10.02.2016

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Run-off-Boom wird anhalten

Eine dynamische Entwicklung von so genannten Run-offs - dem Umgang mit eingestelltem Versicherungsgeschäft - in diesem Jahr erwartet Arndt Gossmann, Vorsitzender des Vorstands von Run-off-Versicherer Darag. Seine Prognose: Das Transaktionsvolumen steige 2016 erstmals auf über vier Milliarden Euro und die ersten Einzel-Deals überspringen eine Milliarde Euro.

Im Rahmen der Vorbereitung auf Solvency II würden Run-offs zu einem Schlüsselthema für die Versicherer in Europa, meint Gossmann. Denn gemäß der neuen Regulierung müssten seit dem 1. Januar 2016 auch Run-off-Bestände mit Eigenkapital hinterlegt werden. Der Darag-Chef erwartet jedoch nicht, dass der Run-off-Boom mit der Einführung von Solvency II ein Ende finde.

Rasanter Anstieg

Der Run-off-Markt wuchs zwischen 2013 und 2014 um das Achtfache auf 1,7 Milliarden Euro. Auch 2015 setzte sich der rasante Anstieg fort. Als Grund nennt Gossmann die Vorbereitungen der Branche auf Solvency II. In der Folge wuchsen die Legacy-Bestände in den Büchern der europäischen Versicherer. Eine 2015 veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung PwC zeigt, dass das Run-off-Volumen seit 2008 um über 20 Prozent auf 247 Milliarden Euro angestiegen ist. Diese Trends werden sich auch 2016 fortsetzen, denn Run-off-Transaktionen haben sich als schneller und flexibler Weg zur Freisetzung von Eigenkapital bewährt.

Transaktionen müssen bestimmte Größe haben

2016 könnte es den ersten Deal im Wert von einer Milliarde Euro geben, und das werde kein Einzelfall bleiben. Der Verkauf von Legacy-Beständen hat sich in den letzten Jahren als strategisches Instrument für das Eigenkapitalmanagement etabliert. „Aber um in der Bilanz eines global agierenden Versicherers überhaupt Wirkung zu entfalten, muss eine Transaktion eine gewisse Größe haben. Schon in den letzten Jahren sind die Transaktionsvolumina stetig gewachsen. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen“, so Gossmann.

Gutes Feld für Private-Equity-Fonds
Dazu komme, dass im aktuellen Niedrigzins-Umfeld immer mehr branchenfremde Anleger nach Möglichkeiten suchten, in Versicherungsrisiken zu investieren. Insbesondere Private-Equity-Fonds investierten zunehmend in dieses Segment, das sich unabhängig von der Weltwirtschaft entwickelt und nicht mit traditionellen Assetklassen wie Aktien oder Rentenpapieren korreliert. Damit seien Versicherungsrisiken perfekt zur Diversifikation eines Portfolios geeignet.

Gleichzeitig böten sie eine attraktive, mit Qualitätsaktien vergleichbare Rendite – bei niedrigerer Volatilität und höherer Planbarkeit der Erträge. Laut einer Studie des Instituts für Versicherungswirtschaft an der Universität St. Gallen aus dem Jahr 2015 wollen institutionelle Investoren ihr Engagement in Versicherungsrisiken, den Insurance Linked Securities (ILS), in den nächsten fünf Jahren von 44,7 Milliarden US-Dollar auf 88,7 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

Bildquelle: © fotomek/fotolia
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): versicherungsmagazin.de
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
Die Aufgaben der Finanzmarktstabilisierung in Deutschland sollen bis Anfang 2018 neu geordnet werden. Dazu hat das Bundeskabinett gestern einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen.  » mehr
21.07.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Zur Halbzeit des auf drei Jahre angelegten Projektes "Marktwächter" hat der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. (vzbv), Klaus Müller, vor dem Rechts- und Verbraucherschutzauschuss des Bundestages eine erste Bilanz gezogen.  » mehr
28.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Vermittler sollten die private Pflegeversicherung weiterhin aktiv vermitteln und nicht auf die Reform der Pflegegrade und Leistungen zum 1. Januar 2017 warten. "Sie müssen Ihren Kunden aber ganz deutlich machen, dass die private Pflegeversicherung mit der Reform deutlich...  » mehr
24.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Großbritannien hat für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Die Finanzmärkte und die internationale Wirtschaft stürzt die historische Entscheidung in Turbulenzen. Meinungen, Einschätzungen und Reaktionen zum Brexit-Votum.  » mehr
24.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
2015 waren mehr deutsche Autofahrer im Ausland an einem Unfall beteiligt als im Vorjahr. Dies zeigen die Meldungen an den Zentralruf der Autoversicherer.
 » mehr
17.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
VW-Kunden, die ihren Händler wegen Schadenersatz verklagen wollen, erhalten von der Düsseldorfer Arag-Versicherung weiterhin keinen Versicherungsschutz. "Wir lehnen die Deckung wegen mangelnder Erfolgsaussichten ab", sagte Arag-Vorstand Hanno Petersen anlässlich der...  » mehr
16.06.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
VM digital
Versicherungsmagazin als E-Magazin Versicherungsmagazin als E-Magazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe.
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen