Blick in die Insurtech-Szene von Israel

740px 535px

Bei der „Global Insurtech Roadshow 2019“ bewiesen junge Firmen aus Israel einmal mehr ihre Rolle als Innovationsschmieden. Vom fortschrittlichen Image der internationalen Start-ups möchte auch der Standort Frankfurt profitieren.

So wie im vergangenem Jahr Singapur, stand auch bei der kürzlich zu Ende gegangenen „Global Insurtech Roadshow 2019“ ein Land im Fokus – nämlich die experimentierfreudige israelische Insurtech-Szene. Sie gilt als lebhafteste internationale Insurtech-Szene und wurde vom Gründer und Geschäftsführer des israelischen Start-up-Verbandes (Accelerator) „Insurtech Israel“, Kobi Bendelak, und dem Präsidenten der Israelischen Versicherungsaufsicht, Dr. Moshe Bareket, vertreten. Neun israelische Start-ups zeigten ihre spannenden Produkte und Lösungen. So zum Beispiel die Firma Air Doctor Ltd. mit ihrer mobilen App für medizinische Assistance; oder die Firma Atidot, die mithilfe von Big Data und Künstlicher Intelligenz Lebensversicherungsbestände durchforstet.

Kommunikationsplattform für Makler

Sammy Bercovich präsentierte unter der Marke „go“ aus dem Hause des traditionellen Versicherers Hachshara Insurance Company eine vollständig digitale Versicherungslösung für Vertrieb, Underwriting, Schadenbearbeitung und Kundenverwaltung (CRM). Das Trio Carsten Düll , Elad Daniel und Eyal Ben Ari von Gefen Technologies aus Tel Aviv wartete mit einer plattformübergreifenden Kommunikationszentrale auf. Sie soll Maklern den Kundenaustausch effektiv in Richtung Marketing und Verkauf gestalten.

Den Befund- und Genesungsprozess im Krankheitsfall mit KI und Maschinellem Lernen beschleunigen, verspricht das Unternehmen Serenus AI. Auf KI und großen Datenmengen (Business Intelligence) setzt auch Tiidan Technologies. Das Start-up hat eine Technologieplattform auf die Beine gestellt, die helfen soll, Risiken in Lieferketten präzise zu analysieren, um so das finanzielle Ausfallrisiko für Versicherer und Investoren zu reduzieren. Auf einen situativen Versicherungsschutz setzt die Firma Yous. Bei diesem so genannten on-demand-Versicherungsschutz entscheidet der Kunde flexibel über Laufzeit und Art der Police.

Frankfurt sucht den Schulterschluss

Insgesamt fiel Israels ambitionierte Insurtech-Landschaft mit ihrem hohem Wissen im Bereich der Cyber-Vversicherung, des Underwritings und der KI auf. Dass das progressive israelische Insurtech-Universum offensiv den Schulterschluss mit europäischen Akteuren aus der Assekuranz suchte, sollte als Chance begriffen werden. Denn erfahrungsgemäß breiten asiatische Insurtechs nur zögerlich ihre Fittiche nach Europa aus; bieten die Länder in Asien doch viel mehr Kundenpotential und weniger Regulierung.

Mit der Konferenz biete sich eine „ausgezeichnete Gelegenheit, den Schulterschluss mit der Versicherungsbranche zu suchen“, ergänzte Sebastian Schäfer vom Frankfurter TechQuartier. Das TechQuartier (TQ) wurde vor drei Jahren als Startup- und Innovations-Hub gegründet. Beteiligt sind an ihm heute die Goethe Universität, die TU Darmstadt, die Stadt Frankfurt sowie das Land Hessen. Das TQ ist gleichzeitig auch offizieller Fintech-Hub des Bundeswirtschaftsministeriums. So möchte es die lokale Start-up-Szene in und um Frankfurt stärken und eine Schnittstelle bilden zwischen alten Traditionsfirmen und neuen Digitalunternehmen. „Wir wollen in dieser besonderen Atmosphäre nachhaltige Kontakte zwischen Entscheidern der Old-Economy und den jungen Kreativen ermöglichen, digitales Verständnis schaffen und Netzwerke etablieren“, fasste Moritz Finkelnburg, Gründer der Global Insurtech Roadshow, zusammen.

Autor(en): Umar Choudhry

Alle Branche News