Fast 3.000 Vermittler weniger

Zum 28. Juni 2013 hat die Gesamtzahl der im Vermittlerregister erfassten Vermittler erstmals seit 2009 die Marke von 250.000 wieder unterschritten. 248.702 (durch einen Summierungsfehler weist der DIHK 248.704 aus) Vermittler und Berater wurden gezählt, das sind 2.656 weniger als vor einem Vierteljahr und sogar 4.699 weniger als zum Jahresbeginn.



Auslistung inaktiver Vermittler?
Der Verlust geht in erster Linie auf das Konto der erlaubnisfreien, gebundenen Vertreter, deren Zahl von einem Höchststand von mehr als 182.000 Anfang 2011 auf aktuell nur noch 167.502 gefallen ist. Allein in den vergangenen drei Monaten "verschwanden" 2.487 Vertreter, seit Jahresanfang 4.257. Die Ursache dürfte darin zu suchen sein, dass Versicherungsunternehmen ihre Karteien bereinigen und inaktive Versicherungsvertreter aus dem Register austragen.

Das wäre auch mit Blick auf die heute offiziell durch zwölf Pilotunternehmen gestartete Brancheninitiative Weiterbildung der Versicherungsvermittler eine gute Strategie. Denn die Initiative bietet einen guten Anlass zu prüfen, welche Vermittler ernsthaft vermittelnd tätig sind und welche nicht oder nicht mehr. Bereits das Vermittlergesetz scheint Anlass für eine solche "Aufräumaktion" gewesen zu sein, denn gerade im Bereich der nebenberuflichen Vertreter sind nach Schätzungen mehr als 100.000 Vermittler verschwunden.

Makler mittlerweile bedeutende Vertriebsschiene
Einen Rückgang gibt es allerdings in der Summe auch bei den durch die Industrie- und Handelskammern erfassten Vermittlern. Die Ausschließlichkeits- und Mehrfirmen-Vertreter mit Gewerbeerlaubnis nach § 34d Absatz 1 GewO haben um 304 auf 31.473 Registrierte abgenommen. Seit Jahresbeginn ist das sogar ein Minus um 562 Vertreter.

Dagegen steigt die Zahl der Makler immer noch weiter an, Ende Juni waren es mit 46.375 noch einmal 121 mehr als im Vorquartal, in dem es allerdings einen kleinen Rückgang zum Jahresbeginn gegeben hatte. Makler machen damit inzwischen fast 19 Prozent aller registrierten Vermittler aus. Da unter den erlaubnisfreien gebundenen Vertretern ein sehr hoher Anteil nebenberuflicher Vertreter sein dürfte, liegt die Bedeutung der Makler wohl noch deutlich höher, als es dieser Anteil suggeriert.
Nahezu stabil sind die geringen Zahlen der produktakzessorischen Vermittler, 2.956 Vertreter und 272 Makler erfasst die Statistik derzeit.

Die Zahl der Versicherungsberater ist ebenfalls nur leicht um einen auf 272 gestiegen, gegenüber dem Jahresbeginn war das ein Plus von zwölf Beratern. Aller intensiven politischen Diskussion um eine Trennung von Beratung und Verkauf als Mittel gegen vermutete Falschberatung zum Trotz scheint der "Trendberuf" nur wenige Interessenten anzulocken. Ob daran allein eine freie Verfügbarkeit von Nettotarifen etwas ändern könnte, wie es die SPD und die Grünen hoffen, erscheint angesichts dieser immer noch verschwindend geringen Zahl von Beratern als optimistisch.

Autor(en): Matthias Beenken

 

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