19.11.2015

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Wenn der Betreuer ins Haus kommt

Es passiert jeden Tag in Deutschland und kann jeden treffen: Ein Angehöriger wird von jetzt auf gleich zum Pflegefall und hat keine Vorsorgevollmacht. Und jetzt? Was Angehörige in diesem Fall unternehmen können, um sich etwas zu entlasten, weiß Margit Winkler, Geschäftsführerin des Instituts für GenerationenBeratung (IGB).





Ein grundsätzlicher Rat an alle Ehepaare: Trennen Sie immer Ihr Vermögen! Ohne Betreuungsvollmacht wird das Gericht einen Betreuer bestellen. Dieser sieht die Vermögen immer als gemeinsamen Besitz an. Braucht der gesunde Ehepartner also Geld, um eine größere Anschaffung zu tätigen, ist der Betreuer mit im Spiel. Er verwaltet das Vermögen des Patienten. Nur über das eigene Geld kann der Ehepartner frei verfügen.

Sammeln Sie Belege: Der Betreuer wird vom Gericht kontrolliert. Manchmal werden die Unterlagen erst nach Monaten eingefordert. Wer von Anfang an alles akribisch sammelt und abheftet, tut sich dann leicht.

Angehörige können Aufwandentschädigungen geltend machen:
Viele Kosten etwa für Porto, Telefon sowie Kilometergeld (30 Cent pro Kilometer) werden ohne Einzelnachweis nach einem Jahr Betreuung (nicht das Kalenderjahr) pauschal in Höhe von 399 Euro nach Paragraf 1835 des Bürgerlichen Gesetzbuchs erstattet. Dafür reicht ein formloser Antrag beim Betreuungsgericht. Allerdings muss er bis zum 31. März des Folgejahres eingereicht werden. Auch wer mehr Auslagen hatte, kann sich entschädigen lassen. Das gilt auch für Familienmitglieder. Bei höheren Ausgaben sind allerdings immer Belege notwendig. Übrigens ist die Aufwandspauschale bis zu einer Gesamthöhe von 2.100 Euro, bei mehreren Betreuungen, von der Einkommenssteuerpflicht befreit (Paragraf 3 Nr. 26b EStG).

Pauschalen Pflegebetrag geltend machen: Wer einen Angehörigen zuhause betreut, dem steht ein pauschaler Pflegebetrag von 924 Euro in einem Kalenderjahr zu. Vorausgesetzt, er wird sonst von niemandem für die Pflege bezahlt.

Haushaltsnahe Dienstleistungen: Wenn ein ambulanter Pflegedienst etwa Essen bringt oder Reinigungskräfte für die Wohnung kommen, können diese Kosten, teilweise als "haushaltsnahe Dienstleistungen" steuerlich geltend gemacht werden.

Am besten aber wäre:
Treffen Sie immer rechtzeitig, auch in jüngeren Jahren, eine Vorsorgevollmacht. So ersparen Sie sich und ihren Angehörigen eine Menge Ärger.

Bildquelle: Birgit Cordt
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Margit Winkler
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

am 21.11.2015 09:20:07 von Karsten: Teilweise falsch.

1. Eine Betreuungsvollmacht gibt es nicht.
2. Eine Vorsorgevollmacht ist nicht immer die richtige Wahl:
Haftung und Rechenschaftspflicht des Bevollmächtigten der Erbengemeinschaft gegenüber wird fast immer übersehen. Die VV ist ein Dienstleistungsvertrag nach BGB. Vergütungsregelungen und Haftungsfreistellungen mindestens für leichte Fahrlässigkeit fehlen fast immer.

Damit erspart man sich und seinen Angehörigen ohne richtige Beratung keinen Ärger sondern provoziert ihn.
mehr ...
FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
Ergo: Schutz bei Cyberangriffen, HKD: Neuer Hausrat-Tarif, Universa mit neuer Pflegezusatzversicherung, Axa: Neuer Pflegevorsorge-Tarif
 » mehr
01.12.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Während immer mehr BU-Tarife AU-Klauseln und Pflege-Optionen beinhalten, wird die Vergleichbarkeit von Multirisk-Versicherungen immer unübersichtlicher. Mit unterschiedlichsten Leistungspaketen versuchen die Lebensversicherer, Alleinstellungsmerkmale zu finden.  » mehr
01.12.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Geschenke erhalten die Freundschaft. Das gilt auch in Unternehmen. Doch nur 23 Prozent der Firmen prüfen, ob ihr Vertrieb dabei Compliance-Regeln einhält.  » mehr
01.12.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Wer eine Vorsorgevollmacht nicht akzeptiert, weil sie nicht notariell beglaubigt oder gar beurkundet ist, zahlt unter Umständen den Schaden, der dem Bevollmächtigten daraus entsteht.  » mehr
29.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Mehr als die Hälfte der Frauen (56 Prozent) in Deutschland fürchtet sich vor Altersarmut. Dies ergab eine Umfrage, die Swiss Life Deutschland in Auftrag gegeben hat.  » mehr
21.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Fast jeder Dritte hat schon im Internet Versicherungen abgeschlossen. Ein Abgesang auf den klassischen Vertrieb lässt sich damit aber nicht begründen - wenn der Vertrieb die richtigen Schlüsse zieht.  » mehr
14.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
Makler-Champions 2017
Versicherer und Pools auf dem Prüfstand! Versicherer und Pools auf dem Prüfstand!

Versicherungsgesellschaften versprechen seit Jahren, ihre Maklerorientierung zu verbessern. Doch was hat sich bislang konkret getan? Zum siebten Mal hat Versicherungsmagazin gemeinsam mit Servicevalue eine unabhängige Maklerbefragung gestartet, um die Gesellschaften zu finden, die "Makler-Champions" sind.
VM digital
Versicherungsmagazin als E-Magazin Versicherungsmagazin als E-Magazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe.
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen