21.10.2015

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Klassische Mittelstandsanlagen in Niedrigzinsphase hochriskant?

Viele mittelständische Unternehmer legen die betrieblichen Überschüsse sehr konservativ in Sichteinlagen und Staatsanleihen (Rentenfonds) an. Was auf den ersten Blick als gern gesehenes „hanseatisches Kaufmannsverhalten“ durchgeht, erweist sich im Angesicht der derzeitigen Niedrigzinspolitik als „hochriskant“, warnt jedenfalls der Finanzanalyst Antonio Sommese, Director Wealth Management im Diplomatic Council (DC).

Sommese begründet seine Einschätzung folgendermaßen: Die Quasinullverzinsung führe zu einer schleichenden Entwertung des Finanzpolsters, so dass sich die gebildeten Rücklagen bei genauerer Betrachtung als „Luftnummer“ erweisen könnten.
Zum Hintergrund: Die Leitzinsen aller großen Volkswirtschaften befänden sich seit 2008 im Sinkflug; an einen baldigen Anstieg auf das alte Niveau glaube kaum ein Experte. Das bedeute, dass die klassischen Anlagestrategien des Mittelstands langfristig ins Leere führen.

Zinssätze bei Banken liegen oft im „Lächerlich-Bereich“
Erschwerend komme hinzu: Viele Mittelständler hätten ihr Geld im Sinne der „regionalen Verbundenheit“ bei der örtlichen Sparkasse oder Genossenschaftsbank liegen. Was sie dabei häufig übersehen würden: Die Tagesgeldzinsen der Regionalbanken lägen im Durchschnitt noch einmal 0,4 Prozent unterhalb der ohnehin schon niedrigen Zinsen der überregionalen Finanzinstitute. Aber selbst bei einjähriger Laufzeit lägen die Zinssätze bei den Banken teilweise bis 0,05 Prozent, also im „Lächerlich-Bereich“ (Antonio Sommese). Die Renditen von Unternehmensanleihen seien mit 0,99 Prozent auch nicht sehr viel attraktiver.

Billionen Euro verlieren täglich an Substanz

Finanzanalyst Sommese empfiehlt den Unternehmen zu einer breiten Streuung über verschiedene Anlageklassen und Anlagestrategien hinweg, um der Zinsfalle zu entgehen. Bei Kapitalrücklagen rät der Spezialist zu einer diversifizierten Strategie. Dabei sei eine Fondsvermögensverwaltung mit Misch- und Dachfonds in vielen Fällen sinnvoll, meint Antonio Sommese.
„Mehr als zwei Billionen Euro liegen allein in Deutschland auf Sparbüchern, Giro- und Tageskonten und verlieren damit täglich an Substanz“ warnt der Finanzexperte.

Hintergrundinformationen
Finanzstrategie Sommese (www.sommese.de) ist eine Finanzanalysegruppe mit weltweitem Portfolio. Unter der Leitung des Autors Antonio Sommese erstellt ein Team von Finanzexperten, Immobilien- und Börsenspezialisten kontinuierlich volks- und betriebswirtschaftliche Analysen sowie Finanzanalysen zu aktuellen Themen und zu kundenspezifischen Aufgabenstellungen.



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Textquellen: Finanzstrategie Sommese, Versicherungsmagazin; Bildquelle: © Joannis Kounadeas /fotolia
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Autor(en): versicherungsmagazin.de
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