Axa-bAV-Symposium: Biometrische Solo-Absicherung forcieren

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Der Verkauf der Axa-Tochter Pro bAV Pensionskasse ist nach Aussage von Björn Achter (im Bild) bei Versicherungsmaklern und Vermittlern auf "breites Verständnis" gestoßen. "Wir haben die Vertriebe am gleichen Tag wie die Öffentlichkeit informiert", sagte der Leiter des Geschäftsfelds bAV anlässlich des diesjährigen Axa-Symposiums zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) in Köln.

Die endgültige Freigabe des Verkaufes an die Frankfurter Leben durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht erwartet Achter noch im April. Dann erst könnten die Kunden offiziell informiert werden. Der Aufkäufer will die Kosten auf dem Stand von 2016 um 15 Prozent senken und damit die Attraktivität der Pensionskasse erhalten.

Konsolidierung des Marktes ist wahrscheinlich
Nach Einschätzung des bAV-Experten ist eine solche Kostensenkung nur möglich, wenn man weiter Pensionskassen konsolidiert. "Ich glaube wir werden das bald sehen" sagte Achter. Das Neugeschäft der Pensionskasse sei in der vergangenen Zeit fast zum Erliegen gekommen. So zahle die Kasse aktuell laufende Überschüsse von 1,75 Prozent, während bei der Axa Lebensversicherung ein Wert von 2,9 Prozent erzielt wird. Daher hätte man die Pensionskasse für die bAV nicht mehr empfehlen können.

Künftig will sich die Axa bei der bAV auf die Direkt- und Rückdeckungsversicherung konzentrieren. Vor allem Solo-Biometrie-Produkte will der Versicherer stärker in den Vordergrund stellen. Diese Produkte sind laut Achter "noch nicht im Markt angekomme"“. Heute stehe bei der Vorsorge über den Betrieb immer noch die Rentenabsicherung im Focus. Dabei sei gerade Berufsschutz über den Betrieb durch eine einfache Gesundheitsprüfung und kollektive Berufsgruppentarife gegenüber dem Privatmarkt besonders attraktiv. Für die Solo-BU will die Axa in Kürze ein neues, feiner abgestimmtes Preissystem vorstellen. Für die reine Todesfallabsicherung empfiehlt Achter eine einjährige Kalkulation. "Das ist besonders günstig, weil auf die Altersstruktur der Belegschaft abgestellt wird", so der bAV-Fachmann.

Frauen unterrepräsentiert
Zudem will der Versicherer mehr Frauen in die bAV bekommen. "Unsere Bestände zeigen, dass Frauen im Vergleich zu Beschäftigungsquote unterrepräsentiert sind", so Achter. Hier spiele das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz eine besondere Rolle. Denn die Reform begünstige Geringverdiener und Minijobber. Achter: "Auch die Nachholmöglichkeiten für alle, die zeitweilig aus dem Job ausgeschieden sind, wurden deutlich verbessert."

Makler bestätigen am Rande der Veranstaltung, dass das bAV-Geschäft derzeit sehr gut läuft. "Doch durch die IDD und die Datenschutzgrundverordnung haben wir einen enormen Mehraufwand", so ein Teilnehmer. Dabei würden die regulatorischen Dinge die Unternehmer kaum interessieren. Die Möglichkeit, einer umfassenden Protokollführung, wir sie das neue Datenschutzrecht verlangt, macht vor allem Makler zu schaffen, die individuelle Software nutzen. Demgegenüber können Standardprogramme eine umfassende Protokollierung erfüllen.

Makler sehen Nahles-Rente kritisch
Deutlich skeptischer als die Axa sehen Makler die so genannte Ziel- oder Nahles-Rente. Wie hier von typischen bAV-Maklern beraten werden kann, sei noch vollkommen unklar. Nach Berechnung der Axa kann man mit der Nahles-Rente bei gleichem Risiko eine um ein Prozent höhere Rendite erzielen.

"Wir haben in den letzten 18 Monaten sehr viele Gespräche mit den Sozialpartnern geführt und halten das Sozialpartnermodell für höchst interessant", sagte Axa-Leben-Vorstand Patrick Dahmen. So sei es bei optimalen Regelungen möglich die Rente mit Kostensätzen von 0,4 Prozent anzubieten. "Dabei müssen die Tarifverträge für eine Branche aber stark standardisiert werden, damit wir die volle Wucht des kollektiven Sparens nutzen können", so Dahmen. Nach Erkenntnissen der Axa sind die Betriebsrenten, wenn rund 15 Prozent der Rendite in einen Puffer gelegt werden, auch in der Auszahlungsphase "sehr stabil".

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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