Cyber beflügelt Geschäftserwartungen

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Die Versicherungsmakler sehen im gewerblichen Sachversicherungsgeschäft die Chance, Wachstumsschwächen anderer Sparten auszugleichen.

An der aktuellen Asscompact-Trendstudie "Gewerbliches Schaden-/Unfallgeschäft 2019" nahmen netto 232 Versicherungsmakler und Mehrfachvertreter teil. Die Teilnehmer wiesen ein gehobenes Durchschnittsalter von über 52 Jahren und eine entsprechend lange Berufserfahrung von gut 24 Jahren auf.

Gewerbe holt gegenüber Privat auf

Das gewerbliche Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft macht im Schnitt knapp ein Viertel des Gesamtgeschäfts aus (24 Prozent). Bei den Befragten dominieren private Schaden-/Unfallversicherungen mit gut 30 Prozent Geschäftsanteil. Dagegen kommen gut 21 Prozent aus der privaten Altersvorsorge und Biometrie und jeweils kleinere, einstellige Prozentanteile aus der betrieblichen Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung sowie aus dem Bereich Finanzanlagen und Finanzierungen.

Die Geschäftserwartungen für das gewerbliche Sachgeschäft sind aber optimistisch, es soll zum leicht abschmelzenden privaten Sachgeschäft hin aufschließen. Für zwei Drittel der Befragten hat es in der Zukunft (fünf Jahre) eine große Relevanz, gegenüber nur rund 55 Prozent derzeit.

Makler wollen höhere Bestände

Die Vermittler scheinen vor allem erkannt zu haben, wie interessant das Sachgeschäft als Lieferant stabiler, regelmäßiger Einnahmen zu schätzen ist. Bestandssicherung und -aufbau werden am häufigsten als Grund für die höhere Relevanz genannt. Aber auch Nachfrageänderungen der Kunden werden von knapp der Hälfte der Befragten genannt. Nur rund ein Drittel sieht fachliche sowie Betreuungsmängel von Ausschließlichkeitsvertrieben als Treiber für einen wachsenden Geschäftserfolg der Makler.

Fast acht von zehn Befragten erwarten, dass die Cyber-Versicherungen zum positiven Umsatztrend beitragen. Das ist weit mehr als andere Versicherungen wie unter anderem Berufs- und Betriebshaftpflicht, Sach-, D&O- oder Technische Versicherungen, die alle von rund der Hälfte der Befragten genannt werden.

Erfolge mit Cyber-Versicherungen begründen Optimismus

Interessant ist, dass der Anteil derjenigen Vermittler etwas zurückgegangen ist, die Beratung zu Cyber-Versicherungen im Angebot führen, von 53 auf 48 Prozent. Das kann allerdings auch auf etwas unterschiedliche Stichproben im aktuellen und im Vorjahr zurückzuführen sein. Deutlich dagegen ist die Steigerung des Anteils derjenigen, die nach eigenen Angaben auch schon Cyber-Versicherungen vermittelt haben. Waren es 2018 noch 53 Prozent derjenigen, die auch beraten, sind es nun 71 Prozent. Das kann die positive Stimmung zum Vertrieb dieser Produkte erklären, wenn offensichtlich zunehmend Makler Bestätigung für ihre Beratungsanstrengungen durch Abschlüsse erfahren.

Angesichts der nicht unerheblichen Haftungsrisiken bei Falschberatung ist es ansonsten bemerkenswert, dass nur eine Minderheit von etwas über einem Viertel der Befragten nach eigenen Angaben einen Zielgruppenfokus besitzt. Dieser Anteil ist sogar noch deutlich gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Wenn, dann sind relativ am häufigsten - bei knapp jede Zweiten - Freiberufler im Fokus, gefolgt vom Handwerk und Dienstleistern. Deutlich seltener sind es Handel, produzierendes Gewerbe oder Landwirtschaft.

Die Studie enthält zahlreiche weitere Informationen vor allem zur Bewertung der Versicherer in der Betriebs- und Berufshaftpflicht- sowie in der Sachversicherung und zu den Geschäftsaussichten im Gewerbemarkt. Sie kann kostenpflichtig bei der BBG Betriebsberatungs GmbH (E-Mail:stasch@bbg-gruppe.de) bestellt werden.

Autor(en): Matthias Beenken

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