Auf der Suche nach den Risiken von morgen

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Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS), der Industrieversicherer der Allianz SE, hat eine Kooperation mit dem US-amerikanischen  Datenanalyse-Spezialisten Praedicat geschlossen.

Ziel der Partnerschaft ist es, künftige Haftungsrisiken mit Großschadenpotenzial besser vorhersagen zu können. Praedicat scannt mit selbstlernenden Programmen riesige Textmengen von in Peer Reviews überprüften wissenschaftlichen Veröffentlichungen und bildet so die Wahrscheinlichkeit ab, mit der Chemikalien, Substanzen oder Produkte zu Schadenersatzforderungen und gerichtlichen Auseinandersetzungen führen könnten

Entlastung für Underwriter
Die Haftpflicht-Underwriter der AGCS können nun nicht nur auf historische Schadentabellen oder technische Expertengutachten zurückgreifen, sondern auch die Datenmodelle von Praedicat nutzen. Damit sollen sie mögliche Haftungsrisiken für ganze Branchen oder einzelne Unternehmen genauer ermitteln und einschätzen.

„Vorausschauende Modelle werden das in erster Linie auf Erfahrungen basierte Underwriting grundlegend verändern. Durch die Zusammenarbeit mit Praedicat möchten wir unsere Underwriter von Routineaufgaben entlasten und ihnen ermöglichen, sich zu Datenexperten weiterzuentwickeln“, erklärt Harmut Mai, Chief Underwriting Officer und Vorstandsmitglied der AGCS. Neuartige Risiken seien schwer einzuschätzen. Nun könnten die Mitarbeiter künftige Haftungsszenarien mit einer soliden Datenbasis bewerten. Ein weiterer Vorteil der Partnerschaft ist laut Mai ein verbesserter Dialog mit den Kunden. Diese könne man künftig früher auf mögliche neue Risiken aufmerksam machen.

Gemeinsame Studie zu Risiken der Nanotechnologie
Die Software von Praedicat verwendet selbstlernende Programme und Algorithmen zur Analyse großer Datenmengen aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen und ermittelt die Wahrscheinlichkeit von Gerichtsprozessen rund um einzelne Produkte, Chemikalien oder Substanzen. Wurden Risikoauslöser identifiziert, werden diese über einen längeren Zeitraum systematisch beobachtet, um so die zunehmende wissenschaftliche Anerkennung eines Risikos bestimmen. Zudem hat das Unternehmen eine Datenbank entwickelt, die die Gefährdung einzelner Unternehmen oder Branchen durch bestimmte, als kritisch identifizierte Stoffe abbildet.

Viele Haftungsszenarien gehen auf neue Entwicklungen zurück, deren künftige Folgewirkungen noch nicht genau absehbar sind. AGCS und Praedicat planen deswegen eine Studienserie über neue Haftungsrisiken. Die erste Publikation  zum Einsatz von Nanotechnologie in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie wurde bereits veröffentlicht: „Emerging risk: Nanotechnology in food“.

Quelle: Allianz Global Corporate & Specialty SE

Autor(en): Alexa Michopoulos

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