Rating private Krankenversicherung: Verlierer sind die Verweigerer

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Verlierer des aktuellen Ratings der privaten Krankenversicherer (PKV) durch den Map-Report sind die 15 Verweigerer. So reagierten Arag, Gothaer, LKH, Mecklenburgische, Münchener Verein und Universa überhaupt nicht auf die Anfrage des Branchenblatts. Axa, Bayerische Beamtenkranken, Central, Continentale, Inter, Mannheimer, Nürnberger, UKV und Württembergische sagten ihre Teilnahme ab. Im Vorjahr hatten sich Nürnberger und Inter dem Rating noch gestellt.

Das zeigt, was etwa von einem Service-Preis durch das Deutsche Institut für Servicequalität, den gerade der Münchener Verein erhielt, zu halten ist - wenig. Wenn sich das Unternehmen in wesentlichen Kennzahlen nicht einem Marktvergleich stellt. Ausschließlich "sehr gute Gesellschaften" haben sich am Rating beteiligt, stellt Reinhard Klages, Chefredakteur des Map-Reports, fest. "Vor diesem Hintergrund gibt es in diesem Test auch keine Verlierer. Alle Teilnehmer sind Vorbilder an Transparenz." Zum Rating aufgefordert wurden alle Gesellschaften der Branche, die Vollkostenversicherungen anbieten und deren Geschäftstätigkeit nicht auf bestimmte Nischen begrenzt ist. 17 Gesellschaften mit einem Marktanteil von immerhin 65 Prozent lieferten die für eine Berücksichtigung im Rating erforderlichen Daten.

Teilnehmer sind beitragsstabil
Diese Gesellschaften haben ihre die Bestandsbeiträge von 2015 auf 2016 durchschnittlich um 4,1 Prozent erhöht und können so auf eine sehr stabile Beitragspolitik verweisen. Acht Gesellschaften zeichnete der Map-Report mit der Bestnote "mmm" für langjährige "hervorragende Leistungen" aus, neun PKV-Unternehmen erhielten "mm" - also immer noch ein "sehr gut". Erstmals konnte sich die SDK in die Gruppe der Allerbesten einreihen. Die Debeka verteidigte erneut die Position als bester privater Krankenversicherer im Rating mit 85,70 von insgesamt 100 Punkten.

Wie im Vorjahresrating zählten auch Signal, Provinzial, Deutscher Ring, Barmenia, Alte Oldenburger und Concordia zur Spitzengruppe. Der Versuch der Analysten auch die Tarifwechsel der Kunden mit bei der Beitragsentwicklung zu berücksichtigen, scheiterte hingegen. Es wurden nicht genügend Daten gemeldet. An einzelnen Beispielen wird aber aufgezeigt, dass auch beim Wechsel die Beiträge nicht unbedingt in die Höhe schießen müssen - sie können sogar günstiger verlaufen.

Hohe Qualität der Vorjahre gehalten
Dies zeigt etwa ein Beispiel der Allianz. "Der Kunde der Allianz, der im Januar des Jahres 2000 die Tarife 709/720/740 abgeschlossen hat und zum 1.1.2011 zum AktiMed Best 90 wechselte, kam für die Jahre 2000 bis 2016 auf eine durchschnittliche Beitragserhöhung pro Jahr von 2,70 Prozent", erläutert der Map-Report. Demgegenüber schneidet die im Rating bewertete Tarifkombination 701/720/740 mit einer Anpassung von bei 3,46 Prozent schlechter ab.

Fazit der Analyse: "Insgesamt bestätigten die Teilnehmer trotz leicht überarbeiteter Bewertungskriterien ihre hohe Qualität aus den Ratings der Vorjahre und bewiesen, dass sie nicht zufällig zu Deutschlands besten Versicherern zählen." Trotzdem warnt das Branchenblatt davor, zu glauben, dass in allen Fällen die Top bewerteten Gesellschaften immer "das Beste für jeden Kunden sind". Die PKV sei mit Anstand die Branche, bei der die Absicherung am individuellsten an die Wünsche des Kunden angepasst werden müsse. Trotzdem bleibt es dabei: Gesellschaften, die viel Transparenz zeigen, sollten für Vermittler die erste Wahl sein. Bei einem Angebot von 17 Gesellschaften dürfte jeder individuelle Wunsch befriedigt werden. Wer eine andere Gesellschaft für seinen Kunden wählt, sollte, um eine Beratungsverschulden zu vermeiden, auf die Nichtteilnahme an dem wichtigen Branchenrating hinweisen.

Bildquelle: © n-media Images/Fotolia.com

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

 

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