IDD: Nicht zögern sondern handeln

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Die neue Richtlinie über Versicherungsvertrieb (IDD) tritt am 23. Februar in Kraft (siehe auch: ). Innerhalb der kommenden zwei Jahre muss sie in Form einer Verordnung in nationales Recht transformiert werden, sodass sie spätestens am 23. Februar 2018 in Kraft treten kann. Zwei Jahre scheinen eine lange Zeit zu sein, doch der Projektstart sollte nicht verzögert werden, warnt ein Experte.

Das Zeitfenster für die Umsetzung der IDD sei sehr knapp bemessen, wenn bis zur Veröffentlichung der nationalen Verordnung gewartet werde, betont Frank Hammer, Versicherungsexperte bei der Business- und IT-Beratung Q_Perior. Er nennt die wichtigsten Schritte für einen erfolgreichen frühzeitigen Projektstart.

  • Initialisierungsworkshop
Am Anfang einer erfolgreichen Erfüllung der IDD-Auflagen stehe eine genaue Analyse der Situation. In einem Workshops könnten dabei die Weichen für eine zügige und nachhaltige Umsetzung gestellt werden. Im Vordergrund stehe hierbei zunächst das Erfassen der Inhalte und Rahmenbedingungen. Da neben der IDD weitere Regulierungsvorhaben wie MiFID II und PRIIP-Verordnung in enger zeitlicher Abfolge auf die Versicherer zukämen, sollten auch Querverbindungen zu anderen regulatorischen Vorgaben identifiziert und für das eigene Unternehmen adaptiert werden. Der Projektstart sollte demzufolge nicht nur mit den Vertrieblern stattfinden, sondern interdisziplinär erfolgen. So gelinge frühzeitig der Brückenschlag unter anderem zwischen Versicherungsvertrieb, IT und Compliance.

  • Vorbereitung strategischer Entscheidungen
Da es sich bei der IDD lediglich um eine Mindestharmonisierung handele, könnten die Vorgaben im Zuge der Mitgliedsstaatenoption noch verschärft werden. Versicherer sollten sich daher Handlungsoptionen erarbeiten, um auf kurzfristige Entwicklungen flexibel reagieren zu können. Zudem sollten sie sich mit den mittel- bis langfristigen Folgen der Vertriebsrichtlinie für das eigene Unternehmen auseinandersetzen. Es gelte dabei, Chancen und Risiken möglichst frühzeitig zu identifizieren und adäquate Maßnahmen zu entwickeln, um diese zu nutzen oder gegebenenfalls zu neutralisieren. Hierbei spiele auch der Einsatz von Technologien eine Rolle, da diese die Erfüllung der neuen Beratungs- und Informationspflichten unterstützen und Mehrwerte generieren könnten. Mit Hilfe eines Risiko-Chancen-Profils können dabei Entscheidungen abgesichert und gestützt werden.

  • Roadmap und Projektstart

Mit dem Initialisierungsworkshop und der Vorbereitung wichtiger strategischer Entscheidungen sei bereits die Basis für eine unternehmensindividuelle Roadmap mit klar definierten Verantwortlichkeiten gelegt. Vertriebsvorstand, Produktvorstand oder IT könnten sich mittels Roadmap einen guten Überblick über die anfallenden Aufgaben verschaffen und entsprechend Ressourcen einplanen. Einem erfolgreichen Projektstart sowie einer fristgerechten IDD-Umsetzung stehe damit nichts mehr entgegen.

"Je früher sich Versicherungen mit den Auswirkungen der Richtlinie
auf ihr Unternehmen auseinandersetzen, desto effektiver und effizienter
wird ihre Implementierung"
, Frank Hammer, Managing Consultant, Q_Perior





Quelle: Q_Perior
Bildquelle: © Sondem/Fotolia.com

Autor(en): versicherungsmagazin.de

 

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