04.02.2016

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Ausländische Lebensversicherer: Flexibler Übergang zur alternativen Vergütung

In der Altersvorsorge wird die klassische Abschlussprovision künftig eine immer geringere Rolle spielen. Das ist der Tenor eines Pressegespräches in Frankfurt, an der die Zurich Lebensversicherung, die Prisma Life, die Standard Life sowie das Beratungsunternehmen Innovalue teilnahmen.

Fast vollkommen frei in der Gestaltung ihrer Kostenvereinbarung sind Vermittler, die die Altersvorsorge ihrer Kunden mit Nettopolicen der Prisma Life organisieren. "Wir haben lediglich eine Obergrenze festgelegt" sagte Reiner Overbeck, Leiter des Produktmanagements anlässlich eines Pressegesprächs in Frankfurt. Diese Obergrenze liegt bei sieben Prozent der Beitragssumme. Die meisten Berater, die für den Lebensversicherer aus Lichtenstein tätig werden, vereinbarten aber lediglich rund sechs Prozent mit ihren Kunden. Möglich ist es aber auch, deutlich weniger zu nehmen.

Kunden an Kostenvereinbarung gebunden
Heute werden Kostenvereinbarungen beim Vertrieb von Produkten der Prisma Life immer direkt mit dem Kunden geschlossen. Kündigt der später die Lebensversicherung, bleibt er juristisch an die Kostenvereinbarung gebunden. "Es können Raten oder eine Einmalzahlung vereinbart werden", so Overbeck. Laut einer Umfrage unter 400 Kunden, komme die Kostentransparenz von Nettopolicen besonders gut an. "Nettokunden" seien aber insgesamt deutlich kritischer und würden sich mehr Zeit für einen Abschluss nehmen. Ganz "rein" von Vertriebskosten sind die Policen des liechtensteinischen Versicherers aber nicht. "Es gibt zusätzlich eine laufende Betreuungsprovision", so Overbeck.

Schrittweise in laufende Vergütung
"Wir beraten heute unsere Vermittler, wie sie ihr Vergütungsmodell schrittweise ändern können", erläuterte Andrea Helmerich, Mitglied der Geschäftsleitung bei Standard Life. Auch das angelsächsische Unternehmen bietet Nettopolicen an. Gleichzeitig gibt es Kombivergütungsmodelle, die den Vermittlern den Ausstieg aus der rein abschlussbezogenen Vergütung ermöglichen. Standard Life könne mit viel Erfahrung aus Großbritannien aufwarten, wo die Provisionsvergütung abgeschafft wurde. Helmerich: "Wir können aufzeigen, wie erfolgreiche britische Berater aussehen." Laut einer Umfrage, sind die meisten Briten bereit rund 500 Pfund, umgerechnet etwa 660 Euro, für die Beratung zur Altersvorsorge zu investieren.

Der Übergang zu alternativen Vergütungsmodellen sei aber ein langwieriger Prozess. "Den können große Vertriebe, die hierarchisch aufgebaut sind, nicht leisten. Die unterste Ebene hat keine Jahre Zeit sich umzustellen", befürchtet Christian Mylius vom Beratungsunternehmen Innovalue. Daher werde die Vertriebskraft für die Altersvorsorge in den nächsten Jahren marktweit abgeschwächt.

Feste Garantien zu teuer
Einig sind sich die Versicherer und Berater darin, dass Altersvorsorge ohne ausreichende Performance nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Daher "funktionierten" Produkte mit Garantien nicht mehr, weil sie zu teuer seien. Auch ohne feste Garantien sei Sicherheit möglich. Das gehe beispielsweise über Diversifikation oder ein Smoothing - eine Ausgleichsverteilung der Renditen über die Zeit.

Standard Life hat für die Kunden in den vergangenen Jahren im Schnitt eine Bruttorendite von neun Prozent erwirtschaftet. Die Zurich Lebensversicherung beziffert die Nettorendite ihrer gemanagten Fondspolicen nach Kosten je nach Risiko der Anlage zwischen sechs und zwei Prozent. Der Versicherer sieht in den kommenden Jahren ein hohes Potenzial für Einmalbeitragsgeschäft. Grund sind laut Marcus Nagel, Zurich Vorstand für das Lebensversicherungsgeschäft, die Babyboomer, die bereits etwas angespart haben. "In den nächsten zwei bis drei Jahren, wird sich zeigen, welche Produkte sich am Markt behaupten", so Nagel. Dabei werde sich der Wettbewerb zwischen Deckungstocklösungen und Fondspolice abspielen.

Bild: © Picture Alliance
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
Versicherungsvermittler zeichnet eine hohe Kreativität aus, auch in Sachen Geldverdienen. Allerdings gehen sie dabei auch erhebliche Risiken ein, wie einige Beispiele zeigen.  » mehr
17.05.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Passen Sie Provisionspolitik und Anreizprogramme optimal an die individuellen Bedürfnisse Ihres Vertriebsnetzes an NACHRICHT
Die effektive Verwaltung der Vertriebsstruktur ist eine herausfordernde Management-Aufgabe. Fokussieren Sie Ihre Lösungsansätze und verlassen Sie sich im Rahmen der Umsetzung und Auswertung auf eine Ihren Bedürfnissen angepasste IT-Unterstützung. Weitere...  » mehr
10.05.2016
   WebTV   Bildergalerie   ANZEIGE
Drei Strategien haben Vermittler entwickelt, um sich gegen die Abschaffung der Provisionsberatung oder deren Verfall zu wappnen. Sie stellen ihre Unternehmen breiter auf und vermitteln sowie beraten nicht nur Versicherungen. Sie bieten neben der eigentlichen Vermittlung...  » mehr
02.05.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Die aktuelle Rechtsprechung verschiebt die Lasten immer mehr zum Vermittler, wenn der bestimmte, vermeidbare Fehler macht. Typische Angriffspunkte sind die Beratungsdokumentation oder auch separierte Vergütungsvereinbarungen.  » mehr
02.05.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Download des Monats, Vermittler: Vergütung erreicht kritisches Niveau, Monuta-Studie: Trauerfall-Vorsorgeberatung gewinnt an Bedeutung, Innovationspreis der Assekuranz: Branche sucht die besten Produkte, DVS Sonderheft: Neue Gefahren erkennen, Versicherungstipp des Monats,...  » mehr
01.05.2016
   WebTV   Bildergalerie  
IDD-Umsetzung: Oft am falschen Ende gespart NACHRICHT
Inhaltlich wissen die deutschen Versicherer recht genau, was die EU-Vermittlerrichtlinie IDD ihnen für neue Aufgaben stellt. Doch auf der Kostenseite scheinen sie eher etwas naiv. Denn den Herausforderungen zum Trotz kalkuliert die Mehrheit der Verantwortlichen mit...  » mehr
26.04.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
Award Finanzvertrieb
Vorbilder gesucht! Vorbilder gesucht!

Vertrieb ist nicht alles - doch ohne Vertrieb ist alles nichts. Leider ist in der Vergangenheit viel Vertrauen in die Finanzvertriebe verloren gegangen. Auch 2016 sucht Versicherungsmagazin gemeinsam mit Bankmagazin und Service Value die vorbildlichsten Finanzvertriebe Deutschlands.
VM digital
Das neue E-Magazin von Versicherungsmagazin Das neue E-Magazin von Versicherungsmagazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe. Jetzt informieren und ausprobieren!
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen