Andrea Nahles plädiert bei Rentenpolitik für Zuversicht

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In diesen Zeiten der Verunsicherung plädierte die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles (im Bild), beim MCC-Kongress am 16. Februar 2017 in Berlin, in der Rentenpolitik auf Zuversicht und nicht auf Angst zu setzen.

Gerade die gesetzliche Rente zehre von Vertrauen und Stabilität. Dazu gehöre auch eine sachliche Diskussion. Nahles kritisierte Medienberichte, nach denen 50 Prozent der Bezieher von Altersrente von Altersarmut betroffen seien. Die richtige Zahl liege bei 2,5 Prozent der Rentner, die Leistungen der Grundsicherung bezögen.

Nicht alle kann man aus der Grundsicherung herausholen
Dies wurde von Dr. Reinhold Thiede, Leiter des Geschäftsbereichs Forschung und Entwicklung der Deutschen Rentenversicherung Bund, bestätigt, der ergänzte, dass von diesen Grundsicherungsempfängern 24 Prozent keine eigene Rente der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) bezögen und weitere 40 Prozent eine GRV-Rente unter 400 Euro bezögen. Diese Gruppe werde man auch mit den bestgeeigneten Rentenreformen nicht aus der Grundsicherung herausholen können, so Thiede.

Nahles forderte auch die private Assekuranz auf, die gesetzliche Rente nicht schlecht zu reden. Ihr Credo sei, die Kluft zwischen Löhnen und Renten nicht zu groß werden zu lassen. Deshalb müsse das Rentenniveau stabilisiert werden dabei gebe es in ihrem Reformpaket eine doppelte Haltelinie: Das Rentenniveau soll bis 2045 nicht unter 46 Prozent des früheren Nettogehalts sinken, und gleichzeitig soll der Beitragssatz nicht über 22 Prozent und bis 2045 nicht über 25 Prozent steigen. Zusätzlich würde ein "Demografiezuschuss" des Bundes notwendig, um beide Ziele realisieren zu können.

Autor(en): Bernhard Rudolf

 

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