04.12.2015

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Axa Digitalisierung bis 2020: Keine Unruhe in der Belegschaft

Das neue Reformprogramm "Ambition 2020" des deutschen Axa-Konzerns wird von den Mitarbeitern in vollem Umfang unterstützt. "Es gibt keine Unruhe in der Belegschaft", sagte Vorstandsvorsitzende Thomas Buberl zu dem Vorwurf angeblicher Beschwerdenn anlässlich eines Pressgesprächs in Köln. Das gehe auch aus einer aktuellen Befragung hervor, bei der die Mitarbeiter anonym antworten konnten.

Die deutsche Axa will bis zum Jahre 2020 das Unternehmen umfangreich neu strukturieren. Der Umbau soll laut Buberl sozialverträglich gestaltet werden. "Wir sind auch im vorherigen seit Mitte 2011 ohne ein einzige betriebsbedingte Kündigung ausgekommen und wollen das fortsetzen", sagte Axa-Chef. Mit dem Vorgängerreformprogramm Focus to perform waren bis Ende 2015 knapp 1.600 Vollzeitstellen abgebaut worden. Derzeit hat die deutsche Axa 8.250 Mitarbeiter.

Ein Wochentag frei für gute Idee
Insgesamt stehen bei der Axa erhebliche Umwälzungen an. So könnte es bald nach dem Vorbild der Axa Belgien auch in Deutschland in den Büroräumen keine festen Arbeitsplätze mehr geben und die Arbeit in vollem Umfang papierlos werden. Buberl: "Der klassische Arbeitsplatz hat ausgedient."

Im Vertrieb setzt der Versicherer künftig vor allem auf die acht Millionen Bestandskunden. Hierzu will das Unternehmen mehr digitale Dienstleistungen anbieten. "Wir müssen unsere Kundenbeziehungen intensivieren und unsere Kontakte erhöhen", so Buberl. Andernfalls könnten neue Wettbewerber, etwa digitale Versicherungsmakler, die Kunden abwerben.

Thinktank in Köln-Mühlheim
In den digitalen Umbau des Unternehmens soll die Belegschaft stark eingebunden werden. So erhalten Mitarbeiter die zielführende Ideen vorschlagen nicht nur eine Honorierung, sondern auch einen Tag pro Woche frei, um ihre Vorschläge in die Tat umzusetzen. Rund 50 Prozent der Belegschaft habe schon Vorschläge gemacht. Die zehn kreativsten Mitarbeiter arbeiten nun in einer Art digitaler Denkfabrik in Köln-Mühlheim. Sie habe bereits die App "Smart-Parking" entwickelt, die derzeit im Großraum Düsseldorf eingesetzt werde.

Autofahrer, die die Axa-App nutzen können die meisten Parkhäuser in der Landeshauptstadt bargeldlos befahren. Die Schranken öffnen sich über eine Chipkarte automatisch. Das System, an dem derzeit schon rund 40 Autofahrer teilnehmen, soll nach Abschluss einer erfolgreichen Testphase auf ganz Deutschland ausgedehnt werden. Zudem kommt ab sofort die "Axa-App-Drive" auf den Markt, die jungen Autofahrern bis 25 bei sicherer Fahrweise einen Rabatt von bis 25 Prozent einräumt.

Die ersten fünf Minuten entscheiden
Ein von einem Außendienstmitarbeiter angestoßenes Pilotprojekt gibt es auch in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Hier würden künftig die Kunden typgerecht angesprochen. "In den ersten fünf Minuten entscheidet sich die Ansprache", so Buberl. Sie sei weit weg von der bAV und setzte stark auf die Bilderwelt. Derzeit werde das Konzept in rund zwölf Agenturen getestet.

Lebensversicherung setzt auf Fondspolice
Für 2015 rechnet die Axa insgesamt mit einem Beitragswachstum. Zudem habe man in wichtigen Sparten Marktanteile gewonnen. So sei die private Krankenversicherung (PKV) um 2,4 Prozent und das Sachgeschäft um 2,7 Prozent gewachsen. In der PKV sei dies vor allem auf höhere Beiträge und ein gutes Zusatzversicherungsgeschäft zurückzuführen. Im Schnitt müssen die vollversicherte Kunden 2016 mit Beitragsanpassungen von "unter fünf Prozent" rechnen. In einzelnen Tarifen wird es aber auch hohe zweistellige Erhöhungen geben. Gleichzeitig werden einige Tarife abgesenkt.

In der Lebensversicherung setzt die Axa weiterhin verstärkt auf fondsgebundene Produkte. So sei seit dem Start 2014 insgesamt 72.000 "Relax-Rente" verkauft worden. Der Anteil von Fondsprodukten im Neugeschäft liege nun bei 71 Prozent.

Programmierer dringend gesucht
Einen Einbruch gibt es hingegen aufgrund des schwierigen Kapitalmarkts bei der Verzinsung von Neuanlagen. Derzeit wird hier nur noch eine Rendite von 2,5 bis 2,6 Prozent erzielt. Im vergangenen Jahr waren es noch 3,1 Prozent.

Probleme hat das Unternehmen auch hinsichtlich der hohen Komplexität vieler Bereiche und einer veralteten IT-Umgebung. So würden dringend neue Programmierer gesucht. In der PKV wird es ab 2016 einen Leitfaden zum unternehmensinternen Tarifwechsel geben. Der Leitfaden wird aber als klassischer Fragebogen gestaltet sein. Das sei aber nicht nur der hohen Tarifvielfalt der Axa-PKV geschuldet, sondern auch der schwierigen Beratungssituation. "Wir wreden sehr individuell nach den Bedürfnissen der Kunden beraten", sagte der verantwortliche PKV-Vorstand Thilo Schumacher.

Bildquelle: © vege/Fotolia.com
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Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
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