03.08.2006

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Die passende Zusatzrente

Der Gesetzgeber präferiert Renten gegenüber Kapitalzahlungen im Alter. Sei es bei der Basisversorgung (Vorsorgeschicht 1), der Riester-Förderung (Vorsorgeschicht 2), der Entgeltumwandlung in Betriebsrenten (ebenfalls Schicht 2) oder der klassischen Privatrente (Schicht 3). Gleichzeitig widerspreche dies der Freiheit, die Vorsorge wirklich frei zu gestalten. Immerhin gibt es Kompromisse: So kann das Guthaben zu Beginn der Leistungsphase bei Riester-Verträgen bis zu 30 Prozent auf einen Schlag ausgezahlt werden. Wenig Hoffnung auf Lockerung der gesetzlichen Bestimmungen macht Professor Dr. Bert Rürup von der TU Darmstadt: "Die Präferenz der Rente bei der ersetzenden Altersvorsorge, also die Ergänzung der sinkenden gesetzlichen Rente durch private und betriebliche Elemente, ist methodisch richtig." Andernfalls würde sich die Frage stellen, warum der Staat die Substitution von SV-Leistungen als Kapitalzahlung fördern solle, die ja auch noch in vererbbares Vermögen münde, so Rürup in der Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe von Versicherungsmagazin.

Vermittler und Kunden müssen sich also immer mehr auf Rentenmodelle einstellen. Dabei kommt Anlegern immerhin zugute, dass der Staat einen Teil des aktuellen Konsumverzichts fürs Alter mit Zulagen und Steuererleichterungen versüßt. Die Förderung erkaufen sich Anleger mit Abstrichen bei der Flexibilität. Grundlage ist der inzwischen bekannte Systemwechsel: Tendenziell werden Einzahlungen steuerfrei gestellt (auch bei der gesetzlichen Rente); im Gegenzug werden alle Alterseinkünfte voll besteuert. Diese nachgelagerte Besteuerung führt zumeist zu Vorteilen, da im Alter häufig weniger Einkommen zur Verfügung steht als während der Berufstätigkeit und damit weniger Steuern zu zahlen sind. Wenn schon Abstriche an der Flexibilität, welche Rentenversicherungsanlagen sind dann noch am sinnvollsten? Das Versicherungsmagazin (August-Ausgabe) hat die wichtigsten Formen untersucht (ohne bAV): Riester-Rente (ohne Fondspolicen), Basisrente und klassische Privatrente.
Fazit: Einen Königsweg für die eine oder andere Renten-Version gibt es zwar nicht. Prinzipiell scheint derzeit die Basisrente leistungsmäßig noch etwas hinten anzustehen. Als gute Variante ist immer noch die klassische Privatrente anzusehen.

Privatrente mit Kapitalwahlrecht1 im Leistungsvergleich
GesellschaftGarantierente (Euro) Prognose für Gesamtrente im 1. Jahr (Euro)
Mann (35)Frau (35)Mann (35)Frau (35)
Cosmos152142212198
WGV Leben150140210196
Debeka148138216202
HUK-Coburg146136198186
Süddeutsche144134181169
Asstel143133228212
Neue Leben143133202189
Neue BBV143133191178
R+V140131193181
Allianz139130194181
1 Beispiel: Mann und Frau (je 35) zahlen je 100 Euro pro Monat bis 60 ein für (voll) dynamisch steigende Rente (5 Jahre Rentengarantie); Sortierung nach höchster Garantie-Rente für Männer; nur bundesweit tätige Anbieter ausgewählt.
Quelle: Morgen & Morgen; Stand: 05/2006

Gründe für das Comeback der Privatrente:
- Man kann sich die Option sichern, am Ende alles auf einen Schlag ausgezahlt zu bekommen (Kapitalwahlrecht) und muss nur die Hälfte des Ertrages versteuern (bei mindestens zwölf Jahren Vertragslaufzeit und frühester Auszahlung ab 60).
- Bei Rentenauszahlung mit 65 werden nur 18 Prozent Einkommensteuer fällig (bis 2004 waren es 27 Prozent Steuersatz).
- Die Leistung ist teilweise "vererbbar" (Rentengarantie für Hinterbliebene möglich).

Weitere Marktübersichten und Details liefert der Artikel in Versicherungsmagazin (Heft 8 /06).

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Autor(en): Detlef Pohl
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