bAV: Deutsche hängen an Garantien

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Deutsche Arbeitnehmer würden sich bei der Betriebsrente selbst dann für Garantien entscheiden, wenn es dadurch weniger Geld gibt. Lediglich 26 Prozent  sind bereit, für eine höhere Rente Risiken in Kauf zu nehmen. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Studie des Beratungsunternehmens Aon Hewitt hervor. In Zusammenarbeit mit dem Statistikportal Statista wurden 1.000 Arbeitnehmer befragt.

Je älter die Beschäftigten sind, desto konservativer sind auch ihre Anlagepräferenzen. Während bei Beschäftigten unter 25 Jahren 41 Prozent bereit sind, für höhere Renditen auf Garantien zu verzichten, bringen nur 22 Prozent der 55 bis 65-Jährigen diese Bereitschaft auf.  

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Diese Einstellungen kollidieren mit der Möglichkeit für Arbeitgeber, künftig  eine reine Beitragszusage anzubieten, die das Betriebsrentenstärkungsgesetz  bietet. Hier sind Garantien ausdrücklich verboten. Die Arbeitgeber sichern nur noch die Höhe der eingezahlten Beiträge zu.

"Hier müssen die Unternehmen jetzt extrem viel Überzeugungsarbeit leisten", sagt Aon Hewitt-Geschäftsführer Fred Marchlewski. Die internationalen Erfahrungen seines Unternehmens zeigten, dass die bisher in Deutschland üblichen Garantien die Renten deutlich reduzierten.

Sicherheit auch ohne Garantien möglich
"Garantien erzwingen eine sehr konservative Anlagestrategie und kosten deshalb viel Geld", ergänzt Dr. Torsten Köpke, Head of Investment Consulting bei Aon Hewitt. Fielen sie weg, liessen sich die Chancen des Kapitalmarktes wesentlich besser nutzen. Außerdem müssten die Leistungen nicht extrem vorsichtig festgelegt werden, was dauerhaft zu sehr niedrigen Renten führe.

Die Berater glauben nicht, dass es durch den Wegfall von Garantien bei den Zielrentenmodellen zu Kürzungen der Betriebsrenten kommen könnte. Sicherheit lasse sich auch durch geeignete Modelle ohne Garantien realisieren, so Köpke.

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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