Unfallversicherung: Anwälte werben für Zeckenschutz - Neue Ratings

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Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um seine private Unfallversicherung auf den Prüfstand zu stellen, meint die Arbeitsgemeinschaft für Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Die Police, so die Juristen, kann nämlich durch Aktualisierung der Bedingungen um Zeckenschutz erweitert werden. Und mit dem Frühjahr beginne nicht nur für Menschen die Freiluft-Saison, sondern auch der Gemeine Holzbock, wie die bekannteste Art der Zecke heißt, werde wieder aktiv.

"Eine Borreliose-Infektion nach einem Zeckenbiss kann dauerhafte Gesundheitsschäden bis zu einer Invalidität nach sich ziehen", stellt der DAV-Fachanwalt für Versicherungsrecht Arno Schubach fest. In viele Angeboten der Unfallversicherer wären aufgrund verbesserter Bedingungen solche Infektionen nun mitversichert.

Gute Geschäfte
Gleichzeitig mit dieser "fachkundigen Werbung" für die private Unfallversicherung haben die Rater Morgen & Morgen (M&M) sowie Franke & Bornberg unabhängig voneinander neue Unfall-Ratings veröffentlicht. Nach Einschätzung von Franke & Bornberg-Geschäftsführer Michael Franke sind die versicherten Leistungen in der privaten Unfallversicherung in den letzten Jahren immer "umfangreicher und detaillierter" geworden. Grund: Mit dem Produkt lässt sich richtig gutes Geld verdienen. So liege die Schadenkostenquote nur bei rund 80 Prozent. Der Wettbewerbsdruck sei daher hoch. Trotz verschärftem Rating hätten 20 Prozent der Top-Tarife die Bestbewertung von "FFF" erreicht.

Vor allem der bisherige Unfallbegriff sei deutlich erweitert worden. Neben Infektionen durch Insekten verweist Franke auf Schutz durch Eigenbewegung, wie den Achillessehnenriss und die umfangreiche Absicherung von Bewusstseinsstörungen. Mitversichert sind nun fast immer Invalidität durch Trunkenheit, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Besonders innovativ zeigt sich übrigens die Ostangler Versicherungen. Neu ist die "Unfall Existenz Versicherung". Die Ostangler koppelt hier den die aus der privaten Haftpflichtversicherung bekannte "Forderungsausfalldeckung" an die Unfallversicherung. "Mit diesem Angebot verhalten wir uns im Fall eines Unfalls so, als ob die Ostangler der Unfallverursacher und somit haftpflichtig wäre", erklärt Jens-Uwe Rohwer, Vorstandsvorsitzender des Versicherers.

Sehr unterschiedliche Ratings
Gute Noten gibt es im Rating der Hannoveraner aber auch für den von Franke entwickelten "Grundschutz". Der sei für Kunden geeignet die nur "existenzbedrohende Gefahren abwehren wollen", meint der Rater. Eine gute Bewertung und Argumentation für Schmalspur-Produkte dürfte Vermittler aber kaum aus ihrer Haftung befreien. Vor allem, wenn es für Topprodukte nur einen geringen Preisaufschlag gibt.

Ganz anders geht jedenfalls Morgen & Morgen bei seinem aktuellen Unfallrating vor. Nach Meinung der Rater aus Hofheim im Taunus würden Bezeichnungen wie Basis, Komfort oder Premium in der Beratung nur bedingt helfen. Daher unterwirft M&M die untersuchten 140 Tarife von 51 Versicherern immer der vollkommen gleichen Auswertung und übersetzt die Ergebnisse in eine einfache Sternelogik, die wohl für jeden Verbraucher leicht verständlich ist: Fünf Sterne sind "ausgezeichnet", ein Stern ist "sehr schwach".

32 Tarife als ausgezeichnet bewertet
Insgesamt fand M&M 32 Tarife mit der Bestbewertung von fünf Sternen. Diese Tarife leisten beispielsweise auch bei Gesundheitsschäden aufgrund von Eigenbewegungen und erhöhter Kraftanstrengung, bei Infektionskrankheiten, Wundinfektionen, Tollwut oder Wundstarrkrampf, und sie verzichten auf zu kurze Fristen bezüglich Eintritt, Feststellung und Geltendmachung der Invalidität. Da sie alle Zeckenschutz bieten, dürften sie wohl auch alle von den Versicherungsjuristen des DAV empfohlen werden.

Bildquelle: © Halfpoint/Fotolia.com

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

 

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