13.11.2015

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"Versicherungsmakler muss nicht dick drüberstehen"

"Wer gestern noch über Ebay Schuhe verkauft hat, und jetzt meint, er kann Versicherungskompetenz vorweisen, bereitet mir keine Sorgen", frotzelte der BVK-Präsident Michael H. Heinz kürzlich. Er und sein Verband beziehen eine klare Position, wenn es um digitale Makler und die neuen Fintechs geht. Ins Schussfeld geraten ist hier auch der Versicherungsmakler Asuro. Das Unternehmen sieht sich falsch eingeordnet und bezieht in einem Interview mit VM Stellung.

VM: Was unterscheidet Sie von denen vom BVK kritisierten digitalen Versicherungsmaklern?
Oliver Mack: Wir sind Branchenkenner und bringen entsprechende Erfahrung mit, die vier Personen in Geschäftsführung und Beirat verfügen über insgesamt 100 Jahre Branchenerfahrung.
Wir sammeln auch nicht mit einem Maklerauftrag Bestände ein, sondern arbeiten von Anfang an mit einer Auskunftsvollmacht, das heißt die Verträge beim besitzenden Makler. Aber wir können die Verträge in die App einpflegen. Bei Bedarf in der weiteren Zusammenarbeit fordern wir einen Maklerauftrag an.

Insgesamt werden wir den Qualitätsansprüchen, die an einen Versicherungsmakler gesetzlich gestellt werden, gerecht, versuchen die nicht in den AGBs abzubedingen und bieten einen umfassenden Service über alle Sparten an.

VM: Sind Ihre Zielgruppe in erster Linie junge Menschen? Warum die Konzentration auf diese Zielgruppe?
Oliver Mack: Da muss ich Ihnen widersprechen: Wir sind nicht festgelegt auf junge Menschen, wahrscheinlich werden junge Menschen am Anfang einen höheren Anteil an unseren Kunden haben, da sie vielleicht offener für digitale Lösungen sind. Wir arbeiten aber bereits an Angeboten, die speziell auf die Zielgruppe 50plus ausgerichtet sind.

VM: Warum sollten sich die Menschen für Ihr Unternehmen entscheiden und nicht für den klassischen Versicherer oder Versicherungsmakler?
Oliver Mack: Der klassische Versicherer hat immer nur einen Pfeil im Köcher, daher sind wir als Anbieter, der den ganzen Markt anbieten kann, hier einfach besser aufgestellt. Was den klassischen Versicherungsmakler anbetrifft, bieten wir durch unsere digitalen Angebote schlicht einen Mehrwert, den der Kunde nutzen kann, wenn er das wünscht und den der klassische Makler wahrscheinlich nicht bieten kann.

VM: Versicherungen sind ein komplexes Thema. Kann man dieses so weit vereinfachen, wie Sie es umsetzen?
Oliver Mack: Hier würde ich gerne zurückfragen, an welcher Stelle wir so weit vereinfachen, dass es aus Ihrer Sicht hinterfragt werden muss. Dass es bei der Digitalisierung fachliche-inhaltliche Grenzen gibt, ist für uns klar. Wenn wir selbst nicht vom Mehrwert eines Angebots überzeugt sind, werden wir es nicht online stellen. Bei allen unseren Angeboten hat der Kunde immer die Möglichkeit „den Kanal zu wechseln“ und sich zum Beispiel via Chat oder Telefon eine Expertenmeinung einzuholen.

VM: Der Abschluss einer Kfz-Versicherung oder einer Versicherung für das Smartphone via App ist sicher eine interessante Alternative. Aber auch für komplexe Produkte wie die Lebens- und Rentenversicherung?
Oliver Mack: Das kann nur der Kunde entscheiden. Es gibt sicherlich Grenzen, wenn es um Themen wie BU oder Krankenversicherung geht. Wir gehen damit ganz entspannt um, da wir grundsätzlich multikanale Angebote machen, das heißt der Kunde kann entscheiden, auf welchem Weg er mit uns kommuniziert und welche digitalen Hilfsmittel er nutzt. Wohin die Entwicklung geht und wie intelligent die Systeme werden, kann niemand prognostizieren, aber wenn man in andere Branchen schaut – Stichwort autonomes Fahren – dann sind hier Entwicklungen relativ nah an der Alltagstauglichkeit, die vor einigen Jahren noch ins Reich der Science Fiction verwiesen wurden.

VM: Auf welchem Gebiet könnten neue Versicherungsanbieter wie Sie und der klassische Versicherungsexperte zusammen- und nicht gegeneinander arbeiten?
Oliver Mack: Wir sind weder gegen den Versicherungsexperten positioniert noch arbeiten wir gegen ihn. Unser Angebot umfasst das Beste aus beiden Welten. Unsere Wurzeln als Versicherungsmakler verleugnen wir nicht, aber wir haben den Anspruch die aktuelle, digitale Entwicklung mitzugestalten und unseren Kunden entsprechende Angebote machen zu können. Im Moment ist unser Modell aber nicht darauf ausgelegt, mit Einzelmaklern zusammenzuarbeiten, die die App für ihre Kunden nutzen wollen. Ich bin gespannt, was die Apps, die von Maklerpools im Moment entwickelt und gelauncht werden, hier leisten.

VM: Stichwort Transparenz: Bei Ihrem Internetauftritt ist nicht sofort erkennbar, dass Sie Versicherungsmakler sind. Warum nicht?
Oliver Mack: Wenn Sie damit meinen, dass Versicherungsmakler gleich dick auf der ersten Seite steht oder Teil des Logos/claims ist, haben Sie Recht, aber im Impressum wird daraus kein Hehl gemacht, ich zitiere: "Die asuro Versicherungsvermittlung GmbH (im Folgenden asuro), betreibt das Portal asuro.de und ist als Versicherungsmakler tätig."

Daher haben wir keine Ambitionen, das zu verbergen. Unser Anliegen mit unserem Portal ist es, den Verbraucher mit relevanten Themen abzuholen. Da spielt es aus unserer Sicht keine Rolle, ob dick Versicherungsmakler drübersteht oder nicht.

VM: Welche Qualifikationen haben Ihre Berater? Welchen Ausbildungshintergrund besitzen sie?
Oliver Mack: Die Berater von Hoesch & Partner, auf die wir für die Kundenberatung zurückgreifen, verfügen alle über langjährige Erfahrung. Die meisten haben die Qualifikation des Vorsorgeexperten (EBS), dazu Versicherungsfachmann, Versicherungskaufmann, Versicherungsfachwirte, Diplom-Betriebswirte, Experte bAV (DMA) - also ein breites Spektrum an branchenspezifischen Qualifikationen.

Das Interview führte Meris Neininger.

Bildquelle: © Idprodistock / picscout
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): verscherungsmagazin.de
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