Über 5.000 Gebundene weniger

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Die Zahl der Versicherungsvermittler ist nach Angaben der Industrie- und Handelskammern weiter rückläufig. Wie sich die Finanzanlagenvermittler sowie die Honorarberater entwickelt haben.

Das Versicherungsvermittlerregister verzeichnet zum Jahresbeginn erneut erheblich weniger Vermittler als im Vorjahr, genau sind es 5.141 weniger. 228.289 Vermittler gibt es aktuell in Deutschlands Register.

Keine Erkenntnis zu Gründen
Der Rückgang geht auch weiterhin ausschließlich auf das Konto der gebundenen, erlaubnisfreien Vertreter, von denen sogar 5.346 binnen Jahresfrist von den Versicherern ausgetragen worden sind. Über die Art der ausgetragenen Vermittler, insbesondere ob es sich um haupt- oder nebenberufliche Vertreter gehandelt hat, und die Gründe für die Austragung schweigt sich die Statistik aus.

Leicht abgenommen hat auch die Zahl der Versicherungsvertreter mit Gewerbeerlaubnis, innerhalb von zwölf Monaten waren es 289 weniger. Damit sind nun 29.853 Ausschließlichkeits- und Mehrfachvertreter mit Erlaubnis erfasst. Nahezu in gleichem Maß haben produktakzessorische Vertreter zugenommen (plus 295 auf 3.588). Hierunter dürften sich in erster Linie Autohäuser und ähnliche Vermittler finden.

Wie viele Makler sind wirklich aktiv?

Die Zahl der registrierten Makler hat gegenüber dem Jahresanfang 2016 leicht um 169 auf 46.811 zugenommen. Auch hier schweigt sich die Statistik darüber aus, wie viele der Makler tatsächlich noch aktiv am Markt tätig sind, oder im stillen „Run-off“ befindlich. Damit ist gemeint, dass ältere Makler, die ihren Bestand angesichts fehlenden Nachwuchses nicht verkaufen können, diesen ohne aktive Neueinwerbung von Kunden weiterlaufen und die Zulassung dafür aufrechterhalten, damit sie rechtmäßig weiter Bestandscourtagen einnehmen dürfen.

Leicht zugenommen hat zudem die Zahl der Versicherungsberater, von 292 vor Jahresfrist auf aktuell 311. Damit bleibt es dabei, dass das Interesse an der von der Bundesregierung favorisierten Honorarberatung offenkundig überaus gering ist. Denn in einem funktionierenden Markt würden sich vor allem Makler ohne Weiteres zum Beraterstatus bekennen, wenn sie eine entsprechende Kundennachfrage verspüren würden.



Honorarberatung stößt weiter auf geringes Interesse
Auch in den anderen Finanzvermittlungsbereichen bleibt die Zahl der Honorarberater gering. Zum Jahresanfang verzeichnen die Kammern 139 Honorar-Finanzanlagenberater, das sind 29 mehr als Anfang 2016. Etwas anders sieht es nur bei den Immobiliardarlehens-Vermittlern aus. Hier treten immerhin 694 der insgesamt 22.180 erfassten Unternehmungen als Honorar-Berater auf.

Die Zahl der Finanzanlagenvermittler hat um 817 auf nunmehr 37.229 zugenommen, ein Plus von 2,2 Prozent. Nach wie vor befassen sich zwar fast alle Finanzanlagenvermittler mit der Vermittlung offener Investmentfonds, aber nur etwas über jeder Vierte mit geschlossenen Fonds und rund 17 Prozent mit sonstigen Vermögensanlagen.

Die vollständigen Statistiken sind wie gewohnt auf den Internetseiten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages () abrufbar.

Bild: Cumulus

Autor(en): Matthias Beenken

 

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