25.01.2016

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Fintechs: Die neuen Revolutionäre? Was Clark anders machen möchte

Der Versicherungsvertrieb wird zum Experimentierfeld neuer digitaler Makler. Wie sehen die Geschäftsmodelle der internetbasierten Makler aus? Sind sie eine Bedrohung oder Chance für den traditionellen Vermittler? Ein Interview mit Dr. Christopher Oster, Gründer und Geschäftsführer von Clark.

Noch ist es sicherlich zu früh, eine Antwort auf die Frage zu geben, ob die heutigen Online-Makler tatsächlich in der Lage sein werden, sich dauerhaft als ernste Mitspieler in der Assekuranz zu etablieren. Immerhin: Es geht um nichts Geringeres als um eine Branchen-Transformation. Einer dieser Player ist "Clark". Das Unternehmen agiert als Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach 34d, Absatz 1 GewO.

Das Start-up will deutlich effizienter operieren als traditionelle Makler. Auch weil Prozesse digitalisiert ablaufen, teure Geschäftsstellen entfallen und Beratungsgespräche über Telefon und Internet geführt werden. Die daraus resultierenden Kostenvorteile möchte Clark an seine Kunden weitergeben.

VM: Was war die Initialzündung für die Gründung von Clark?
Oster: Die Idee für die Gründung hatte ich aufgrund meiner eigenen Versicherungssituation. Als ich Anfang 2015 eine Bestandsaufnahme machte, musste ich feststellen, dass ich keinen guten Überblick über meine Versicherungsverträge habe. Viele Unterlagen waren nicht vollständig oder einfach nicht mehr aktuell und auf meine Lebenssituation angepasst. In der Diskussion mit Freunden hat sich ein entsprechender Bedarf bestätigt. Da ich meine Versicherungen digital verwalten und Beratung auch über digitale Kanäle wahrnehmen wollte und es dafür keinen Anbieter gab, habe ich Clark gegründet.

VM: Fintechs wie Ihr Unternehmen werfen den klassischen Versicherern vor, dass diese nicht wüssten, was die Kunden eigentlich wollten und vor allem junge Kunden bei den Versicherern kaum in Fokus stünden. Und was wollen die Kunden Ihres Erachtens?
Oster: Online-Banking und Online-Shopping sind längst selbstverständlich. Der Kunde hat sich daran gewöhnt, vieles online zu erledigen. Es drängt sich die Frage auf, warum nicht auch Versicherungen vollumfänglich online verfügbar sind. Wir stellen dem Kunden eine Versicherungs-Plattform zur Verfügung, die das Ziel hat, alle Versicherungsthemen online abzubilden - die Bedarfsanalyse, die Beratung, den Versicherungsvergleich sowie den Abschluss von Versicherungen und deren Verwaltung.

VM: Sie schreiben, dass sie "eine Mission" haben und "Versicherungen revolutionieren". Was heißt das konkret?
Oster: Wir möchten dem Kunden alles rund um seine Versicherungen digital zur Verfügung stellen und die erste Anlaufstelle im Internet sein, wenn es um Versicherungen geht.

VM: Wie können Sie Transparenz und Unabhängigkeit, die sie sich auf die Fahnen geschrieben haben, gewährleisten?
Oster: Wir arbeiten mit über 160 verschiedenen Versicherern zusammen und sind somit nicht an ein Versicherungsunternehmen gebunden.
Unsere Unabhängigkeit der Beratung unterstreichen wir dadurch, dass unsere Versicherungsexperten ein fixes Gehalt erhalten und nicht nach Anzahl der abgeschlossenen Verträge bezahlt werden. Damit stellen wir sicher, dass der Kunde mit seinen Bedürfnissen und Wünschen im Fokus steht.
Dem Anspruch an Transparenz werden wir gerecht, indem die Provisionen der Versicherungen offen gelegt werden.

VM: Wann wünschen sich Ihre Kunden doch eine persönliche Beratung und in welchem Umfang können Sie diese leisten?
Oster: Vor allem bei Lebens- oder Krankenversicherungen suchen die Kunden den persönlichen Kontakt. Diesen bieten wir auf der Webseite und via App, am Telefon, per E-Mail oder bald auch per Video-Chat an.

VM: Ihre Berater werden nach eigenen Angaben unabhängig von Abschlüssen bezahlt und stattdessen für hohe Kundenzufriedenheit belohnt. Können Sie uns dies näher erläutern?

Oster: Unsere Berater erhalten ein fixes Gehalt und haben somit keinen persönlichen Anreiz, eine Versicherung mit hoher Provision zu verkaufen. Bei der Beratung steht allein der optimale Versicherungsschutz für den Kunden im Fokus. Die Berater erhalten zusätzlich einen Bonus abhängig von der Kundenzufriedenheit. Diese wird mit Hilfe von Fragebogen gemessen.

VM: Sie setzen sich dafür ein, dass das Provisionsabgabeverbot abgeschafft wird. Nun hat die Politik kürzlich entschieden, dass dieses Verbot noch mindestens bis zum Juni 2017 bestehen bleiben soll. Wie sehen Sie diese Entwicklung?
Oster: Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass das Provisionsabgabeverbot nicht im Sinne des Kunden ist. Unserer Meinung nach profitiert der Kunde von einer Provisionsweitergabe, da er an den Effizienzvorteilen von neuen Marktteilnehmern partizipiert.

VM: Die Anzahl Ihrer Mitbewerber wächst. Wie unterscheiden sie sich von diesen und was machen sie "besser/anders" als diese?
Oster: Wir bieten dem Kunden die Möglichkeit, unsere Leistungen über den Desktop oder über die App zu
nutzen. Damit ist der Kunde nicht an sein Smartphone gebunden. Andere Mitbewerber bieten oftmals nur eine App an. Des Weiteren bieten wir unseren Kunden eine Bedarfsanalyse. Bei dieser analysieren unsere Berater die persönliche Lebenssituation des Kunden und erstellen einen unverbindlichen Versicherungsplan. Die Beratung ist uns sehr wichtig. So können wir dem Kunden versichern und das Gefühl geben, dass er mit uns optimal versichert ist.


Lesetipp:
In der Februar-Ausgabe von Versicherungsmagazin stellen wir das Modell von Clark ebenfalls vor. Wenn Sie diesen oder andere spannende Beiträge lesen möchten, dann bestellen Sie doch gleich jetzt ein Probe-Abo!

Textquelle: Versicherungsmagazin: Umar Choudhry, Meris Neininger; Bildquelle: © silverv / istock
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Meris Neininger
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