28.10.2015

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Anlagegeschäft - Etwas mehr Spannung, bitte

Fehlendes Fachwissen und begrenztes Interesse an Finanzthemen führt meist zu Fehlentscheidungen. Wie die Weitergabe familiärer Erfahrungen und Wertvorstellungen die Geldanlage negativ beeinflussen kann.

Die Bereitschaft und Fähigkeit, sich mit Geldanlagen auseinanderzusetzen, ist bei den Bundesbürgern nur schwach ausgeprägt. Eine Studie im Auftrag von Union Investment ergab, dass der in der Familie tradierte Erfahrungsschatz über den Umgang mit Geld häufig zu fehlerhaften Entscheidungen führt. „Der Umgang mit Geld wird nachhaltig von der Familie geprägt“, sagt Professor Rolf von Lüde, wissenschaftlicher Begleiter der Studie sowie Professor an der Universität Hamburg. „Deshalb fällt es vielen Menschen schwer, sich von vorgegebenen Bahnen eines "richtigen" Sparverhaltens zu lösen, auch wenn das vielleicht notwendig wäre.“

Abgeguckt und nachgeahmt
Die im Familienkreis übliche Vereinfachung durch Daumenregeln und Glaubenssätze ermöglicht zwar eine schnelle Orientierung bei der Geldanlage, doch meist sind negative Entscheidungen die Folge. Denn die wirtschaftliche Realität verändert sich und die Schlussfolgerungen, die aus Erfahrung getroffen wurden, sind meist nicht an die aktuellen Umstände angepasst. Eine weitere wichtige Rolle bei der Vermittlung von Finanzwissen spielt die Tatsache, dass der Umgang mit Geld unbewusst vorgelebt wird, denn Kinder lernen durch Beobachtung und Nachahmung. Inkonsistentes Rollenverhalten innerhalb der Familie erschwert die Orientierung, vergrößert die Unsicherheit und führt zu widersprüchlichem Verhalten. „Kinder lernen zunächst durch die Familie die Regeln, Konventionen und Wertvorstellungen der Gesellschaft“, sagt von Lüde. Der Einfluss von Emotionen und Symbolen ist ebenfalls über Generationen stabil. So sind Geld und damit zusammenhängende Symbole wie das Sparschwein, ein Sparbuch oder das erste Girokonto bis zum Erwachsenenalter sehr positiv besetzt. Erst ab einem bestimmten Alter verändert sich die positive Einstellung, wenn Geldanlagen zur Last werden und damit auch bei vielen Menschen die Bereitschaft sinkt, sich damit auseinanderzusetzen.

Brücken bauen für die Geldanlage
Da Familien ihrer Rolle als Vermittler des finanziellen Basiswissens nur eingeschränkt nachkommen können, weil ihnen das Fachwissen fehlt und sie sich eher auf Erfahrungswissen stützen, werden Anleger gehindert, bestmögliche Entscheidungen zu treffen. Weiter haben diese nur begrenzt Zeit, Lust und auch Fachwissen, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Die wenigsten Deutschen gehen bei ihrer Geldanlage nach dem Lehrbuch vor“, sagt Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. Sie horten ihr Erspartes in Anlageformen, die sich über Generationen bewährt haben, aber in Zeiten niedriger Zinsen die Renditeerwartungen nicht mehr erfüllen können. „Wir müssen Brücken bauen, damit Privatanleger nicht von vornherein Anlageformen ausschließen, die grundsätzlich zu ihnen passen und Nutzen stiften können“, so Reinke. Anlageberater müssen Glaubenssätze und Binsenweisheiten, die den Umgang mit Geld prägen, ernst nehmen. Der emotionalen Seite sollte mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden, um der lästigen Pflicht eines „Low-Interest“-Themas wieder den Aspekt des Spannenden und Reizvollen zu verleihen. Professor von Lüde sieht auch die Schulen in der Pflicht: „Das allgemeinbildende Schulsystem darf den zentralen gesellschaftlichen Bereich der Finanzbildung nicht länger ignorieren.“

Quelle: Union Investment
Bildquelle: © Werner Dreblow / Fotolia.com
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): versicherungsmagazin.de
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
Christian H e i n (50) übernimmt am 1. August 2016 die Leitung des Exklusivvertriebs der deutschen Axa Versicherungen. Dieser gehört mit noch 3.790 Vermittlern in 2.474 Agenturen bislang zu den größten Vertriebsorganisationen der deutschen Versicherungsbranche.  » mehr
30.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
"Die Veränderung der einmaligen Abschluss- und Vertriebskosten im Jahr 2016 gegenüber dem Jahr 2015 beträgt über alle untersuchten Tarife hinweg 0,0 Prozent - für Privat und Riester-Renten gleichermaßen", stellt das Berliner Institut für Transparenz GmbH fest. Das Fazit findet...  » mehr
30.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Anforderungen an eine effiziente IT-Unterstützung für den Versicherungsvertrieb NACHRICHT
Im heutigen Versicherungsvertriebsumfeld kommt der Einbindung leistungsstarker IT-Tools eine zentrale Rolle zu. Ein hoher Automatisierungsgrad ist eine wichtige Anforderung für eine effiziente Kundenbetreuung durch die beteiligten Vermittler.  » mehr
29.06.2016
   WebTV   Bildergalerie   ANZEIGE
Patentgeschützte Arzneimittel sind in Deutschland deutlich teurer als in anderen europäischen Ländern. Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und der Technischen Universität Berlin belegt, dass die Herstellerabgabepreise in den Vergleichsländern...  » mehr
29.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Zur Halbzeit des auf drei Jahre angelegten Projektes "Marktwächter" hat der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. (vzbv), Klaus Müller, vor dem Rechts- und Verbraucherschutzauschuss des Bundestages eine erste Bilanz gezogen.  » mehr
28.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Zum 23. Februar 2018 muss die Insurance Distribution Directive (IDD) in deutsches Recht umgesetzt sein. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Weiterbildung. Die deutsche Versicherungswirtschaft sieht sich hier gut vorbereitet. Und: Die Bereitschaft der Versicherer und Vermittler...  » mehr
23.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
VM digital
Das neue E-Magazin von Versicherungsmagazin Das neue E-Magazin von Versicherungsmagazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe. Jetzt informieren und ausprobieren!
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen