Zurich ist Alexa-ready

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Rund 28 Millionen Menschen in Deutschland nutzen bereits Amazons digitalen Sprachassistenten Alexa. Zum Jahresende sollen sie auch Wohngebäude- und Hausratversicherungen der Zurich Gruppe Deutschland über das System abschließen können. Unternehmensziel ist es, in absehbarer Zeit, alle Retail-Produkte des Versicherers über Sprachsteuerungssysteme wie Alexa zu vertreiben.  "Die Digitalisierung revolutioniert unser Geschäftsmodell. Und wir werden diese Chance erfolgreich nutzen", sagte Marcus Nagel, Vorstandsvorsitzender des Versicherers, bei der Präsentation neuer Anwendungslösungen im Kölner Gründerzentrum Startplatz .

Kundenorientierung, Innovationen und Simplifizierung sind die drei zentralen Handlungsfelder, auf sich sein Unternehmen konzentriere, so der Zurich-Chef.  Um den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen, aktuell gebe es einen Wandel vom Push- zum Pull-Markt, hat der Konzern in seine IT-Infrastruktur einen dreistelligen Millionenbetrag investiert. Nun verfüge man über eine leistungsfähige IT-Basis für alle Vertriebswege.

Digitale Unterstützung auch im Tagesgeschäft
Um die Bedürfnisse des Kunden stärker in den Mittelpunkt zu rücken, setzt der Konzern auf die  Design Thinking Methode, die sich unter anderem durch permanentes Kundenfeedback auszeichnet. Etliche Produkte sind so entstanden und bereits marktreif oder stehen kurz vor der Markteinführung: Der voll digitale Versicherungsabschluss mit "Alexa Zurich Skill", wird  zum Jahresende Wirklichkeit werden. Schon jetzt, kann das System Vermittler suchen, Begriffe erklären und Versicherungen berechnen. Chatbots sollen Informationen zu Produkten und Services zu jeder Tageszeit bereitstellen. Vor allem junge Kunden sollen durch "Picsurance" angesprochen werden und Empfehlungen von Versicherungsprodukten auf Basis von Bilderkennung erhalten. Der Online-Abschluss soll im Anschluss direkt und unkompliziert möglich sein. Mit "Cogito"  kann der Versicherer in Echtzeit Analysen von Telefongesprächen erstellen und live Feedback zur Gesprächsführung geben.

Auch im Tagesgeschäft setzt der Versicherer zunehmend auf digitale Unterstützung bei der Bewältigung standardisierter Prozesse: So werden derzeit rund 50.000 Geschäftsvorfälle und 30.000 Glasschadenvorgänge pro Jahr per Software-Robotics vollautomatisch abgewickelt. Damit sollen die Mitarbeiter mehr Zeit für kundenorientierte Arbeiten erhalten.  Schadenbegutachtung per Videotelefonie soll eine schnellere und unkompliziertere Abwicklung gewährleisten. Bei Schäden bis 3.000 Euro könne die Abwicklung sofort stattfinden, erläuterte Nagel.

Wir schaffen neue Räume, in die neues Denken einziehen wird, Marcus Nagel, Vorstandsvorsitzender Zurich Gruppe Deutschland

Neue Arbeitsformen erprobt
Intern bereitet sich die Zurich auch auf die Arbeitswelten der Zukunft vor: Ab Ende 2019 soll die Zentrale in Köln Deutz bezugsfertig sein. Ihr Grundstein wurde kürzlich gelegt. Im Rhein-Main-Gebiet will der Versicherer am Standort Frankfurt ab März 2018 sein Domizil im Pollux Tower beziehen.  Neue Arbeitsformen, die künftig in beiden Standorten praktiziert werden sollen, werden aktuell auf zwei Pilotflächen erprobt. Offene Raumkonzepte, mobiles und zeitlich flexibles Arbeiten sind hier die Stichworte. Arbeits-, Konferenz-, Bewegungs- sowie Entspannungsbereiche sollen den Mitarbeitern je nach Bedarf zur Verfügung stehen.

Die Entwicklung der neuen Arbeitsumgebungen sei eng mit dem Betriebsrat abgestimmt, so Nagel. Auch für die Vorstände werde es künftig kein eigenes Büro mehr geben.


Autor(en): Alexa Michopoulos

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