Digitalisierung zwingt Zurich zum radikalen Umbau

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Zurich Deutschland steht vor dem kompletten Umbau des Konzerns - inklusive des geplanten, aber noch nicht endgültig spruchreifen Umzugs der Zentrale von Bonn nach Köln, wo Raum für 3.000 Arbeitsplätze entstehen soll. Klar ist aber auch, dass in den nächsten zwei Jahren in Deutschland etwa 500 der derzeit 5.650 Stellen abgebaut werden sollen. Dies sagte Ralph Brand (rechts im Bild), Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland, bei einem Pressegespräch in Köln.



"Wir sind zu komplex, zu schwerfällig, zu langsam und zu teuer", meinte Brand zum derzeitigen Zustand des Konzerns. Der Vorstandschef möchte die Digitalisierung der Branche nutzen, die Distributionswege zu einem Omnikanalansatz zu vereinigen. Der Kunde soll zu jedem Zeitpunkt in dem von ihm gewünschten Kanal mit dem Versicherer in Kontakt treten können. Aber nicht nur der Vertrieb, auch in die Schadensysteme, Betriebsabläufe, Administration, Weiterbildung, Schadendaten und deren Vernetzung will die Zurich 200 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren investieren. Ziel sei es, 90 Prozent der Geschäftsvorfälle in die Dunkelverarbeitung zu geben, derzeit seien dies unter zehn Prozent. Auch im Bereich Leben ist eine Investition von etwa 50 bis 60 Millionen Euro geplant. Die Digitalisierung müsse im Kern des Unternehmens stattfinden.

"Kein Sparprogramm"
Brand legte besonderen Wert auf die Feststellung, dass der geplante Umbau alles andere als ein Sparprogramm sei. "Wir sparen nicht um des Sparens willen", sagte er. Es sei vielmehr ein "Effizienzsteigerungs-, Restrukturierungs- und Investitionsprogramm". Es handele sich hier um das größte Investment, das die Zurich Gruppe je in Deutschland investiert habe. Man glaube an den Standort.

Umzug Ende 2018 wahrscheinlich

Man sei mit dem geplanten Konzentration der Zurich nach Köln zwar "voll im Zeitplan", doch offiziell seien die Verträge mit dem Projetentwickler noch nicht unterschrieben. Die neuen Gebäude seien jedoch aufgrund der hohen geplanten technischen Anforderungen notwendig, betonte Brand. Zudem wolle man die Vielzahl der existenten 22 Untermarken und rechtlich selbstständige Einheiten, soweit möglich, zusammenführen - zu "One Zurich".

Wachstum in Leben
Die Zurich wuchs in den ersten drei Quartalen 2015 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum von 2,7 auf 3,125 Milliarden Euro bei den Beitragseinnahmen. Dabei handelt es sich laut Marcus Nagel (links im Bild), Vorstand Leben bei Zurich Deutschland, in erster Linie um Einmalbeitragsgeschäft. Der größte Vertriebsweg ist in Leben mit 54 Prozent die Deutsche Bank, dann kommt zu 23 Prozent die Ausschließlichkeit, zu 14 Prozent Makler und freie Vertriebe, zu sieben Prozent die Bonnfinanz und zwei Prozent sonstige. Die Deklaration der Lebensversicherung werde 2016 von 2,8 auf 2,3 Prozent gesenkt, inklusive Schlussüberschüsse von 3,5 auf 2,95 Prozent.

Mehr dazu in Ausgabe 2/16 von Versicherungsmagazin.

Bildquelle: Bernhard Rudolf

Autor(en): Bernhard Rudolf

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