rente gebe es für ältere Menschen nur, wenn sie mindestens zu 70 Prozent invalide werden. Bei jüngeren gilt die hohe Schwelle von 50 Prozent. Laut BdV gelten für 80 Prozent aller Unfälle ein Invaliditätsgrad von 20 Prozent und weniger. Auch der Zusatzschutz für eine verspätete Anreise zum Spiel oder ein Schlüsselverlust muss nach Meinung der Verbraucherschützer nicht versichert zu werden. Versicherungsschutz sei nur für existenzielle Risiken notwendig.

Vertreter der Allianz nahm „Preis“ sogar persönlich entgegen
Mit dem nun jährlich verliehenen Preis will der BdV vor überflüssigen und schädlichen Versicherungsprodukten warnen. Trotz der massiven Kritik will die Allianz das Angebot, dass über die Homepage des FC-Bayern verkauft wird, weithin anbieten. Ein Vertreter der Allianz nahm den „Preis“ sogar persönlich entgegen. Möglicherweise verspricht sich die Assekuranz durch die öffentliche Kritik sogar zusätzlich Werbung für ihr Marketingprodukt. Neben der Allianz-Police warnten die Verbraucherschützer auch vor der „Kita Ausflugs-Versicherung“ von Llodys und der „Fondsgebunden Rentenversicherung Netto mit Zusatzversicherung L“ von der Cardea Life.

Der Versicherer Llodys versuche hier mit unzureichendem Versicherungsschutz und überhöhten Prämien die Angst der Eltern um ihre Kinder auszunutzen. Dabei stünden Kitausflüge unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Preis von 1,49 Euro für 24 Stunden suggeriere ein günstiges Angebot. Tatsächlich seien am Markt aber Kinderunfallversicherungen, die rund um die Uhr weltweit ein ganzes Jahr ausreichenden Schutz bieten würden, für 20 bis 30 Euro erhältlich.

Würde die bisherige Provisionsberatung ganz verbieten

Besonders erbost sind Verbraucherschützer auch über die Rentenpolice der Cardea Life. „Das ist eine Mogelpackung“, so Schütt. Zwar handelt es sich um eine von Abschlusskosten befreite so genannte Nettopolice. Die Kunden müssten aber beim Vermittler eine teure Kostenausgleichsvereinbarung abschließen. Aus dieser Vereinbarung kann der Kunde auch dann nicht aussteigen, wenn er die Versicherung kündigt, wie der Bundesgerichtshof entschieden hat. Zwar favorisiert der BdV eigentlich die Vergütung per Honorar und würde die bisherige Provisionsberatung ganz verbieten. Der Verkauf von Nettopolicen kann aber anscheinend auch missbraucht werden, wie das Angebot der Cardea Life zeige.

Zudem beinhalte das Produkt die unsinnige Option, die Fondspolice innerhalb von fünf Jahren in einen Risikolebensversicherung umzuwandeln. Wer Hinterbliebenenschutz brauche, sollte nach Meinung des BdV sofort eine deutlich günstigere Risikolebensversicherung abschließen.

Bildquelle: © lazare / istock
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Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
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