Eindrückliche Warung vor privaten Rentenpolicen

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Mit "markanter" Überschrift geht das Internetportal Finanztip bei einer "Besprechung" der privaten Rentenversicherung vor. Unter dem Titel "Lebensversicherung - Finger weg vom Neuabschluss" (finanztip.de/kapitallebensversicherung) kritisiert der Autor, dass Lebensversicherer in der Zukunft immer weniger rentabel sein werden.

Die Ursache, das allgemein sinkende Zinsniveau, das alle sicheren Kapitalanlagen betrifft, wird lediglich in einem Satz gestreift. Spannend ist zudem, dass der Beitrag auf Basis einer Berechnung der Rating-Agentur Assekurata eine durchschnittliche Renditeminderung der Gesamtverzinsung von 0,79 Prozent ausmacht, jedoch die wirkliche Gesamtverzinsung von Rentenpolicen gar nicht nennt. Lediglich die laufenden Überschüsse werden in einer Übersicht aufgeführt. Das ist jedoch entscheidend. Immerhin bieten die Lebensversicherer für 2015 laut Assekurata inklusive aller Schlussüberschüsse eine Gesamtverzinsung von 3,9 Prozent.

Nachkostenrendite wird nicht erwähnt
Demgegenüber führt Finanztip lediglich die laufenden Überschüsse von 3,16 Prozent auf. Aktuell liegen die Kunden, die ihre Verträge bis zum Schluss durchhalten, somit bei einer Nachkostenrendite von 3,11 Prozent. Das ist dem Beitrag leider nicht zu entnehmen.

Überraschend ist zudem, dass Finanztip das wichtigste Argument einer privaten Rentenpolice, nämlich den Langlebigkeitsschutz lediglich bei Renten gegen Einmalbeitrag deutlich hervorhebt. Hier heißt es: "Ein solcher Vertrag kann sinnvoll sein, wenn Sie damit rechnen, sehr alt zu werden und sich dagegen absichern wollen, dass Ihnen im hohen Alter das Geld ausgeht." Gleichzeitig wird diese positive Botschaft - die ja durchaus für alle privaten Rentenpolicen gilt - mit dem Hinweis eingeschränkt, dass sich diese Art der Altersvorsorge nur lohne, wenn man deutlich älter als der Durchschnittsbürger wird.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt
Insgesamt zeichnet der Beitrag ein sehr negatives Bild der Zukunftsentwicklung. Neukunden würden durch die hohen Zinszusatzreserven künftig belastet. Immerhin wird die Riester-Rente empfohlen. "Aber wenn Sie auf niedrige Kosten achten, gibt es durchaus auch gute Riester-Versicherungen", heißt es.

Gleichzeitig verweist der Autor mitten im Beitrag auf Nettotarife, die sinnvolle Honorarberatung und kostengünstige ETF-Sparpläne. Solche Informationen sind mit ihren dazugehörigen Links wohl dem Geschäftsmodell von Finanztip geschuldet, dass sich durch Affiliate-Links finanziert. Die Linkanbieter müssen dann in der Regel auf Leadbasis, also für jeden Interessenten einen Obolus an Finanztip zahlen.

So erklärt sich wohl auch der Schluss des Beitrages, der etwas unvermittelt die Kündigungen von Lebensversicherungen behandelt. Er führt dann direkt zu den Sponsoren des Beitrages. Die Redaktion empfiehlt für den Verkauf von Lebensversicherungen das Unternehmen Policen Direkt und für die Beleihung Life Finance. Fazit: Mit markanten Überschriften fängt das "gemeinnützige Online-Verbrauchermagazin" Surfer!

Bildquelle: © sytnik / fotolia.com

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

 

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