Vermittler demonstrieren für ihren Berufsstand

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Erstmals in der 113 Jahre währenden Geschichte des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) gingen dessen Mitglieder in Berlin auf die Straße. Sie brachten Dank an die Politik, aber keinen Jubel mit.

Eine solche Demonstration hat die Hauptstadt Berlin wahrscheinlich noch nicht oft gesehen: Statt auffälliger Westen und lauten Trillerpfeifen dominierten Anzugträger den Potsdamer Platz in Berlin. Hunderte Versicherungsvermittler und ihre Mitarbeiter waren dem Aufruf des Berufsverbands BVK gefolgt, für ihren Berufsstand zu demonstrieren. Immerhin gab es die gewohnten Transparente und Schilder.

Entgegenkommen der Politik gewürdigt
Tags zuvor war bekannt geworden, dass die Politik unter dem Eindruck der Proteste und der Expertenanhörung vom Montag eine für Vermittler besonders empfindliche neue Regulierung fallen lassen wollen, die Ergänzung des § 61 VVG um eine Vorgabe zur ungefragten Offenlegung und Dokumentation der persönlichen Abschlussprovision. Daraufhin änderte BVK-Präsident Michael H. Heinz kurzerhand den Anlass des öffentlichen Auftritts von einer Demonstration gegen ein Gesetz in eine Demonstration für den Berufsstand der ehrbaren Versicherungskaufleute.

In seiner frei gehaltenen Rede betonte Heinz die sozialpolitische Bedeutung des Berufsstands und warf Verbraucherschützern und Medien vor, gezielte Unwahrheiten über den Berufsstand zu verbreiten. Einzelne schwarze Schafe und umsatzgetrieben agierende Versicherer seien nicht geeignet, Versicherungsvertreter und Makler in Gänze in Misskredit zu bringen.

Umfangreiche Aktionen führten zum Erfolg
Heinz betonte unter dem Beifall der Teilnehmer, dass ehrbare Versicherungsvermittler ihren Kunden nicht nur notwendige Vorsorge vermitteln, sondern sie auch betreuen. Der Staat ziehe sich immer mehr aus seiner Verantwortung zurück, und auch Verbraucherschutzorganisationen suchten nicht die Menschen auf. Das sei Aufgabe der Vermittler. Dafür müsste die Politik eigentlich jeden Tag dem Vertrieb danken.

Demonstrativ hob Heinz auch die Nähe zu den Vertretervereinigungen hervor, die durch ihren obersten Repräsentanten Marco Seuffert vertreten wurden. Ihnen sei es zu verdanken, dass in einer konzertierten Aktion trotz der übergroßen Eile, mit der die Bundesregierung das Lebensversicherungsreformgesetz versucht durchzusetzen, zahlreiche Politiker angesprochen und angeschrieben wurden, um Argumente gegen einzelne Bestimmungen dieses Gesetzes vorzutragen.

Besonders kritisierte Heinz in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Verbände ganze anderthalb Arbeitstage Zeit erhalten hatten, sich in einen 20 Seiten umfassenden, komplexen Gesetzesvorschlag einzulesen und eine Position dazu zu formulieren. Damit sehen sich die Verbände nicht ernst genommen, ihre Meinung ausreichend einzubringen.

Autor(en): Matthias Beenken

 

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