bAV soll Wünsche der Arbeitnehmer berücksichtigen

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Die betriebliche Altersversorgung (bAV) soll aktuell durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz der Bundesregierung gefördert werden. Doch die Maßnahmen des Gesetzes treffen nicht diejenigen, die sie am nötigsten hätten: Ältere Arbeitnehmer mit unterdurchschnittlichem Einkommen. Dies ist ein Ergebnis der Deloitte-Studie "bAV zwischen Wunsch und Wirklichkeit".

Fast zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer sehen ihrem Altersruhestand mit Skepsis entgegen. Sie wissen nicht, wie hoch ihre staatliche Rentenleistung sein wird und haben Zweifel an der Notwendigkeit zusätzlicher Sparmaßnahmen. "Die Maßnahmen des Betriebsstärkungsgesetzes mögen in die richtige Richtung gehen, treffen aber die tatsächlichen Bedürfnisse der verschiedenen Arbeitnehmergruppen nur teilweise", konstatieren die Studienmacher. Sie plädieren dafür, Unternehmer stärker dafür zu motivieren, ihren Mitarbeitern Entgeltumwandlungsangebote aktiv zu unterbreiten. Zudem müssten Angebote speziell auf Ältere mit geringem Einkommen zugeschnitten werden.

Angebote zielgruppengerecht gestalten
Von einer zielgruppengerechten Gestaltung der Betriebsrentenangebote profitierten sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. "Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, wie viel Luft nach oben es bei der bAV noch gibt. Um die Zahl der Nutzer zu steigern, müssen die tatsächlichen Wünsche der Arbeitnehmer stärker berücksichtigt werden", sagt Peter Devlin, Partner Human Capital Advisory Services, Deloitte.

Einige Elemente des Betriebsrentenstärkungsgesetzes weisen nach Ansicht der Studienmacher  in die richtige Richtung, andere widersprächen den derzeitigen Vorstellungen der Arbeitnehmer aber sogar. Aktuell profitiert nur eine Minderheit  (40 Prozent) von einer arbeitgeberfinanzierten Altersversorgung. 28 Prozent davon wissen jedoch nicht, um welche Summen es geht. Und 63 Prozent sind der Meinung, der Arbeitgeber sollte etwas mehr leisten. Die Offenheit gegenüber der Entgeltumwandlung, also der Verzicht auf einen Teil des Bruttogehalts, ist vergleichsweise hoch. Hier beklagen viele Arbeitnehmer insbesondere ein mangelndes Angebot ihrer Firma.

Sicherheit steht an erster Stelle
Wenn die Arbeitnehmer ein bAV-Angebot in Anspruch nehmen, kommt es ihnen in erster Linie auf Sicherheit an - gegebenenfalls auch zulasten einer größeren, aber risikobehafteten Rendite. Wichtig sind den Befragten flexible Ein- und Auszahlungsoptionen (45 / 42 Prozent). 40 Prozent bevorzugen die Kapitalleistung, 38 Prozent würden eine Rente wählen und 22 Prozent favorisieren Raten. Ein schrittweiser Übergang in den Ruhestand ist für 74 Prozent interessant.

Die Erkenntnisse der Untersuchung definieren "Hausaufgaben" für die Unternehmen. So müssten Angebote zur Entgeltumwandlung den Arbeitnehmern aktiv unterbreitet werden. Selbst ohne arbeitgeberfinanzierte Beiträge für Mitarbeiter könnten die Unternehmen damit ihre Position als verantwortungsbewusste Arbeitgeber stärken. Dort wo schon Angebote zur Entgeltumwandlung bestehen, sollten Firmen ihre Kommunikation verbessern, fordern die Experten. Auch sollte geprüft werden,  ob die Angebote aufgewertet werden können, um attraktiver zu werden. Arbeitgeber sollten die Chancen der Digitalisierung nutzen, um eine effiziente Administration, eine effektive Kommunikation sowie eine verbesserte Einbindung ins Controlling zu schaffen.

Quelle: Deloitte

 

Autor(en): Alexa Michopoulos

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