Vermittler mehrheitlich nicht auf Nachfolge vorbereitet

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Eine aktuelle Vermittlerbefragung offenbart, dass die meisten Vertreter und Makler zwar einen eindeutigen Wunschtermin für ihr Ausscheiden, aber wenig konkrete Vorstellungen von der Zukunft ihres Betriebs haben.

Die Berufsakademie Dresden hat mit Unterstützung der Versicherungsforen Leipzig, Q-Perior AG und Fachhochschule Dortmund in einem studentischen Projekt Versicherungsvermittler bundesweit zum Thema Nachfolge im Betrieb befragt. Knapp 500 Vermittler nahmen an der Online-Umfrage im Frühjahr teil.

Typisches Ruhestandalter
Erste Ergebnisse stellte Initiator Mario Gärtner von den Versicherungsforen Leipzig auf der 4. Konferenz "Betriebswirtschaftliche Beratung und Betreuung von Agenturen und Maklern im Versicherungsvertrieb" vor. Danach sehen es zwei Drittel der Befragten als wichtig an, eine "geregelte Nachfolge" für ihren Betrieb zu erreichen. Die meisten Vermittler haben dabei die Vorstellung, rund um das Alter 65 in den Ruhestand zu treten.

Tatsächlich hat aber nur jeder zehnte Vermittler eine Nachfolgeregelung getroffen und gut ein Viertel eine solche zumindest in Planung. Von denen wiederum hat nur ein kleinerer Anteil bereits konkrete Maßnahmen wie die Einstellung eines Nachfolgers oder die Vorbereitung auf eine Abwicklung und Büroschließung getroffen. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass selbst Ausschließlichkeitsvertreter mehrheitlich die Verantwortung für die Nachfolge bei sich selbst und nicht beim Versicherungsunternehmen sehen.

Unzureichende Altersvorsorge
Sehr unterschiedlich sind die Auffassungen darüber, wie lange im Voraus eine Nachfolge vorzubereiten ist. Immerhin vier Prozent gaben an, dass dazu weniger als ein Jahr ausreicht, nur 20 Prozent dagegen umgekehrt mehr als fünf Jahre. Auch das ist erstaunlich, wird doch beispielsweise bei der Berechnung eines Ausgleichsanspruchs ein Zeitraum von fünf Jahren vor Agenturvertragsbeendigung herangezogen. Auch bei der grundsätzlich wesensverwandten Wertermittlung eines Maklerbestands sollte die längerfristige Entwicklung desselben eine wichtige Rolle spielen.

Immerhin rund die Hälfte der Befragten gibt an, dass der Ausgleich beziehungsweise Verkaufserlös für die Altersvorsorge des ausscheidenden Vermittlers entscheidend ist. In einer überschlägigen Ermittlung dieses Wertes zeigt sich allerdings, dass rund sechs von zehn der ab 50-jährigen Vermittler Ausgleichs- oder Verkaufserlöse von nicht mehr als 200.000 Euro zu erwarten haben. Daraus lässt sich jedoch keine angemessene Altersrente finanzieren.

Nur jeder Sechste kann auf auskömmliche Altersrente aus Verkauf hoffen
Dagegen dürfte nur rund jeder sechste Vermittler mit mindestens einer halben Million Euro Wert der Agentur oder des Maklerbestands über eine Größenordnung verfügen, die sich in eine nennenswerte Altersrente umwandeln lässt - vorausgesetzt, die Agenturabgabe oder der Verkauf des Maklerbetriebs funktionieren so wie erwünscht.

Bildquelle: © Robert Kneschke/Fotolia.com

Autor(en): Matthias Beenken

 

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