30.01.2008

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"Etwas höhere Überschussbeteiligung als im Vorjahr"

Noch immer haben nicht alle der rund hundert Lebensversicherer am deutschen Markt die Überschussbeteiligung für ihre Kunden für das Jahr 2008 verkündet. Nahezu zeitgleich mit der jüngst offiziell gewordenen Deklaration der DEVK Versicherungen erschien jetzt auch der neue map-report "Profite für die Kunden" mit Deklarationen und Beispielrechnungen 2008 der Versicherer.

Insgesamt bekommen die Kunden im Jahre 2008 eine etwas höhere Überschussbeteiligung von ihren Lebensversicherungen als im Vorjahr. Noch fallen diese Überschüsse höher aus, sagen Finanzexperten und Börsenanalysten. Sie geben aber zu bedenken, dass im Umfeld der US-Subprimekrise, die längst auch nach Europa "schwappte", sinkende Zinsen und fallende Aktienkurse allmählich auch auf die Renditen der Versicherungsunternehmen drücken. Das werde voraussichtlich bei den Deklarationen für das Jahr 2009 deutlich.

"Die Lebensversicherer haben gerade ihre laufende Verzinsung für das Jahr 2008 im Durchschnitt von 4,23 Prozent auf 4,34 Prozent angehoben, bezogen auf den Sparanteil der Prämie", sagt map-report-Chef Manfred Poweleit in der neuesten Ausgabe seines Brancheninformationsdienstes Nr. 667-668 "Profite für die Kunden". Er zieht Bilanz und meint, dass in den vergangenen Jahren die Antwortbereitschaft der Versicherer auf seine Anfragen zur Überschussdeklaration besser gewesen sei, als zum Jahresende 2007. Denn bis dahin hatten 19 Gesellschaften weniger - und damit "nur" 67 Versicherer - bei der Redaktion des Brancheninformationsdienstes map-report die laufende Guthabenverzinsung in der kapitalbildenden gemischten Lebensversicherung bekannt gegeben. Im Schnitt dieser Gesellschaften stieg sie für 2008 auf 4,39 Prozent, nach durchschnittlichen 4,26 Prozent im vergangenen Jahr.

Neun Lebensversicherer schwiegen sich aus
"In den vergangenen Jahren war die Antwortbereitschaft eigentlich immer sehr hoch. Doch inzwischen macht sich vor allem bei leistungsschwachen Unternehmen die Unsitte breit, schwache Daten zu verschweigen. Allein aus unserer zehnjährigen Übersicht der Deklarationssätze mussten wir dieses Mal neun Unternehmen herausnehmen, die fast ein Jahrzehnt geantwortet haben, dieses Jahr aber schweigen", kritisiert der map-report-Chef. Dazu muss man wissen, dass es nicht immer an der mangelnden Antwortbereitschaft der Unternehmen liegt. Bei einigen Versicherern hatte die entscheidende Vorstandssitzung einfach noch nicht stattgefunden, auf der die Höhe der Überschussdeklaration beschlossen wird, die der Aktuar im Unternehmen vorschlägt.

DEVK gibt Überschüsse gleich für zwei Jahre bekannt
So meldeten die DEVK Versicherungen in Köln erst jetzt, dass sie ihre Überschussbeteiligung (Ansammlungszins inklusive Rechnungszins für Kapital- und Rentenversicherungen) um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent anheben. Werden die Schlussüberschussbeteiligung sowie die Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven miteingerechnet, liegt die Gesamtverzinsung laut Unternehmensangaben bei 5,2 Prozent. Das besondere der DEVK-Deklaration: Sie gilt gleich für das Jahr 2009 mit. "Dies bedeutet, dass wir die Überschussanteilsätze für 2009 zwar erhöhen, keinesfalls aber reduzieren können", sagt DEVK-Vorstandsmitglied Michael Klass.

Das map-report-Team begnügt sich allerdings nicht nur mit den bloßen Überschussdeklarationen, um die jährlich neu erarbeiteten Analysen zu erstellen. "Lebensversicherung ist in der Analyse nicht einfach. Aber es kann durchaus viel Transparenz hergestellt werden", erklärt Poweleit. Doch das Verhalten mancher Anbieter, Eingriffe der Politik wie auch "Nebelkerzen des juristischen Verbraucherschutzes" seien wenig hilfreich. "Statt der überflüssigen Regelungen zu den Stillen Reserven hätte der Gesetzgeber lieber für mehr Transparenz im Bereich von Risiko– und Kostengewinnen sorgen sollen. Es wäre sehr wichtig, über die Entwicklung von Risikogewinnen das Verantwortungsbewusstsein für das Unterwriting zu kontrollieren", betont Poweleit mit Blick auf das reformierte und gerade erst in Kraft getretene neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG).

Die aktuelle Deklarationshitparade, in denen die map-Reporter die drei Lebensversicherer Europa (5,40 Prozent), Debeka (5,10 Prozent) und Volkswohl Bund (5,0 Prozent) mit Überschüssen von mehr als fünf Prozent ausmachten, bieten laut Poweleit nur einen eingeschränkten Aussagewert. Er verweist darauf, dass diese Angaben ja nur die laufende Verzinsung der Kundenguthaben abbilden. Dagegen würden Risiko– und Kostengewinne ebenso kaum berücksichtigt wie die Frage, wie hoch das zu verzinsende Guthaben sei. Poweleit: "Problematisch ist auch die Betrachtung der Schlussgewinne, besonders nach Einführung neuer Regeln durch das VVG für die Verteilung Stiller Reserven."

Die Liste mit Überschussdeklarationen von 31 Lebensversicherern (in alphabetischer Reihenfolge) wurde bereits online im Versicherungsmagazin veröffentlicht - siehe Artikel: Drei Lebensversicherer deklarieren mehr als fünf Prozent

Bildquelle: Pixelio, Stefan Willuda
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): Ellen Bocquel
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