Daniel Bahr startet demnächst bei der APKV

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Daniel Bahr (37) wird ab 1. November 2014 als Generalbevollmächtigter in die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) eintreten und dort die Bereiche Leistungsmanagement und Zentrale Vertriebskoordination übernehmen.

Der frühere Bundesgesundheitsminister soll nach einer Einarbeitungszeit vorbehaltlich der Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit dieser Ressortzuständigkeit in den Vorstand berufen werden.

2002 für die FDP in den Bundestag gewählt
Daniel Bahr war nach einer Bankausbildung bei der Dresdner Bank in Schwerin und Hamburg beschäftigt und hat in Münster Volkswirtschaftslehre und Business Management mit Schwerpunkt „International Health Care and Hospital Management“ studiert. 2002 wurde Bahr für die FDP als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt und war seitdem Mitglied im Gesundheitsausschuss, zunächst als Sprecher seiner Fraktion für demografische Entwicklung und Pflegepolitik, von 2005 bis 2009 als gesundheitspolitischer Sprecher.

Bahr wechselt damit in die Branche, für die er als Minister zuständig war. Auch hatte er sich für den Erhalt der privaten Krankenversicherung stark gemacht.

Im Jahr 2009 wurde Bahr zunächst Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und ab Mai 2011 Minister. Bei der Bundestagswahl im September 2013 schied die FDP aus dem Bundestag aus und Bahr gab sein Ministeramt ab. Seit Februar 2014 ist er für die Denkfabrik Center for American Progress tätig, die unter anderem die Regierung von US-Präsident Barack Obama bei der Gesundheitsreform berät.

Will keine politischen Entscheidungen beeinflussen
Wichtig ist dem neuen Allianz-Mann die Feststellung, dass er im Gegensatz zu anderen Ex-Ministern nicht als Lobbyist tätig sein wird. Er werde sich vielmehr um die Verträge kümmern, die die Allianz mit Ärzten und Kliniken abschließt. "Mein Schreibtisch ist in München. Meine Aufgabe ist es, Verantwortung im Unternehmen zu übernehmen und nicht politische Entscheidungen zu beeinflussen", so Bahr. Auch die Karenzzeit zwischen seinem Ausscheiden aus dem Ministeramt und der Übernahme des neuen Jobs ist aus seiner Sicht "hinreichend".

Seitenwechsel von Politikern in die Wirtschaft sorgen immer wieder für Diskussionen. Dabei geht es auch um ausreichende Übergangszeiten zwischen Regierungsamt und Wirtschaftsposten. Zuletzt wurden vor allem der ehemalige Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) und Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) kritisiert: Niebel wechselt zum Rüstungskonzern Rheinmetall, Pofalla zur Deutschen Bahn.

Textquellen: Allianz Deutschland AG, süddeutsche.de; focus.de; Bildquelle: Allianz Private Krankenversicherung (APKV)

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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