Junge Sparer haben klare Vorstellungen

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Die Generation der Millennials legt weltweit 11,2 Prozent ihres Gehalts für den Ruhestand zurück. Die Altersvorsorge haben sie besser im Blick als Ältere, wie eine Studie offenlegt.

Die Millennials hoffen, mit einem Durchschnittsalter von 58,2 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Sie werden im Alter ähnlich wie Generationen vor ihnen zwar nach wie vor zum größten Teil auf die staatliche Rentenversicherung im Mix mit der betrieblichen Altersversorgung und andere privat angesparte Rücklagen zurückgreifen müssen. Doch sie sind weitaus weniger davon abhängig wie ältere Generationen, weil sie im Vergleich besser vorsorgen. Das zeigt die Schroders Global Investor Study (GIS) 2017, für die mehr als 22.000 Anleger befragt wurden.

Gerne früher in Rente
Sie macht außerdem deutlich, dass die jüngere Generation gerne früher in Rente gehen würde, nämlich schon mit 58 Jahren. Zudem planen die Millenials, also heutige Sparer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, auch im Alter noch auf andere Einkommensquellen zu setzen, beispielsweise durch Verdienste aus einer Teilzeitbeschäftigung - dies wünschen sich 71 Prozent der jungen Sparer im Vergleich zu 57 Prozent bei den älteren Generationen – oder durch Hobbies.

Weltweit geben

  • zehn Prozent der Anleger als Priorität bei der Anlage ihres verfügbaren Einkommens an, dass sie in die Altersvorsorge investieren,
  • 23 Prozent legen ihr Geld in Aktien, Anleihen und ähnliche Anlagen an,
  • 13 Prozent investieren in Immobilien,
  •  16 Prozent parken ihr Geld auf einem Banksparkonto.

Lesley-Ann Morgan, Head of Retirement bei Schroders, erklärt: "Die finanzielle Situation der Millennials ist erschreckend. Das hören wir allzu oft. Es ist deshalb erfreulich, dass junge Anleger in vielerlei Hinsicht eine deutlich andere Einstellung zu ihrer Altersvorsorge haben als ihre Eltern." Wie sich die erwarteten beziehungsweise tatsächlichen Einkommensquellen für die Altersvorsorge bei den Millennials im Vergleich zu älteren Generationen zusammensetzen, zeigt die nachfolgende Übersicht aus der Studie:

Schroders Studie

 

Junge Anleger sind sparfreudig
Die Sparquote von mehr als elf Prozent des eigenen Gehalts sei eine beachtliche Leistung, wenn man die finanziellen Belastungen berücksichtige, mit denen sich diese Generation konfrontiert sehe, so Morgan. Als wirksamstes Instrument spielt den Jungen die lange Zeit der Ansparphase in die Hände.

"Wenn Sie zu einem frühen Zeitpunkt damit beginnen zu sparen, hat dies erheblichen Einfluss auf die Höhe Ihres Ruhestandseinkommens. Die wundersame Wirkung des Zinseszinseffekts, bei dem Sie Renditen auf Ihre Renditen erwirtschaften, summiert sich im Laufe von 30 oder 40 Jahren Ansparphase", sagt die Altersvorsorgeexpertin.

Langfristige Beratungschancen
Kreditinstituten sowie Versicherern bietet das Möglichkeiten der Beratung von Millennial-Kunden über einen langen Zeitraum zu verschiedenen Säulen der Altersvorsorge bis hin zur Ruhestandsplanung in der letzten Phase vor der Rente. Die Analysen von Schroders zeigen, dass jemand, der ab 20 Jahren für die Altersvorsorge anspart, zwischen zwölf und 15 Prozent des jährlichen Einkommens beiseitelegen müsste, um mit 50 Prozent des vorherigen Einkommens in Rente zu gehen.

Die Analyse geht von einem Sparbeginn ab 30 Jahren und einem Eintritt in den Ruhestand mit 65 Jahren aus, bei einem Anfangsgehalt von 35.000 britischen Pfund (34.032 Euro, Stand 6. Dezember 2017), das mit der Inflation steigt. Die Ersatzrate basiert auf aktuellen Rentensätzen, die ein Einkommen von 66 beziehungsweise 50 Prozent des letzten Gehalts generieren. Viele Sparer setzen Erhebungen zufolge allerdings im Produktmix zu sehr auf Sicherheit und verschenken dadurch bares Geld. Laut einer Studie im Auftrag der Zeitschrift "Finanztest" haben Kleinanleger etwa zwischen 2005 und 2015 pro Jahr durchschnittlich auf mehr als fünf Prozent Rendite verzichtet.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Springer Professional.

Autor(en): Eva-Susanne Krah

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