30.03.2016

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Selbstbestimmt bis in hohe Alter leben

Menschen wollen im Alter unabhängig sein: 91 Prozent der Teilnehmer an einer Studie der Swiss Life-Gruppe ist dieses Kriterium besonders wichtig. Der Versicherer befragte Personen in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz zum Thema "längeres, selbstbestimmtes Leben". Die Studie beleuchtet den Widerspruch, dass die Mehrheit generell ein negatives Bild von Langlebigkeit hat, für sich selbst aber durchaus Positives erwartet.

47 Prozent der Befragten in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz geben an, ihr Land sei für den Druck auf das Gesundheitswesen, den eine alternde Bevölkerung mit sich bringt, schlecht gerüstet. 48 Prozent sagen dasselbe über die sozialen Einrichtungen, und 50 Prozent gehen davon aus, dass der Staat nicht auf die höheren Rentenkosten vorbereitet ist.

Menschen wollen die Kontrolle über eigenes Leben behalten
Der Anstieg der Lebenserwartung wird mehrheitlich negativ betrachtet. 42 Prozent sehen darin ein grosses Problem oder eher ein Problem für die Gesellschaft. Nur 31 Prozent empfinden die steigende Lebenserwartung als eher positiv, wobei sich hier bedeutende nationale Unterschiede zeigen: In Frankreich erklären 43 Prozent der Befragten, der Anstieg der Lebenserwartung sei generell als Vorteil für die Gesellschaft zu sehen. In der Schweiz, Deutschland und Österreich verhält es sich umgekehrt: Dort empfinden 51 Prozent die Entwicklung als negativ und nur 23 Prozent sehen sie positiv.

Die Umfrage zeigt deutlich, dass Menschen grossen Wert darauf legen, im Alter unabhängig und selbstbestimmt zu leben. Der Erhalt der Unabhängigkeit ist für 78 Prozent der Befragten persönlich äusserst wichtig oder sehr (18 Prozent) wichtig. 78 Prozent nennen körperliche Gesundheit als eine der drei Voraussetzungen für die Kontrolle über das eigene Leben, gefolgt von geistiger Gesundheit (73 Prozent) und finanziellen Mitteln, wobei die Gruppe der 35- bis 65-Jährigen mehr Wert auf Geld (58 Prozent) legt als die über 65-Jährigen (47 Prozent).

Wer soll für höhere Rentenkosten aufkommen?
Danach gefragt, was den Befragten im Ruhestand am besten gefällt oder worauf sie sich am meisten freuen, nennen 65 Prozent die Möglichkeit, einem Hobby nachzugehen, 58 Prozent die grössere Unabhängigkeit und Kontrolle über die eigene Zeit und ebenfalls 58 Prozent die Möglichkeit zu reisen. Auf soziale Bindungen angesprochen, glauben 53 Prozent der Befragten, dass tiefere Familienbande auch dadurch entstehen, dass mehr Generationen gleichzeitig am Leben sind und sich deren Leben länger überschneiden. Dieser Aspekt wird von den Befragten als wichtigster Vorteil der gestiegenen Lebenserwartung in der Gesellschaft angesehen. Als weiterer Vorteil wird die Stärkung der Zivilgesellschaft genannt (46 Prozent), da sich ältere Menschen eher ehrenamtlich und politisch engagieren. 44 Prozent der Befragten nennen die Möglichkeit, mehr Kontakt zu Familie und Freunden zu haben, als einen der wichtigsten persönlichen Vorteile eines längeren Lebens.

Mit Hinblick auf die Frage, wer angesichts der steigenden Lebenserwartung primär für die höheren Rentenkosten aufkommen soll, gehen die Auffassungen in den vier Ländern weit auseinander. In Österreich und Deutschland wird am häufigsten der Staat genannt (85 beziehungsweise 76 Prozent), und erst mit grossem Abstand folgt der Einzelne (47 beziehungsweise 45 Prozent). In Frankreich und der Schweiz wird hingegen sowohl der Rentner (61 beziehungsweise 63 Prozent) als auch der Staat (59 beziehungsweise 61 Prozent) als verantwortlich betrachtet.

Swiss Life will sich in Diskussion einklinken
Die Studie, die von der Economist Intelligence im Auftrag des Versicherers erstellt wurde, ist Teil der Unternehmensstrategie "Swiss Life 2018". Die Swiss Life-Gruppe will sich in den kommenden Jahren zum Thema "längeres, selbstbestimmtes Leben" in der öffentlichen Diskussion engagieren.

Patrick Frost, CEO der Swiss Life-Gruppe, erläutert die Bedeutung des Themas so: "Die gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen der Tatsache, dass wir immer länger leben, werden in praktisch allen Lebensbereichen stark unterschätzt. Das muss sich ändern, denn wir Menschen haben das grundlegende Bedürfnis, selbstbestimmt und in Würde bis ins hohe Alter zu leben."

Quelle: Swiss Life-Gruppe
Bildquelle: © Yuri Arcurs/ iStockphoto.com
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): versicherungsmagazin.de
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