09.11.2015

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Versicherungs-Apps: Clevere Hilfe oder Bauernfängerei?

Das Fintech-Unternehmen Asuro glaubt, mit einer neuen App Ordnung "in das Versicherungschaos zu bringen". Mit dem "Asuro Versicherungsmanager" ließen sich Policen unterschiedlicher Versicherer direkt über das Smartphone verwalten. Der BVK sieht derartige Angebote äußerst kritisch und hofft bei den Fintechs auf eine bloße "Modeerscheinungen".

Sämtliche Versicherungsdaten und Vertragsinformationen seien somit immer und überall abrufbar und könnten jederzeit überprüft und optimiert werden. Auch Schäden könnten mit dem Versicherungsmanager ganz einfach per Fingertipp gemeldet werden und in akuten Notsituationen helfe ein integrierter Notfall-Guide. Auf Wunsch könnten sich die Nutzer zudem via App-Chat mit einem persönlichen Berater verbinden lassen.

Durch eine einfache wie intuitive Lösung ersetzt
Mit der App reduziere sich der bisherige Verwaltungsaufwand für die Kunden enorm, welcher aus zahlreichen Anbieterbeziehungen, Verträge, Kostenstrukturen und Laufzeiten resultiere. Er werde durch eine einfache wie intuitive Lösung ersetzt und durch persönliche Services auf Knopfdruck erweitert. "Die Grenze der Digitalisierung zeigt sich oftmals, wenn persönliche Betreuung nötig wird", sagt Asuro-CTO Steffen Otte. "Genau hier setzen wir an und verbinden Technologie und Beratungskompetenz."

Etliche Serviceanbieter ermöglichten dem Nutzer lediglich ein Abbild seines Versicherungsschutzes auf dem Smartphone. Asuro gehe darüber hinaus. Kunden könnten hier ihre Verträge prüfen und ändern. Die Identifikation und das Schließen von Lücken beim Risikoschutz würden ebenfalls unterstützt.
Asuro habe mit dem Versicherungsmakler Hoesch & Partner bereits einen ersten Investor gefunden, der nicht nur Geld, sondern auch Know-how einbringe.

Ab Mitte November zum kostenlosen Download in den App-Stores
Zunächst sei die App nur für Verbraucher im deutschen Markt vorgesehen. Für das kommende Jahr sei darüber hinaus eine White-Label-Lösung geplant, mit der Versicherungsmakler über eine Partnerschaft mit Asuro die App auch ihren eigenen Kunden zur Verfügung stellen könnten. Ein Pilot für Hoesch & Partner werde im Moment entwickelt. Die App soll ab Mitte November 2015 zum kostenlosen Download in den App-Stores von Google (Android) und Apple (iOS) bereit stehen.

Dabei ist aber zu bedenken, dass die Asuro Versicherungsvermittlungs GmbH ein Teil der Gruppe um den Versicherungsmakler Hoesch und Partner GmbH, Frankfurt am Main, ist. Hoesch & Partner hat rund 70.000 Kunden und 70 fest angestellte Mitarbeiter an acht Standorten. Die Vermittlungs GmbH wurde 2015 neu formiert.

Digitaler Hype mit Fußangeln für die Kunden
Äußerst kritisch steht der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) derartigen Unternehmen und ihren Apps gegenüber. So moniert Michael H. Heinz, Präsident des BVK, dass derartige Versicherungs-Apps über ihre hippen Namen schnellen, unkomplizierten und kostengünstigen Service rund um Versicherungen suggerierten. „Doch das ist mitnichten so“, warnt er. „Bei diesem digitalen Hype wird zwar viel versprochen, aber die meisten Kunden wissen gar nicht, auf was sie sich wirklich einlassen.“

Deshalb warnt der BVK, dass bei diesen selbsternannten "digitalen Versicherungsmanagern" mit dem Abschluss einzelner Versicherungsverträge häufig auch der komplette Wechsel zu einem Versicherungsmakler verbunden sei. „Der Kunde erteilt eine Maklervollmacht“, sagt Michael H. Heinz. „Und der neue Makler hat dann das Recht, alle Versicherungsverträge des Kunden zu verwalten, umzudecken und sogar zu kündigen, wenn er meint, dass es am Markt bessere Angebote gibt.“

Persönliche Beratung und individuelle Leistungsanalyse suche man bei Fintechs weitgehend vergeblich. „Jeder Versicherungsvermittler ist allein durch durch seine langjährige Qualifizierung sowie seine persönlichen Kundenkontakte den Fintechs überlegen“, betont der BVK-Präsident.

Können qualifizierte Beratung und Vermittlung nicht ersetzen
Nach Ansicht des Verbandes können die Fintechs die qualifizierte und umfassende Beratung und Vermittlung durch die Versicherungskaufleute nicht ersetzen. „Sie sind eine digitale Modeerscheinung, die einfach nur Kunden abgreifen wollen und werden so rasch in ihren Nischen verschwinden, wie sie gekommen sind, wenn sie die millionenschweren Renditeerwartungen ihrer Kapitalgeber nicht erfüllen und verwirrte Kunden merken, dass sie einem digitalen Hype aufgesessen sind“, so der BVK-Präsident selbstsicher.

Textquellen: BVK, Asuro; Bildquelle: © moggara12 / fotolia
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): versicherungsmagazin.de
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