16.12.2015

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IDD: Deutsche Versicherer müssen Gas geben

Mehr als die Hälfte der deutschen Versicherer hat sich bislang nicht mit der neuen EU-Vermittlerrichtlinie IDD (Insurance Distribution Directive) beschäftigt. Dies gefährde die Umsetzung zum Stichtag 2018, so das Ergebnis einer Studie. Gründe für die Verzögerungen seien hohe Anforderungen an Vergütungssysteme, Aus- und Weiterbildung sowie bei der Produkt- und Kundenberatung, so die Unternehmensberatung PPI AG, die die Studie erstellt hat. Damit die Projekte rechtzeitig starten können, müssten frühzeitig Prozesse und Systeme analysiert und die IDD in die Projektplanung für das kommende Jahr aufgenommen werden, lautet ein Rat der Studienmacher.

Am 24. November beschloss das Europäische Parlament die IDD. (Beschlossene Sache: Die Versicherungsvertriebs-Richtlinie) "Die Versicherer sollten die IDD bereits in ihre Projektplanung für 2016 aufnehmen, um die teils gravierenden Auswirkungen der EU-Verordnung berücksichtigen zu können", sagt Sascha Däsler, Experte für Versicherungsvertrieb bei PPI. Das betreffe auch laufende Projekte beispielsweise bei der Digitalisierung von Vertriebs- und Kommunikationswegen.

Informationen auf Knopfdruck
Diese Informationssammlung steht vielen Versicherern jedoch noch bevor. 54 Prozent geben an, damit noch gar nicht begonnen zu haben. Däsler sieht dieses Verhalten als riskant an und nennt als mögliches Problem Provisionsauskünfte, die Kunden beim Vertragsabschluss erhalten. "Die Versicherer müssen künftig auf Knopfdruck die Provisionsbestandteile offenlegen", so der Experte. "Damit die Kunden verlässliche Informationen erhalten, müssen IT-Anwendungen und Prozesse im Vertrieb auf den Prüfstand. Damit sollten die Versicherer jetzt schon beginnen, obwohl der endgültige Gesetzestext für Deutschland noch nicht feststeht."

Die IDD kann von den Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung in nationales Recht noch ergänzt werden kann. Projekterfahrungen mit MiFID II zeigten aber, dass sich ein Abwarten auf die endgültige Fassung nicht auszahle, sagen die Studienmacher. Alle relevanten Inhalte würden bei der Übernahme in nationales Recht aus der EU-Vorlage übernommen. Denkbar sei eher eine Verschärfung.

Die Studie
Die Studie "IDD-Umsetzung in deutschen Versicherungsunternehmen" informiert über den aktuellen Umsetzungsstand der EU-Vermittlerrichtlinie IDD . Im Fokus stehen Strategie und IT-Auswirkungen. Im Juli 2015 wurden dafür IDD-Verantwortliche aus 46 Versicherungsunternehmen telefonisch befragt. Die vollständige Studie kann über folgende Internetadresse bezogen werden: http://www.ppi.de/consulting-versicherungen/vermittlerrichtlinie-idd-imd2/idd-marktstudie/

Quelle: PPI AG
Bildquelle: © Daniel Kalker/ dpa
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Autor(en): versicherungsmagazin.de
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