Kundenansprache im Netz: Nicht jeder Versicherer weiß, wie es geht

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Versicherer müssen das Internet aktiver als Vertriebskanal nutzen, fordert Torsten Schwarz vom Beratungsunternehmen Absolit Consulting. Der Leiter der Studie "Versicherungen Online" hat die Netzaktivitäten der 40 aktivsten Versicherer untersucht. Über die Hälfte hat es nicht geschafft, ihre Onlineaktivität im Vergleich zu 2015 zu erhöhen, lautet ein Studienergebnis.

Ob und wie Versicherer das Internet und soziale Netzwerke nutzen, ist sehr unterschiedlich. Hier zeigt sich kaum ein einheitliches Bild. In der Summe verbuchten die Unternehmen im Jahr 2015 72 Millionen Besuche auf ihren Webseiten. 2016 waren es schon 112 Millionen. Trotzdem haben 22,5 Prozent noch keinen Facebook-Account.

Rückzug aus Facebook ist unverständlich
Kleine Unternehmen wie VGH und Mannheimer nutzen Facebook sehr intensiv zur Pflege der Kundenbeziehungen. Ein Drittel der Fans sind hier aktiv - bei großen Playern liegt der Anteil eher bei drei bis vier Prozent. "Schwer nachvollziehbar zu einer Zeit, in der jeder von Digitalisierung redet", kommentiert Schwarz die Entscheidung des Münchner Vereins, eine bestehende Facebook-Seite stillzulegen.

Beim Thema Mobile-Optimierung hat rund die Hälfte der Versicherer ihren Onlineauftritt responsiv gestaltet, also auch für mobile Endgeräte optimiert. Die Mehrheit ist in Suchmaschinen nun besser sichtbar als im Vorjahr. Bei Direktversicherern, die auf Neukunden aus dem Web noch stärker angewiesen sind, lässt die Anzahl an Suchbegriffen, mit denen das Unternehmen bei Google.de gefunden wird, stark zu Wünschen übrig, kritisiert Schwarz.

VGH legte zu
Im Vergleich zu 2015 konnte sich die VGH am stärksten verbessen. Das Unternehmen arbeitete sich von Platz 38 auf Platz 24 vor. Positiv fielen die Veränderungen auch bei der Aachen-Münchener, der Debeka, der Nürnberger sowie der Axa aus. Axa rückte damit auch erstmals in die Top-zehn der online-aktivsten Versicherer vor.

19 Versicherer konnten ihren Standard nicht halten und haben an Onlineaktivität eingebüßt. Die Ergebnisse des Münchener Vereins sind nur noch halb so gut wie im Vorjahr. Zum großen Teil liege dies an der aufgegebenen Social-Media-Aktivität. Jedoch hätten auch alle anderen Bereiche nachgelassen, so die Studie.

Über die Studie
Um die Onlinepräsenz zu berechnen, analysierte Absolit 24 Kriterien, wie Besucher der Website, Reputation oder Anzahl der Seiten einer Website. Auch die Zahl der Suchworte, mit denen ein Anbieter in den Top-Positionen von Suchmaschinen erscheint, wurde gemessen.

Neben den Backlinks wurde auch die Menge verlinkender Domains erfasst. Facebook, Twitter und Google+ dienten als Indikatorne für die Aktivität im Social Web. Wie viele Fans und Follower hat ein Unternehmen, wie aktiv sind diese und wie oft wird die Marke erwähnt? Aus allen Messwerten wurde für die Bereiche Web, Social Web sowie Suchmaschinen jeweils ein Index ermittelt. Das Gesamtranking setzt sich aus der Summe der Indizes zusammen.


Die Erstplatzierten der Absolit-Studie "Versicherungen Online"
Gesamt
1. Allianz
2. Huk-Coburg
3. R+V
Web
1. Allianz
2. Huk 24
3. Huk-Coburg
Social Web
1. Ergo Direkt
2. Barmenia
3. Huk-Coburg
Suchmaschinen
1. Huk-Coburg
2. Allianz
3. Cosmos-Direkt

Bild: © Groenning / Fotolia.com

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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