KMUs optimistisch, sind aber nachlässig abgesichert

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Die meisten, nämlich 62 Prozent der deutschen Eigentümer und Top-Manager kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) stehen dem kommenden Geschäftsjahr positiv gegenüber. Das zeigt das Optimismus-Ranking des jährlichen "Hiscox DNA of an Entrepreneur Report 2017".  Diese positive Grundhaltung steht im Zusammenhang mit der anhaltend stabilen wirtschaftlichen Lage der Befragten. So gaben 68 Prozent von ihnen an, ihre Umsätze in den letzten zwölf Monaten gesteigert zu haben und nur 26 Prozent hatten Umsatzrückgänge zu verzeichnen. 66 Prozent konnten zudem im vergangenen Jahr ihren Gewinn maximieren, bei 27 Prozent war dieser dagegen rückläufig.

Die Befragten werden weder von der Digitalisierung der Arbeitswelt noch vom Brexit stark tangiert. 90 Prozent der Unternehmen gehen nicht davon aus, dass neue Technologien in Zukunft ein Arbeiten mit weniger Mitarbeitern ermöglichen wird. Nur elf Prozent erwarten negative Auswirkungen auf das eigene Geschäft. 79 Prozentgehen davon aus, dass sich durch den EU-Austritt Großbritanniens nichts für sie ändert und zehn Prozent glauben an positive Folgen für das Unternehmen.

Knapp jeder Fünfte ist gar nicht versichert
Optimismus scheint auch das  Stichwort vieler deutscher KMU bei der Absicherung ihres Geschäftes zu sein: 19 Prozent haben gar keine Versicherungen abgeschlossen (2016: 18 Prozent). Dabei riskieren vor allem ältere Unternehmer existenzbedrohende Schäden: Während 24 Prozent der über 60-Jährigen nicht versichert sind, sind es unter den bis 30-Jährigen nur zehn Prozent.

Zu den größten unversicherten Risiken zählten 46 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer die Gefahr, von Kunden nicht bezahlt zu werden (2016: 47 Prozent). Für 27 Prozent stellt ein Datenverlust beziehungsweise der Verlust geistigen Eigentums ein Risiko dar, für das sie im Schadenfall keine Entschädigung erhalten würden (2016: 29 Prozent), und 25 Prozent zählen auch Cybercrime zu den größten unversicherten Risiken (2016: 25 Prozent).

Anteil der Cyber-Policen steigt auf neun Prozent
Von den Unternehmen der deutschen Befragten hatten 54 Prozent eine Betriebshaftpflicht abgeschlossen (2016: 56 Prozent) und 43 Prozent verfügten über eine Gebäude- beziehungsweise Büroinhaltsversicherung (2016: 47 Prozent). Auf Platz drei der verbreitetsten Versicherungen folgt die Berufshaftpflicht mit 41 Prozent (2016: 46 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der Unternehmen mit Cyber-Versicherung um drei Prozentpunkte auf neun Prozent.

 "Es ist erstaunlich, wie nachlässig viele Unternehmer in Deutschland ihr Geschäft absichern. Zwar wächst zum Beispiel im Bereich Cyber-Sicherheit das Bewusstsein für Risiken, doch nur langsam entscheiden sich mehr Mittelständler für eine zusätzliche Cyber-Versicherung neben den Standard-Policen", Tobias Wenhart, Manager Products & Underwriting, Hiscox Deutschland.

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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